Jehovas Zeugen haben oft noch eine richtige Bibliothek an Publikationen der Wachtturmgesellschaft bei sich zu Hause im Schrank stehen.....

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Kapitel 4 – „Bibelfundamentalismus“ und der „Fundamentalismus des Sklaven“

 

 


„Ich weiß, daß nach meinem Weggang bedrückende Wölfe bei euch eindringen
und die Herde nicht schonen werden, und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen.“

(Apostelgeschichte 20, 29-30 – „NWÜ“)


 

Zeugen Jehovas halten sich an die Bibel.

Eigentlich sollte es ja dann so sein, das sie dasselbe glauben wie andere Christen, die für ihren Glauben nur die Bibel brauchen.

Wenn man schon einmal ältere JZ zu Hause besucht, würde einem sofort die nicht kleine Bibliothek auffallen, welche hauptsächlich Schriften von der Wachtturmgesellschaft (WTG) enthält.

4.1. - Von der Freiheit im Fundamentalismus.

Jehovas Zeugen glauben daher etwas anderes, da deren Organisation es erfolgreich geschafft hat ihren Anhängern einzureden, ihnen die Bibel richtig erklärt zu haben... was alle anderen christlichen Gruppierungen demnach unterlassen würden. Solche Unterstellungen gegenüber der Geistlichkeit der Christenheit gibt es in der Wachtturmliteratur an nicht wenigen Stellen.


Dies mag unter dem Aspekt der Religionsfreiheit deren gutes Recht sein: Mitglieder verzichten bewusst und freiwillig auf ihre Fähigkeiten, Gottes Willen anhand der Bibel selbst zu ergründen. Statt dessen greifen sie auf ihr Literatur zurück, wo alles erklärt wird.

 

Dabei kann man es schnell bei regelmäßigen lesen selber lernen sie zu interpretiern, was bei vielen neuen Bibellesern bei Jehovas Zeugen auch der Fall ist.

Was meist zu spät sein dürfte ist, wenn dann eine selbst erlangte Erkenntnis von den Lehrvorgaben abbweicht, man aber schon sich via Taufe den Lehrvorgaben verpflichtet hat.
 

Natürlich darf man sich aber auch nun mit den Vorgehensweisen der Jehovas Zeugen zufrieden geben. Alle Lehrinhalte werden dann halt vorgegeben und sind zu glauben - dazu hat man sich halt verpflichtet bei seiner Taufe.

Das eine abweichende Meinung aber immer mal aufkommen kann, egal wie lange man ein JZ ist - das wird aber einem bei der Aufnahme zu den Jehovas Zeugen nicht gesagt.

Also mir wurde damals nicht gesagt, vor meiner damaligen Taufe, das ich bei einer zukünftigen biblischen Erkenntnis, wenn diese von den Lehrvorgaben der Jehovas Zegen abweicht, das ich dann darüber zu schweigen hätte oder einen Ausschluss riskieren müsste, wobei es schon der Abtrünnigkeit beigemessen werden würde darüber zu sprechen.

Ich denke das Religionsfreiheit im Sinne des Erfinders beinhaltet, trotz einer eigenen oder abweichenden Ansicht, die sich nun mal immer weiter entwickelt haben kann nach einem Beitritt, welche man aufgrund der Meinungsfreiheit haben dürfte, dennoch Teil der Gruppierung sein zu dürfen, wo man seine Religion ausleben will.

Bei Jehovas Zeugen ist aber so eine persönliche Entwicklung eher gar nicht willkommen - zumindest nicht in einer Lehren-abweichenden Richtung.

Glaubens- und Meinungsfreiheit sind bei JZ nicht gewünscht, was wiederum eine Prämisse der getroffenen Religionswahl sein darf - denn man wollte es ja nicht anders.

Denn eine Religion darf eine Meinung und einen Glauben vorschreiben - der freiwillige Verzicht auf solche Menschenrechte ist Teil der Religionsfreiheit, auch wenn ich persönlich diesen Sachverhalt traurig und sehr negativ werte.
 

Ein ZJ versteht sich nicht direkt als Bibelfundamentalist, da er z.B. die Schöpfungsgeschichte insofern relativiert, weil der „Sklave“ einen „Schöpfungstag“ z.B. durchauss einen weit längeren Zeitraum als 24 Stunden zugesteht. Die Bibel wird also nicht immer wortwörtlich ausgelegt. Echte Bibelfundamentalisten würden dagegen sagen, das bei Gott alles möglich ist, auch ein 24-Stunden Schöpfungstag.
 

Dennoch sieht sich ein ZJ unter der geistigen Leitung des "Sklaven" als „Bibel-gläubig“, eine umgewandelte Form des Bibelfundamentalismus, da der „Sklave“ derjenige ist, welcher diesen Glauben an die Bibel fördert und in allen ihren Aussagen als glaubwürdig anpreist, was an sich gut ist, dann aber seine eigenen Sichten über die Schriften als das eigentlich biblische erklärt.


Der Fundamentalismus des „Sklaven“ ist also der eigentliche Glaube des ZJ. Die Bibel wird aber nur instrumentalisiert. So wie ein Violinist mit dem Spielen seines Instrumentes vorgibt wie andere dazu tanzen sollen, genauso erklärt der "Sklave" die Bibel nur so wie er es gerne hätte, was die Mitglieder nach seiner Bibelauslegung zu glauben haben.
 

Das ZJ sich an die Anleitungen des Sklaven halten, sowie dessen Vorgaben durch die Organisation und Ältesten halten müssen wurde ->mit im vierten Teil des interaktiven Kurses eingeführt.

Diese Aussagen hier oben über den "Sklaven" in seiner Funktion, werden auch durch die bereits angeführten Wachtturmzitate aus ->Kapitel 1 belegt.


 

4.2. Persönliches

Vorab möchte ich klar stellen, das für mich heute die Bibel Gottes Wort ist, ohne aber ein Bibelfundamentalist zu sein.

Es ist meine subjektive Sicht, wenn auch eine persönliche Überzeugung, jedoch keine "ultima-tive Wahrheit" und ich hoffe das der Leser damit kein Problem hat.

Ich werde diese Sicht hier niemanden aufdrängen wollen, denn hier auf der Seite möchte ich u.a. die Wege aufzeigen, wie es zu dieser Sicht bei Jehovas Zeugen kommt und welche Absicht man letztlich damit verfolgt, wie es bereits oben teilweise geschildert wurde.

Bei mir persönlich hat da eine Entwicklung statt gefunden, auch aufgrund von Selbsteinsichten was man mir lediglich als Jehovas Zeuge übertragen hatte. Ich hatte mich sogar einige Zeit von dem Gedanken distanziert das die Bibel Gottes Wort ist, aus Gründen die ich hier nicht verbergen möchte, da sie anderen Aussteigern vom Nutzen sein können.

Mag jetzt für manchen paradox klingen, aber diese Sichtweise (Bibl ist nicht das Wort Gottes) war für mich kein Abbruch meines Glaubens. Im Gegenteil, da ich die Bibel und das Evangelium in dieser Zeit mehr als Einladung verstand, die zum eigentlichen christlichen Glauben führten.

Diese Phase war aber insofern für mich notwendig und hilfreich, da ich nur so meine von den Jehovas Zeugen geprägten Sichten (wieso die Bibel Gottes Wort sein SOLL) auch innerlich ablegen konnte. Heute sage ich daher aus ganz anderen Gründen, das sie für mich Gottes geschriebenes Wort ist, frei von anderen menschlichen Sichten die mich in dieser Meinung beeinflussen. 

Denn die Unterschiede wieso ein Christ und ein Jehovas Zeuge das jeweils sagen, sind für einen JZ der sich Gedanken darüber macht ob er nach dem Ausstieg sich noch mit der Bibel beschäftigen möchte, meines Erachtens wichtig zu erfahren. 

Die Bibel ist also für mich heute Gottes Wort.

Dies obwohl ich mich eingehend nach meinem Ausstieg u.a. mit der Entstehung der Bibel,

ja sogar mit unterschiedlichen Formen der Bibelkritik beschäftigt habe, z.B. der historisch kritischen Exegese. Diese hinterfragt u.a. die Entstehung der Bibel auf mehrern Ebenen und liefert dabei ihre eigenen Antworten wissenschaftlicher Natur.

4.3. unökonomische Bedürfnisse aufgrund künstlicher Prägungen

In meiner oben erwähnten Phase entdeckte ich aufgrund der Beschaffenheit der von JZ künstlich übertragenen Meinungen über die Bibel, ebenso künstlich erzeugte Abhängigkeiten in Verbindung mit diesem Werk.

Gerade was das persönliche Glaubenskonstrukt angeht, kommt es zu dabei zu fatalen Grundannahmen, weil damit auch, je nach Suggestibilität, künstlich gelegte Bedürfnisse initiiert wurden, was auf das ohnehin eingeschränkte Selbstertgefühl eines Jehovas Zeugen sich als sehr fatal erweisen kann, so das eine fremde abweichende Meinungen sich buchstäblich als ein Angriff anfühlen kann, bei sensiblen Menschen kann das mit einen Verlust der Nervenstärke einhergehen, sobald jemand die Bibel hinterfragt.

So ein Gefühl ist ein deutlicher Hinweis aus dem Unterbewusstsein, den es ernstzunehmen gilt.

Immerhin hat so manch ein JZ sein komplettet Selbstwertgefühl, sein Selbstbild und seine Weltsicht, seine Existenzberechtigung usw, allein auf die fundamentalistische Sichtweise des "Sklaven" über dieses "Buch der Bücher" aufgebaut. Gerade bei jenen die bei JZ aufgewachsen sind, ist u.U. eine gesamte Identität unter der Regie des "Sklaven" aufgebaut worden, wo die Richtigkeit seiner geprägten Sichtweisen zu einem küstlichen Bedürfnis geworden sind.

Wenn du daher bei dir selber beobachten kannst, das du eher Argumenten ausweichst als sich ihnen zu stellen, weil sich das so anfühlt als wenn deine innere Sicherheit angegriffen wird, unterliegst du diesem Gefühl von künstlich erzeugten Bedürfnissen, die normale Christen nicht kennen. Mit Ausnahme christlicher Bibelfundamentalisten, die unter ähnlichen Prägungen funktionieren.

Erlaube dir einmal die Entstehung deiner Grundannahmen wie du sie über die Bibel gebildet hast, zu hinterfragen. Ob die übernommenden Argumente wirklich ausreichen um auch Glaubensaussagen selber vollziehen zu können.

Das möchte ich hier anhand des WTG-Druckwerks Was lehrt die Bibel wirklich?  tun, da die meisten hier in der Thematik Betroffenen es noch sehr gut kennen - zu gegebener Zeit werde ich den "Bibelkurs" Glücklich - für immer, hier mit einbeziehen. In jeden bisherigen schriftlichen Werkzeug zur Anpassung eines Intresserten an die Gruppierung gab es entsprechende ähnliche Argumente die lediglich übertagen wurden.

Ob sie deswegen in sich haltbar sind ist das was hier hinterfragtwerden soll.

Dennoch möchte ich auf genau diese Punkte hier eingehen.Weil ich denke und glaube das gerade ein Aussteiger über einige psychologische Aspekte rund um der Rolle der Bibel bei der leitenden Körperschafft sowie den damit verbundenen Prägungen ihrer Anhänger, ein Recht hat drüber aufgeklärt zu werden.

Aber auch normalen Christen können die Gedanken auf dieser Seitee hilfreich sein, was die  Frage nach dem Stellenwert der Bibel im eigenen Leben angeht. Dabei kann er hier die Gedakengänge ruhig auf sich beziehen, da sie der Sache, wieso für jemanden die Bibel Gottes Wort ist, auf dem Grund geht.

Ich möchte auf dieser Seite auf Sachverhalte Hinweisen, ohne dabei einen Christen in seinem Bibelglauben vorführen zu wollen. Aber in gewisser Weise führe ich mich dabei auch selber vor, da auch ich bestimmten Prägungen gefolgt war, wie sie in Kreisen von Christen vorhanden sind, aber auch bei Jehovas Zeugen eine Rolle spielen.

Dies kann für einige hier ein hochsenibles Thema sein und genauso möchte ich es hier angehen. Tatsächlich kann diese Thematik hier mit Bedürfnissen beim Leser belegt sein, die ihm vielleicht gar nicht so bewusst sind.

 

Doch ich habe vor, genau diese ihn ins Bewusst sein zu rücken, damit der gläubige Aussteiger erkennt, wovon genau er beeinflusst wurde, dabei aber auch Kontrolle behalten darf es ganz anders zu sehen.

Sollte ich bei dem einen oder anderen Leser dann einen Nerv getroffen haben und dieser fühlt sich in seinen Grundfesten seines Selbstwertgefühls getroffen, dann aber auch nur, so hoffe ich, weil er erkannt hat das er sich lediglich von menschlichen Regeln hat prägen lassen.

Prägungen von Menschen, die aber einen Einfluss bis tief in das Selbstwertgefühl hatten.

Wird eine rein menschliche Sicht aber offenkundig, fühlt man sich dem göttlichen betrogen, weil menschliche Prämissen als göttliches erachtet wurde. Findet man aber die allein göttliche Prämisse wieso die Bibel dem Gläubigen Gottes Wort ist, kann kommen was will:

Man kann dann eine Sichtweise, die Gott selbst geprägt hat, nie wieder umwerfen. 

Übrigens haben bereits viele JZ es bereits, so wie viele ehemalige JZ: Die innere Gewissheit das die Bibel Gottes Wort ist - es gilt nur noch zu überprüfen, ob der Weg zu dieser Sicht noch der ursprüngliche ist, oder ob er bereits adäquat ersetzt wurde, doch dazu später mehr.

So verschiedenartig die emotionale Situationen rund um den Ausstieg von den ZJ auch sein können, was auch unweigerlich Auswirkungen auf die Motivation eines Ehemaligen haben wird was seine Zukunft betrifft, trifft genauso den Aspekt wie seine künftige Sicht auf die Bibel sein wird.

Ich hoffe das ich hier jeden noch was mit auf dem Weg geben kann, egal ob er sich pro oder contra zu irgendeiner Sache festlegen will. Nachvollziehen kann ich aufgrund der Strickmuster die der "sklave" per Fernbeeinflussung beim damaligen Gläubigen

möchte ich hier jeden Aussteiger zunächst einmal bewusst machen, welche übertragene Meinunegen jemand über dieses Buch er u.U. aufgenommen hat

Es wird immer wieder einmal passieren das Menschen die Bibel für widerspüchlich halten.

Das ist deren gutes Recht das auch so zu empfinden. Sind ja deswegen keine schlechten Menschen. Traurig wenn dann aber es direkt so ausgelegt wird, als wolle man die Bibel schlecht machen -  das ist ein Vorurteil, den ich einmal versuche hier aufzulösen.
 

Die Frage ist nämlich, welche Qualität so ein Widerspruch hat.
Da gibt es einmal die tatsächlichen und die subjektiv empfindbaren.


Die subjektiven Diskrepanzen lösen sich meist mit ein bisschen Logik von selbst auf, sind meist Missverständnisse oder man hat was übersehen.

Die tatsächlichen Widersprüche sind meist nur mit Erklärungen außerhalb der Bibel lösbar, um

Auch die Widersprüche, die aufgrund der Unterschiede zwischen der heutigen und der damaligen Sprache, oder ganz allgemein aufgrund von Missverständnissen, entstehen können.

Solche sind also von den tatsächlichen Widersprüchen zu unterscheiden, was um der Vollständigkeit halber hier mit erwähnt werden muss.
 

Oder ein Bibelkundiger besitzt angeeignetes Hintergrundwissen, wo von Fall zu Fall ein subjektiv empfundener Widerspruch aufgelöst werden kann – dies ändert jedoch nichts daran, das es immer Menschen geben wird, welche in der Bibel „Diskrepanzen“ entdecken werden.

Es sind deswegen keine schlechten Menschen – im Gegenteil, es sind Menschen die aufgrund ihrer Fähigkeiten zu sich selber ehrlich sind und aufrichtig das ausdrücken was sie empfinden.

Dagegen gibt es webseiten die es direkt es als einen Angriff auf die Autorität Gottes erachten, nur weil man für sich dieselben Widersprüche entdeckt, wie zum Beispiel ->diese hier. Das ist insofern interessant weil das auch Teil der weiteren Thematik hier sein wird und scheinbar nicht nur die JZ betrifft.

 


Begegne ich dagegen Christen die sagen, das die Bibel sich nicht widerspricht, dann begegne ich unter 1000 vielleicht drei oder vier, welche die Bibel in ihrer Entstehung gut genug kennen, um überhaupt darüber ein Urteil sich bilden zu können.
Wenn jemand sagt, da sei nichts an Widersprüchen, dann sagt er nur das nach, was andere an Behauptung aufgestellt haben, selber aber sich nie die Zeit genommen haben so etwas festzustellen - oder er hat eben nur externe Erklärungen parat.

Was bringen die externen Erklärungen?

Sie können

Die Problematik dahinter ist nämlich sonst auch die bei JZ:

Wenn die Bibel einmal, als ein Buch ohne Widersprüche emotional geprägt wurde, dann vertraut ein Gläubiger ihr nicht wegen ihren Aussagen, sondern so einer vertraut lediglich den Menschen der es auch nur so weitergegeben hat. Wobei beide wahrscheinlich kaum die dazu nötige Zeit investiert haben, sich mit dieser Thematik auch zu befassen.

Aufgrund der Einwirkung des „Sklaven“ auf seine Anhänger ist ein ZJ sich kaum gewahr das die Bibel an sich Widersprüche enthält (auch wenn es dieser sehr wenige sind). Wo normalerweise jeder Mensch die Bibel für sich anders betrachten könnte und demnach mehrere oder wenige „Diskrepanzen“ entdecken würde, kommt dies während eines „Studiums“ bei ZJ kaum vor.

Und wenn dann hilft die Wachtturmliteratur aus, wo auch Widersprüche dementiert werden.


 

Solche Dinge sind nun mal nicht von der Hand zu weisen und lässt den Leser der Bibel unweigerliche Widersprüche erkennen, welche selbst für so manchen "Profi"  allein mit Bibelwissen nicht mehr erklärbar sind.
 

Ab hier sollte sich der Gläubige die Frage stellen:

Wieso darf die Bibel angeblich überhaupt keine Widersprüche haben?

Auf welcher Ebene des Glaubens oder des Menschseins begegnet mir so ein Widerspruch?

Wer hätte das zu bestimmen ob die Bibel keine Fehler haben dürfte?
 

Doch zich verschiedene Schriften, von Gläubigen und doch fehlerhaften Menschen geschrieben und ohne dem Wissen der Autoren zusammen gestellt, ohne mögliche Absprache, da wird es automatisch dazu kommen das etwas nicht passt. Da zumal zu unterschiedlichen Epochen die ein und dieselbe Erzählung eine ganz andere perspektive haben darf, oder eben etwas anders überliefert wurde wie es einmal ursprünglich war.
 

Beschäftigte ich mich mit der Entstehung der Bibel, so bin ich mir über die Ursachen schnell im klaren, da man dann Dinge feststellt, das z.B. Moses eben nicht der alleinige Schreiber seiner Bücher war (der Name der fünf Bücher Mose kommt von daher, weil Moses in diesen eine zentrale Figur einnimmt), sondern das Moses, wenn er überhaupt dran beteiligt war, selber nur bereits fertiges zusammengestellt hat.
 

Aus der Perspektive der Sprachwissenschaftler hat man z.B. festgestellt, das schon die ersten zwei Kapitel aus Genesis unterschiedliche Autoren gehabt haben müssen („So entstand die Bibel“, von J.J. Glashouwer - CLV-Verlag).
 

Aber bitte - die tatsächlich offiziellen Widersprüche der Bibel sind gerade mal an einer Hand abzuzählen. Sie haben keinen Einfluss auf den christlichen Glauben an sich und man geht auch, zumindest bei aufgeklärten Christen, offen damit um.

Wie machen aufgeklärte Christen das?

Indem sie sagen das es diese Widersprüche zwar gibt, es aber auch teilweise (nicht für alle wohlgemerkt) Erkläungsmöglichkeiten gibt, welche man jedoch bibelextern erklären müsste, will heißen: Meine Erklärung steht so nicht in der Bibel. Der Widerspruch bleibt in der Bibel selber jedoch existent.
 

Ein Bibelfundamentalist dagegen würde seine Erklärungen an sich als Beweis sehen wollen, das die Bibel keinen Widerspruch enthält - ohne sich gewahr werden zu wollen, das seine Erklärung so nicht in der Bibel zu finden ist...

Wie ist das bei Jehovas Zeugen?

Der „Sklave“ legt wert darauf die Widersprüche der Bibel ebenfalls zu dementieren und sie in einer externen Erklärung „gerade zu biegen“, damit die Bibel wieder „stimmt“. Mit diesen externen Erklärungen gibt ein ZJ sich zufrieden, weil sie ja von seinen „Sklaven“ kommen.
 

Die Erklärung ist also dann nicht mehr der Bibel selber zu entnehmen, sondern bestenfalls dem „Wachtturm“. In der Bibel selber bleibt jedoch jeder Widerspruch weiterhin existent, nur der ZJ erkennt ihn nicht mehr als solches, weil seine Sicht verändert wurde.

Jeder, der die Bibel unvoreingenommen liest, wird früher oder später auf ihre Widersprüche stoßen – eine gesuchte Erklärung, und mag sie noch so plausibel sein, ändert nichts an der Tatsache, dass die Bibel an sich immer noch diese Widersprüche enthält und von anderen Lesern wahrgenommen werden.
 

Verdeutlichen kann ich dies, wenn z.B. zwei Theologen/Bibelkenner einen Widerspruch mit jeweils einen anderen externen Ansatz erklären kann, welche sich jedoch gegenseitig widerlegen würden – dann hätte zwar jeder für sich „eine Lösung“, ist sich aber nicht gewahr, das er unrecht haben könnte.


 

Insofern ist jede Sicht uninteressant, welche einen Widerspruch der Bibel zu widerlegen sucht, von denen es wirklich nur sehr wenige gibt, aber es gibt sie und es bringt nichts sie zu dement-ieren. Abgesehen davon haben sie keine Berührungspunkte mit dem christlichen Glauben.

Wieso ich persönlich dennoch die Bibel als für von Gott inspiriert halte, darüber kann ich gerne mal an anderer Stelle schreiben, gehört jetzt aber nicht hier hin.
 

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Sobald ein ZJ bemerken würde, das die Bibel sich sehr wohl widerspricht, selbst mit externer Erklärung, fühlt er sich in seinen Glaubensfundament angreifbar – eine logische Konsequenz, da er emotional und blind anderen Menschen die diese Übertragung an ihm vorgenommen haben vertraut hat. Es fehlt ihm folglich an einer eigens erstellten Meinung.
 

Ein Glaubensfundament welches natürlich gewachsen ist, wird dagegen „besser halten“ und kann mit diesen Widersprüchen ganz gut leben. Zumindest würde der Punkt „die Bibel widerspricht sich sehr wohl“, keine Rolle spielen.


Die Fragen lauten also weiterhin:
 

Wieso sollte die Bibel keinen Widerspruch haben dürfen?

Wer ist denn derjenige der das behauptet?

Und wieso behauptet der das?
 

Hier muss ich also festhalten, das es Gründe geben muss, wieso für manche es wichtig zu sein scheint, ob die Bibel „fehlerlos“ ist oder nicht.
Und wenn ich diese Gründe hinterfrage, komme ich unweigerlich auf eine Reihe von Übertragungen, die hier einmal näher erklärt werden sollen, um der Entstehung des Bibelfundamentalismus etwas näher zu kommen.

 

Zunächst einmal darf ich festhalten, das es meist eine religiöse Führung ist, welche behauptet, das die Bibel in sich keine Widersprüche enthalten würde. Sie ist eben „Gottes Wort“ - Punkt.


Bei den ZJ macht das der „Sklave“ der sich selber als Verteiler der göttlichen Autorität  betrachtet, wenn er den ZJ seine „Speise“ vermittelt.
Jetzt ist es aber so, das diese Autorität dem Anschein nach aus der Bibel entnommen wurde, sich selber als von Jesus eingesetzt zu betrachten. Das geht aber nur, wenn die Bibel selber „göttliche Autorität“ besitzen würde.

 

Wenn die Bibel jedoch einen Widerspruch enthält, dann kann sie folglich keine Autorität von Gott besitzen. Sie wäre dann nicht mehr „Gottes Wort“, denn ein Gott der sich in seinen „geschriebenen Wort“ widersprechen würde, der wäre nicht glaubhaft - so der Bibelfundamentalist...
 

Der aufgeklärte Christ dagegen sagt sich, das Gott sein Wort mit uns widersprüchlichen Menschen geschrieben hat, sowie es auch immer noch mit uns schreibt (in die Herzen der Menschen), so das durchaus aus der Gnade heraus Fehler gemacht werden dürfen. Fehler sind u.a. des Christen Lehrmeister (siehe auch ->Lukas 15, 11-24), aus denen man, nicht nur als Christ, lernen darf... da der Mensch Fehler machen darf, dürfen sie auch in der Bibel enthalten sein.
 

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Wenn also eine geistliche Führung die Bibel als widerspruchsfreie „göttliche Autorität“/“Gottes Wort“ verwenden möchte, um sich selber als von Gott eingesetzt aus der Bibel erklären zu können, der muss die Bibel als etwas ohne Widersprüche vermitteln, da ansonsten kein Fundamentalismus möglich wäre, die der ZJ in ->„theokratische Ordnung“ umbenennt, vermittelt bekommt.


Hier ist es dem „Sklaven“ also wichtig, der Gruppierung auf die man Einfluss überträgt, dass die Bibel als ganzes „Gottes Wort“ sei und unfehlbar sowie zeitlos in ihren Aussagen und das ihre Aussagen immer aktuell seien.
 

4.2. „Gottes Wort“
 

Die Bibel wird also auch oft als das „Gottes geschriebenes Wort“ benannt – das alleine würde mich gar nicht stören - persönlich sehe ich es auch so.

 

Es kommt jedoch meiner Meinung nach viel eher darauf an, wieso das jemand sagt.

 
Es ist nun mal ein gewaltiger Unterschied, wenn man als Christ durch jahrelanges Nachsinnen die Bibel für sich persönlich so benennen möchte, oder ob man es durch eine Übertragung (wie die des „Sklaven“) als „Gottes Wort“ und damit als Autorität für das Leben des Gläubigen anerkennt ("in dem Buch was ich mit JZ studiert habe steht es so darin das die Bibel Gottes Wort ist und deshalb glaube ich das
...").

Die Gefühle für dieses Buch können in beiden Fällen dieselben sein, wobei die suggestive Übertragung an sich der unnatürliche Weg ist.
 

Hier sei jedoch auf folgende Sachverhalte hingewiesen, über die sich der Gläubige vielleicht noch gar keine Gedanken gemacht hat, wo ich wie folgt ein paar Fragen in den Raum werfe und dann auch nur eine Meinung, wie sie nur meine sein kann, zu vermitteln:
 

Was ist die Bibel?
 

Es gibt, wenn ich es sehr genau nehmen würde, und ich treibe es jetzt zugegeben einmal etwas auf die Spitze, kein „Bibelzitat“. Bitte erst zu Ende lesen wie ich das meine. Es hat eine rhetorische Bewandtnis um einfach mal ein paar Fakten durch zu denken, die man genauso sehen darf, aber hinterher auch wieder völlig anders sehen darf.

Ein Bibelzitat wäre es, wenn z.B. der Psalmist David ganz bewusst an der Bibel geschrieben hätte. Der Psalmen-Komponist hat aber nur Psalmen geschrieben - nicht gerade wenige - aber er schrieb nicht bewustt an einem Buch namens Bibel.

Wir können also genau genommen nur einen Psalm zitieren. Denn der Schreiber kann gar nichts dafür, wenn seine Verse erst Jahrhunderte später mit in diese Büchersammlung eingereiht wurden.


Genauso kann keiner der Autoren der heiligen Schriften etwas dafür, dass jemand seine Gedanken mit in einen Buch namens Bibel eingereiht hat. Denn der Zweck seiner Niederschrift war jeweils ein anderer.


Komme ich also gar nicht drumherum festzustellen, das keiner der Schreiber sich aktiv an dem Schreiben der Bibel beteiligte. Keiner dieser Schreiber wusste davon, dass seine Worte zu einem anderen Zweck, in einer sogenannten Bibel, zusammen mit den Gedanken anderer Schreiber zusammengefasst würden.


Ich glaube das es sehr wohl aufrichtige Gläubige waren, welche ganz bewusst diese Sammlung von kleineren Büchern, Briefen und Liedern (und mehr) zusammenstellten, da sie alle miteinander auf die Figur Jesu Christi auslegbar sind und die Grundlagen zur Hoffnung des damaligen und heutigen Christen wiedergeben.


Dabei enthält sie Zeitzeugnisse aus verschiedenen Epochen darüber,wie die damaligen Gläubigen sich jeweils mit ihrer Religion und der damaligen Gesellschaft beeinflusst sahen, wenn es u.a. um die Werte der damaligen Gesellschaft geht, welche mit in die Religion eingebunden wurden.
Lassen wir diesen Gedanken noch etwas im Raum stehen... ich löse ihn aber hier auf der Seite noch auf, versprochen.

Ist die Bibel „immer aktuell“?
 

Genauso liefert die Bibel Auskunft darüber, wie der damalige Entwicklungsstand des Menschen in seiner Selbstsicht war; damit meine ich das Zuschreiben und Erkennen des Wertes eines Menschen an sich.


Z.B. war zu biblischen Zeiten das Halten von Sklaven etwas völlig normales. Der reiche Mensch sah sich noch nicht mit Sklaven als gleichwertig, während wir uns heute darüber nur innerlich erschaudern können.
 

Heute muss man klar sagen, dass die Bibel an keiner Stelle die Sklaverei verurteilt, der Mensch von heute jedoch um so mehr (zum größten Teil zumindest).
 

D.h. dass die Bibel kaum etwas darüber aussagen kann, warum der Mensch sich selber und seinen Mitmenschen einen anderen Wert zuschreibt, weshalb die Sklaverei abgeschafft wurde. Hier wird mir jeder Christ von heute zustimmen wollen, dass kein Christ auf Erden heutzutage noch einen Menschen versklaven würde, was aber zu biblischen Zeiten eine Realität war.

Ich zumindest würde es heute für unchristlich halten.
 

Wenn ich mich also heute frage wieso das damals „okay“ war, komme ich zu keinen anderen Schluss, als das der Mensch sich in seiner Selbstsicht, resultierend aus der Frage was der Mensch eigentlich ist, eine Weiterentwicklung erlebt hat, was vielleicht sogar aus dem Gebot der Nächstenliebe heraus geschah.
 

Die Bibel befasst sich nicht mit der Entwicklung des Menschen, wenn es um seine Selbstsicht geht, fast gar nicht, welche nur in der Frage beantwortet werden kann, was der Mensch eigentlich ist. Die Bibel selber kann nur widerspiegeln, auf welchen Entwicklungsstand sich der Mensch damals befand, was sich in seiner damaligen Religion widerspiegelte. Bestenfalls aber initiierte dieses Buch eine Transformation in der Gesellschafft, so wie Gott es schafft einen Menschen durch dieses Buch für sich zu gewinnen.
 

Das der Mensch inzwischen dazugelernt hat (dies in allen möglichen Facetten des Menschseins), ist nicht unbedingt allein der Bibel zu verdanken (dem Gebot der Nächstenliebe, was Sklaverei eigentlich ausschließt), sondern Menschen, die sich den Wert ihrer selbst bewusst geworden sind, was u.a. auch ein Resultat dem Streben des Menschen nach neuen Wissen zu verdanken ist, welches mit zu dem „Gesamtbild Mensch“ beigetragen hat. Ausschließen das Jesu Gebot der Nächstenliebe hier keinen einfluss auf die Sicht des Menschen hatte, das kann und will ich nicht - aber alleine die biblische Sicht über das Sklaventum hat garantiert nicht dazu beigetragen.

Ein anderes Beispiel ist das Bild der Gesellschaft über die Frau, welches ebenso hinterfragt werden darf. Denn auch heute wird die Rolle der Frau in vielen Kulturen runter gespielt.

Kann man der Bibel entnehmen, das Frauen in der Gemeinde nur mit Kopftuch beten sollten, an anderer Stelle sollten diese kein Lehramt einnehmen.


Der Bibel-Fundamentalismus wird sich dran halten wollen. Aufgeklärte Christen dagegen schätzen es dagegen, sich ebenso von den Gedanken einer Glaubensschwester aufbauen zu lassen. Ich persönlich würde so manches Gebet vermissen, welches ich in meiner damaligen Wahlgemeinde schon erleben durfte – gehalten von Frauen. Bei ZJ undenkbar.
 

Worauf will ich eigentlich hinaus?

Was sollte dies einem gläubigen Menschen sagen?
Eben das man nicht nur sein Weltbild und damit verbunden das Selbstbild über den Menschen allein aus der Bibel beziehen sollte.
Im Gegenteil - der Mensch darf sich weiterentwickeln in seiner Selbstsicht. Und mit dem Menschen die Religion - aber umgekehrt, wenn die Religion nur Einfluss auf den Menschen nimmt, man keine Weiterentwicklungen in der Religion zulassen würde, dann bewegen wir uns in einem fundamentalistischen Glauben.

"Eine Religion sollte für den Menschen da sein, aber nicht der Mensch für die Religion."

- R.Franz


Das Evangelium, die Lehraussagen welche aus dem Wirken und Lehren der Person Jesus Christus entstanden sind, sind dagegen das, was in der Christenheit immer aktuell war und auch bleiben wird.
 

Wozu die Bibel?
 

Wenn ich mich also mit der Bibel beschäftige, dann darf ich mich fragen wozu diese 66 (mit den so genannten „Apokryphen“ einiges mehr) Schriftstücke so zusammen getragen wurden, so wie ich sie heute vorfinde, wo ich dann vermuten kann, das hier das bereits erwähnte Bemühen der Gläubigen nachsagen kann, eine Kanonzität um die Figur Jesu Christi herum zu bilden.
 

Diese Bücher wurden deshalb zusammengestellt, weil sie zusammen genommen zur Glaubensfindung an den Sohn Gottes beitragen können.
Aber genau hier, hinter dieser Auslegbarkeit auf den „Sohn Gottes“ hin, sollte man einen Punkt machen. 

Gottes „geschriebenes Wort“ sollte also nur zu Gottes „lebendigem Wort“ (eine biblische Bezeichnung für Jesus) führen - das sollte ein Hauptanliegen des Christen sein wenn er in der Bibel liest, das er sie mit als einen Einfluss für seinen Glauben an Jesus Christus nimmt, durch den der himmlische Vater geehrt werden darf.


Soviel also zu dem Hauptzweck der Bibel.

 

Was jedoch alles andere angeht, die Wertvorstellungen und Geschichten alter Zeiten, die Praxis in den ersten Gemeinden, darf kritisch betrachtet werden, getreu dem biblischen Motto: „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest.“ 1.Thessalonicher 5, 21; Elberfelder.
 

Der Mensch und die christliche Religion haben sich weiterentwickelt, ganz ohne Frage – die Bibel jedoch nicht, weil sie ein festgeschriebenes Buch ist, was sie vom Menschsein unterscheidet. Aber der Mensch lebt und darf sich weiterentwickeln, sich Wissen aneignen, gerade weil er die gottgegebenen Fähigkeiten des dazu-lernens besitzt.
 

Die Bibel besitzt an sich, von den Grundmotiven ihrer Autoren her, kaum eine Existenzberechtigung, wenn ich nur danach gehen würde, dass diese Schreiber sich einer zukünftigen Einfügung in einer Bibel sich gar nicht gewahr sein konnten.


Da es jedoch Menschen gegeben hat, die beim Lesen dieses Buches für sich einen Zugang zum Glauben gefunden haben, oder zu Gott selber, er Dinge finden wird, die es Wert sind zu glauben oder die er auf seinen Alltag übrtragen kann, wird es auf vielen anderen Ebenen für einen Gläubigen immer eine Grund geben, weshalb er dieses Buch schätzen wird.

 

Jeder gläubige Christ, der durch die Bibel zum Glauben gefunden hat, ist eine Existenzberech-tigung für dieses Buch.
 

Aber ist die Bibel nun das „Wort Gottes“?
 

Diesen ursprünglichen Zweck ihrer Zusammenstellung durch die Vorgabe das dieses Buch in seiner Gesamtheit das „Wort Gottes“ sei, zu überschreiten, dies unumstößlich für alle Christen, ist jedoch m.E. problematisch. Dies wäre ein Zwang.
 

Wenn es auch menschlich nachvollziehbar ist, das viele Christen heute dennoch für sich in der Bibel eine göttliche Fügung sehen, was in Verbindung mit dem „heiligen Geist“ geschieht, den persönlichen Eindruck das Gott durch einen Vers ihn persönlich anspricht, dann habe ich nicht das Recht mir darüber das „Maul zu verbiegen“.


Und wie schon gesagt, habe ich nichts gegen diesen persönlich empfundenen Eindruck, der persönlichen Beimessung an göttlicher Autorität, wenn der Gläubige wirklich von alleine diesem Empfinden nachgeht – jedoch sollte es bei dieser natürlich gewachsenen Meinung bleiben.
 

Denn das Problem ist sonst die Übertragung, mit der auf jemand anderen dieser einst persönliche Eindruck weitergegeben wird.
Klar kann man begeistert sein, aber diese Begeisterung ist nicht wirklich hilfreich, denn der Mensch gegenüber besitzt wahrscheinlich nicht dieses Empfinden, das die Bibel „Gottes Wort“ ist, bzw. das „Gottes Geist“ durch dieses Buch in sein Leben hinein spricht.


Es ihm einzureden ist ebenso wenig sinnvoll, da es dann ein übertragener Eindruck ist, aber zu dem wäre er dann nicht selber gelangt – die Fremdübertragung einer subjektiven Empfindung in der Frage nach einer „göttlichen Autorität“ ist daher immer fraglich.
 

„Gott zieht den Menschen“ - was soll ich da Thesen aufstellen, die Gott selbst nie formuliert hat? Wieso soll ich jemanden meine Sicht aufdrängen, wenn es ihm nicht hilfreich wäre, da es für so einen immer besser wäre, selber zu dieser Sicht zu gelangen...?


Wenn man nur mit Übertragungen arbeitet, wie kann dann „Gott den Menschen ziehen“? 

Klar kann man an Gott glauben, dies aufgrund eigener Rückschlüsse und im Vertrauen auf andere Gläubige.

Der biblische Glaube ist aber der, das man Gott selber erlebt, durch heiligen Geist. Wer Gott nie persönlich erlebt hat, der hat nur einen theoretischen Glauben. Das wirklich spirituelle Erlebnis, das Gott im Leben des Gläubigen interagiert, betrachte ich als ein persönliches Geschenk, welches mir auch nur gegeben wurde... doch das ist ein anderes Thema.
 

Wenn du für dich also sagen kannst, das die Bibel Gottes (geschriebenes) Wort ist, dies aufgrund einer persönlichen Geschichte und Erfahrungen mit diesem Buch, dann hast du eine super Grundlage dafür.

Doch ein "ich glaube das die bibel Gottes Wort ist weil ich mit JZ ein Buch studiert habe wo das drin steht ...", ist bei weitem nicht dasselbe.

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Nicht so der „Sklave“.

Seine Methodik sieht es vor, sogar diese Empfindungen vorzugeben, bzw. zu übertragen.
 

Kann die Bibel sich selber bestätigen?
 

Der Bibel-Kundige mag einwenden, das die Bibel in 2.Timotheus 3,16-17 doch sehr wohl ihre eigene „göttliche Autorität“ bestätigt.
 

Im Sinne der Glaubensfreiheit darf man dies natürlich so begründen und glauben, aber in 2.Timotheus ist nicht von der Bibel die Rede. Denn damals gab es sie noch nicht.

Und auch hier treibe ich es aus rhetorischen Gründen auf die Spitze, aber auch wieder nur um ein paar Fakten zu verdeutlichen.

 

Jeglicher Bibelvers, welcher dem Anschein nach auf die Bibel auslegbar wäre, kann sich gar nicht um einen solchen handeln welcher die Bibel betrachtet, da die Bibel in ihrer Zusammenstellung erst ein paar Jahrhunderte später vollzogen wurde, von der selbst der damalige Apostel nichts wissen konnte.

Er hatte nun mal keinen Einfluss darauf, welche Bücher, Briefe und Psalmen überhaupt mit in die Büchersammlung eingereiht wurden.

Der damalige Jude im NT hat sich ebenso wenig auf die Bibel, auf das was wir heute so benennen, beziehen können. Das, worauf man sich zu Zeiten des NT bezog, das waren „das Gesetz und die Propheten“ (Lukas. 24, 44; Apostelgeschichte 24, 14; 28,23), aber das war nicht die „Bibel“, nicht das was wir heute unter diesen Begriff verstehen.


Die Bibel kann an keiner einzigen Stelle ein Zeugnis über sich selber ablegen - aber das ist ja auch nicht der Grund weshalb sie so zusammengestellt wurde, wie sie ist.
 

Ob sie aber als „Gottes Wort“ verstanden werden sollte oder nicht, sollte jedoch einzig das Ergebnis einer persönlichen Bewertung sein, niemals die Übernahme einer Lehrvorgabe oder einer emotionalen Übertragung.

 

Es sollte eine rein subjektiv erlebbare Sicht sein, weil man persönlich zu erleben glaubt, das Gott selbst zu einem durch dieses Buch spricht. Durch heiligen Geist. Denn dann spricht Gott persönlich durch dieses Buch zum Gläubigen. Denn genau das macht sie zu Gottes Wort - die persönliche Interaktion zwischen den Leser und Gott, der sich gnädig den Menschen zuwendet...
 

-

Wieso also ein Bibelfundamentalismus bei den ZJ?
 

Kurzer Rückblick:

Die Bibel enthält, wenn auch nur sehr wenige, tatsächliche Widersprüche.

Die Bibel ist nicht immer aktuell, da sie auch Werte beinhaltet die selbst für Christen von heute nicht mehr zeitgemäß sind.

Die Bibel kann sich nicht selber als Büchersammlung bestätigen, denn keiner der Schreiber.

U.a.

Der „Sklave“ der ZJ setzt entgegen solcher simplem Überlegungen darauf, dennoch einen Bibelfundamentalismus nachzugehen, da so die Bibel als ein Werkzeug gebraucht werden kann, aus der Aussagen so verwendet und ausgelegt werden können, das die ZJ aufgrund der auferlegten „göttlichen Autorität“ des „Sklaven“, Dinge tun und glauben muss, die ansonsten kein Christ auf Erden ausleben würde.


Dabei verwendet der „Sklave“ die Bibel nach eigenen Gutdünken, was u.a an einem markanten Beispiel hier im Kapitel noch belegt wird. Diesem Gutdünken sind die ZJ aufgrund ihrer eingegangenen Verpflichtung der „Organisation Jehovas“ gegenüber ausgeliefert, ohne Aussicht darauf, das berechtigte Kritik oder das Aussprechen einer abweichenden Meinung jemals von Erfolg gekrönt sein könnte.


Doch was wäre das Gegenteil von willkürlicher Bibelauslegung? Das wäre eine auf sinnvollen Methoden basierende Bibelauslegung, welche hier noch mit vorgestellt wird.
 

4.3. Das „Paradies auf Erden“ - Beispiel einer „Bibelauslegung“ des „Sklaven“
- zwecks Verdängung des Weiterlebens nach dem Tode für die Gläubigen.

Das die Christenheit in gewisser Weise auch an ein zukünftiges Paradies glaubt, darüber habe ich ->hier einiges aufgezeichnet.

Das aber die Gläubigen Christen nicht vorab in den himmelkommen sollen, sondern von den toten auferweckt werden umin Paradies zu ein,

Vorab was zur himmlischen Hoffnung, an die indirekt auch JZ glauben.

Es gibt eigentlich dutzende Bibelverse welche für gläubige Christen von einer himmlischen Hoffnung sprechen. Diese muss ich nicht anfügen, denn ebenso indirekt wendet ein JZ sie ja auch einen gringen Teil seiner Mitgeschwister zu. Die eigentliche Problematik ist:

nur auf die „144.000“ „geistigen Juden“ ausgelegt, wobei Jesus selber nie von einer zweiten Art der Hoffnung gesprochen hat. Auch nicht als er von den „zwei Herden“ sprach, der kleinen und der großen Herde (Joh. 10,16). Hier konnte er nur die Juden als kleine Gruppe und die große Summe der Heiden gemeint haben, die in seinen Namen nochgerettet werden würden.

Im Grunde ist seid der Bekehrung des Saulus zum Paulus, von nichts anderen die Rede.

Jesus sagte auch mit diesem Bild der zwei Herden nicht, das eine Herde über die andere Herde regieren würde, sondern er wollte damit sagen, das Juden und Heiden vereint unter ihm als Hirte nur eine Herde sein würden.

Als Jesus von der kleinen und der großen Herde sprach, sagte er nichts darüber das die kleine Herde (144.000) über die große Herde (große Volksmenge) regieren würde, sondern sie würden vielmehr EINE HERDE sein, unter EINEM HIRTEN. (Johannes 10, 16).


Jehovas Zeugen glauben jedoch das die Bedeutung des von Jesus gepredigten „Königreiches“ die Hoffnung auf das „Paradies auf Erden“ beinhaltet – dies nach dem „Strafgericht Gottes“ („Harmagedon“).
 

Für einen solch erfolgreich indoktrinierten Menschen kann es nur das ewige Leben im „Paradies auf Erden“ geben. Es sei denn man ist ein eher selteneres Vorkommnis in dieser Gruppierung, ein so genannter „gesalbter Christ“, oder einfach „Gesalbter“, auch ein „Mitsklave“ der „Sklavenklasse“ oder „Mitglied der kleinen Herde“ genannt - ohne jedoch in der Kirchenführung mitwirken zu können - jemand vom „gesalbten Überrest der 144.000“, der dann in den Himmel kommt, um über die „Anbeter Jehovas“ zu regieren.
Ansonsten jedoch zählt die „irdische Hoffnung“ ewig zu Leben, ohne Angst, in einem schönen weltweiten Garten in dem es keine schlechten Menschen gibt – das „Paradies auf Erden“.

 

Die jüdische Sicht: Als Jesus zu dem Mann der zusammen mit ihm auf
Golgatha hingerichtet wurde sagte, dass er mit ihm im Paradies sein würde, hat er damit die damalige Ansicht von der Weiterexistenz als Geist im Totenreich geredet, so wie sie sich auch in den jüdischen Fabeln wieder-spiegelten, was Jesus in einem seiner Geschichten aufgreift (Lukas 6, 19-31).

 

Tatsächlich gibt es im jüdischen Glauben, selbst heute nicht, kein festes
Glaubensbild, wie das Leben nach der Auferstehung/Himmelfahrt
aussehen könnte – ein Jude wäre also überrascht, wenn hier mit diesen
Versen welche der „Sklave“ mit aus seinem im wohlbekannten AT zitiert
werden, wie es die LK und damit die ZJ „lehren“, er plötzlich etwas von
einem „Paradies auf Erden“ hören würde.

 

Übrigens:

Die Bibel selber liefert vielmehr den Hinweis, dass Abraham seine Hoffnung sehr wohl auf eine himmlische Stadt richtete (Hebräer 11,8-10 – siehe auch Matthäus 8, 11).
Wie kommt es daher, oder wie wird dieses Bild vom Paradies aufgebaut,
an das der ZJ glaubt, dass dies biblisch sei?
Die Wörter „Paradies“ und „Erde“ kommen in keiner Bibel der Welt innerhalb eines Verses vor. Die einzige Verbindung zwischen dem„Garten Eden“ und dem „Paradies“ aus dem Neuen Testament besteht darin, dass es in diesen „Bäume des Lebens“ geben soll.

 

Im NT stehen diese jedoch in Gottes Gegenwart (Offenbarung 22). In der Wachtturmliteratur kommt der Schriftlaut „im Paradies auf Erden“ dafür mehrere hundertmal vor. Gibt es eine Grundlage zu dieser Hermeneutik?
 

.....Millionen Christen dagegen kommen nur mit ihrer Bibel aus für ihren Glauben. 

4.4. Eine vernünftige Exegese?
 

In der Frage wieso die die ZJ etwas an sich nicht gegebenes glauben, habe ich an dieser Stelle es für nötig empfunden, etwas über eine sinnvolle Ergründung eines biblischen Glaubens zu schreiben.
Es ist innerhalb der Kirchen, jenen, welche eine christliche Theologie aufstellen, allgemein üblich und bekannt, dass man eine Bibelauslegung nach gewissen Regeln vornehmen sollte.


Abgesehen von den christlichen Gruppierungen, welche intern eine fundamentalistische Auslegung der Bibel befürworten, um ihre Mitglieder zu suggerieren, das nur sie die Bibel als „Gottes Wort“ „richtig“ umsetzen würden – der Zweck liegt m.E. dann jeweils in der Mitgliederbindung, genauso wie bei den Zeugen Jehovas auch.
 

Jedoch gibt es Dinge, denen man bei der Erstellung einer Exegese Beachtung schenken sollte, welche mehr eine wissenschaftliche Vorgehensweise darstellt, die über den Wunsch hinaus geht die Bibel lediglich im privaten Rahmen autodidaktisch verstehen zu wollen, eine „5-W-Methode“ durchzuführen, oder „induktiv“ vorzugehen.


Das fängt an sich schon bei der Bibelübersetzung an.
Jede Bibelübersetzung für sich, stellt bereits eine Interpretation des
hebräischen und griechischen Grundtextes dar, was einer Auslegung
gleichkommt.

Daher sollte man als „geistliche Führung“ schon hier, aber auch bei der späteren Auslegung einzelner Bibelpassagen aus der eigenen Muttersprache heraus, einige dazu notwendige Regeln beachten, da man ansonsten nach blanker Willkür die Bibel so übersetzen und auslegen könnte wie man wollte.

 

Einer heutigen kirchlichen Führung sollte man es daher zumuten, wenigstens die „historisch-kritische“ Methode der Exegese (Auslegung) einmal für sich nachvollziehbar durchgeführt zu haben und diese Erkenntnisse ihren
Mitgliedern, wenn man schon den Anspruch erhebt, Bibelwissen an die
Mitglieder weiter zu vermitteln, dies aufgrund einer authentischen
Methode, weitergeben zu können.

 

Wobei die „historisch-kritische“ Methode hier nicht negativ im Sinne von Bibelkritikern erfolgt, sondern im Gegenteil: Diese kritische Vorgehensweise, welche auch Raum für Zweifel zulässt, hat im allgemeinen Christentum zu einem noch besseren Verständnis des christlichen Glaubens beigetragen.
 

Zweifel sollte im Leben eines Gläubigen ein Verbündeter sein, welcher ihn demütig wissen lässt, das die persönliche Sichtweise nur das Resultat von dem sein kann, was er persönlich angenommen hat, selber interpretiert wurde, und somit auch Fehler beinhalten kann.


Das trifft genauso auf die Einzelaspekte dieser Methode zu, wie der Textkritik. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht aus dem Grundtext einen biblischen Text zu erstellen der dem Original so nahe wie möglich kommt. Nach bestimmten Regeln werden die Texte der ältesten bekannten Funde miteinander verglichen und sortiert.


Danach wird der Text einer sprachwissenschaftlichen Analyse, aber auch einer Analyse der damaligen Bedeutung von Wörtern unterzogen, dies unter den Mantel der bekannten altertümlichen kulturellen Begebenheiten, sowie den Entwicklungsprozessen dieser damaligen Kulturen.


Z.B. war in biblischen Zeiten nur der ein „Feind“, wenn dieser persönlich jemanden nach dem Leben trachtet – heute wird dieser Begriff weit-reichender verwendet, z.B. im Mobbing, im Dauerstreit mit Nachbarn o.a.
Genauso haben sich im Laufe der Zeit bei vielen weiteren Begrifflichkeiten die Bedeutungen verändert, was man als einfacher Leser ohne Hintergrundwissen nur vermuten kann

(Missverständnisse vorprogrammiert).
 

Fachwissen in der hebräischen und griechischen Sprache sollte man einer Kirchenführung demnach schon zutrauen, um die Entstehung der Bibel, so wie sie heute verfügbar ist, an den Grundtexten nachvollziehen zu können.

Vor allem dann, wenn diese den Anspruch erhebt eine eigene Übersetzung zu veröffentlichen, so wie die Leitende Körperschaft (LK) die „Neue-Welt-Übersetzung“ (NWÜ) als eine eigens erstellte Bibel veröffentlicht hat.
 

Andere christliche Gruppierungen verwenden in der Regel die renomierten Bibeln welche von Bibelinstituten veröffentlicht sind, wo man sich der nöti-gen Sorgfaltspflicht in der Erstellung einer authentischen Bibel bewusst ist.
Bei der Hermeneutik (im Sinne von Auslegung zur Aufstellung einer bib- lischen Theologie) werden dann ebenso auf die gängigen Methoden der Exegese zurückgegriffen.


Die Zusammenstellung des Grundtextes der Bibel, wie er uns heute vorliegt, ist an sich „in festen Tüchern“.
Einerseits erhebt der „Sklave“ den Anspruch, das er sich auf die fertige Zusammenfassung des Grundtextes von Westcroft & Hort zurückgreift, was jetzt hier nur mal das NT der „Neuen-Welt- Übersetzung“ („NWÜ“) betrifft, welche an sich auch als eine anerkannte und wissenschaftlich genaue Umsetzung des Grundtextes
gilt.
 

Jedoch enthält die „NWÜ“ deutliche Unterschiede, nicht nur zu den renommierten Werken, sondern dazu noch deutliche Abweichungen vom Grundtext. Belegende Beispiele findet der Leser im Kapitel 8 auf diesen Seiten.
Aber nicht nur das von Fall zu Fall Eigeninterpretation markanter Bibel- passagen vorgenommen wurden, so stellt der „Sklave“ heraus, das man zusätzlich andere Übersetzungen als „Hilfe“ hinzugenommen hat, wenn es z.B. um die Wiedergabe des Namens „Jehovas“ im NT geht.


Anstatt bei dem an sich gut rekonstruierten Grundtext zu bleiben, wird zusätzlich noch in anderen Bibelübersetzungen „abgeguckt“, wo einmal mehr der Name „Jehova“ oder „JHWH“ im neuen Testament eingesetzt wurde, obwohl unklar ist ob diese anderen Bibelübersetzungen authentisch sind, geschweige ob bei deren Übersetzung überhaupt ein Grundtext eine Rolle gespielt hat.

Auch wird verhehlt, aus welchem Verständnis heraus diese hebräische
Bibeln JHWH einsetzen – denn m.E. kann die Bedeutung des
Tetragammatons „ich bin wer ich bin“, auch auf Jesus ausgelegt werden,
der nun mal einen Teil der Gottheit der Bibel darstellt.


Ohne Jesus wäre der himmlische Vater nicht der himmlische Vater und
somit JHWH nicht JHWH - da wäre es nicht der Gott der Christenheit.
Als Teil der Gottheit hätte Jesus genauso das Anrecht mit JHWH benannt zu werden – daher mein Nachhaken, aus welchen Motiven heraus andere Bibelübersetzungen diesen Titel eingesetzt haben könnten, welche an sich konträr zu den Ansichten eines ZJ verlaufen können.


Doch den ZJ wird gar nicht erst weiter erklärt, womit und aus welchem
Verständnis heraus eine hebräische Übersetzung vom Grundtext abweicht, an die sich aber dann der „Sklave“ für seine NWÜ zu orientieren pflegt.
Das eine an sich gute Zusammenstellung des Grundtextes, wie diese von
Westcroft & Hort nun mal geliefert wurde, dann aber doch innerhalb der
NWÜ zum Zwecke der eigenen Lehrmeinung der LK verändert wurde,
wird noch im Laufe der weiteren Ausführungen dieses Buches immer
wieder mal an konkreten Beispielen verdeutlicht.

Dies u.a. in Form eines konkreten Einblickes in diesen Grundtext selber.
 

Doch noch weitere Regeln sollte man gemäß der „kritisch-
historischen“ Exegese beachten: Es wäre sinnvoll eine Literarkritik
vollzogen zu haben, welche sich bemüht, die inneren
Zusammenhänge des vorliegenden Grundtextes zu prüfen.

 

Die Existenz von doppelt vorkommenden Bibelpassagen, unvereinbaren Gegensätzen, Eigenheiten im Schreibstil und anderen Indizien, lassen erkennen dass manche Bibelbücher zusammengesetzt wurden. Jede Epoche hatte ihre Eigenarten der Ausdrucksweisen, sowie jeweils verschiedene Schwerpunkte ihrer damaligen Interessen.


Aufgrund dessen hat man festgestellt das es Bibelbücher gibt, die von mehreren Schreibern kommen könnten, was etwas über den Grund und der Geschichte der Niederschrift dieser oder jener Passagen folgern lässt.


Eine solche Analyse könnte verhindern, oder ausschließen, das aus einer
längst abgeschlossenen Geschichte, oder der Mittelpunkt eines damals
vorhandenen Interesses (z.B. der Kauf der Höhle wo Abraham seineFrau Sara zur Ruhe legen wollte), eine willkürliche Grundregel, oder ein Grundsatz von heutiger Bedeutung abgeleitet wird, welche eine Bibelpassage an sich nicht liefert. Abgeschlossene Geschichten sind nun mal abgeschlossen (was anderes ist es natürlich wenn man einen Lehrpunkt aus einer Geschichte, z.B. für eine Predigt, hervorheben möchte).


Dann kann/sollte man noch eine Redaktionskritik durchführen. Ähnlich wie bei der Redaktion einer Zeitung, welche Texte verändern mag bevor diese gedruckt werden, so hinterfragt man in der Redaktionskritik gezielt nach den Gründen, wieso solche Änderungen vorgenommen wurden und wie es genau zu diesem Endbild gekommen ist.
Es ist übrigens eine gute und autonome Methode, um gezielt die „NWÜ“ mit anderen Bibeln zu vergleichen, um Rückschlüsse zu ergründen, wieso diese so anders ist als andere.


Diese Methode soll bei passender Gelegenheit auch hier weiter ausgeführt werden. Klar ist, dass die Hermeneutik der LK, mit der Motivation eine Kluft zur allgemeinen Christenheit zu schaffen, dabei mit eine Rolle spielt.
Es verhilft auch mit zur Lösung der Frage, wie und wodurch genau diese Kluft zur übrigen Christenheit gelegt werden soll und was zusätzliche Erwei-terungen in einer „NWÜ“ im inneren Menschen beim ZJ bewirken kann.

 

Denn bei jeglicher bewusst fehlerhafter Darstellung eines Sachverhaltes, handelt es sich um einen Manipulationsversuch, was der Unkundige nicht bemerkt, dann aber ideell und emotional aufnehmen mag.
 

Genauso sollte man eine Analyse der Form von Aussagen und ihren ursprünglichen Zweck (Formgeschichte) vornehmen.
Die „5-W-Methode“ würde dem ziemlich nahe kommen. Wann wurde für wen eine bestimmte Aussage (welche) getroffen und warum?
Es ist die Zweckgerichtete Analyse eines Bibelverses oder einer gesamten Passage, daher auch Formkritik (Frage nach der Form der Passage, ob Psalm, Gebot o.a.) benannt. Das Beachten dieser Methode verhindert, dass ein Bibelvers aus einem anderen Zusammenhang gerissen wird um etwas völlig Themen-fremdes zu untermauern.
Gerade wenn es um die Darstellung der Vorstellungen eines „Sklaven“ über dieses „Paradies auf Erden“ geht.
 

Genauso könnte man dazu noch eine rhetorische Analyse durchführen,
wenn es um biblische Aussagen geht, mit denen man eine Aussage an
die Zielperson übermittelte.
Oder die narrative Analyse, welche erforscht inwieweit der damalige
Leser direkt sich von einer Aussage angesprochen gefühlt haben mag
und welche Gründe es geben kann, wenn mancher Leser von heute sich
genauso angesprochen fühlen könnte.

Die rhetorische und narrative Analyse verhelfen zu persönlichen neuen biblischen Aspekten und seien hier deshalb nur mal der Vollständigkeit zuliebe erwähnt.
 

-
 

Soweit zu den möglichen Methoden, mit der man systematisch die Bibel
ergründen könnte. Doch der „Sklave“ ignoriert diese.

 

Die große Kluft der Zeugen Jehovas zur allgemeinen Christenheit mag also mit darauf beruhen, das in den Anfängen der Bibelforscher (Die Grup-pierung, von der die Zeugen Jehovas sich loslösten) man daranging in einer kleinen autodidaktischen Gruppe die Bibel neu auszulegen, ohne größeres Grundwissen oder ohne eine sinnvolle Methode der Bibelauslegung vorgenommen zu haben.


Die adventistischen Einflüsse welche bei Russel, Gründer und erster
Präsident der Wachtturmgesellschaft (WTG), mitwirkten, waren ebenso
in seiner damaligen Endzeitthematik bemerkbar.
Ich kann sagen, das die Bibelforscher damals, ganz bewusst, eine von der allgemeinen Christenheit abweichenden, neuen Ansatz, eines biblischen Glaubens zu konstruieren suchte – man wollte eine neue Religion gründen.

4.5. Das „Paradies auf Erden“
 

Der Mittelpunkt der christlichen Lehre ist an sich die Gottesversöhnung durch die Sündenvergebung aufgrund Jesu Wirken am Kreuz.
Wieso wird dieses in einem Bibelstudium mit ZJ nicht als erstes
erwähnt?

 

Mit der Darstellung des „Paradies auf Erden“ verhält es sich nun erst
mal wie folgt; WTG-Buch "Was lehrt die Bibel wirklich?", Seiten 4 & 5:
"Die Bibel lehrt, dass Gott für große Veränderungen auf der Erde sorgen wird"
(Es folgen Bibelzitate aus der NWÜ (NT = Neues Testament; AT =
Altes Testament), wo gezeichnete Bilder zeigen wie die sich erfüllen
sollen.)


(NT) - Offenbarung 21: 4: „Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein.“
Abbildung 1: Mann, alt, mit Gehhilfe.
Abb.2: Derselbe Mann, als jung dargestellt.
(AT) - Jesaja 35: 6 „Der Lahme wird klettern wie ein Hirsch.“
Abb.1: Kleines Mädchen, erst im Rollstuhl
Abb.2: Kind wieder durch die Gegend rennend.
Gleiches Kapitel Vers 5 „Die Augen der Blinden werden geöffnet“
Abb.1: Blinder Mann
Abb.2: Freudestrahlend, das er wieder sehen kann.
(NT) - Johannes 5: 28-29 „Alle, die in den Gedächtnisgrüften
sind, werden herauskommen“
Abb.1: Ein Friedhof
Abb.2: Eine Frau welche sich freut (wieder am Leben zu sein?).
(AT) - Jesaja 33: 24 „Kein Bewohner wird sagen: ‚Ich bin
krank’ “

Abb.1: Eltern stehen weinend neben den Krankenbett ihres kleinen
Sohnes
Abb.2: Glückliche Familie, weil der Sohn wieder gesund ist.
(AT) Psalm 72: 16 „Es wird Fülle an Getreide geben auf der Erde“
- Abb.: Ein Weizenfeld.

Im Prinzip wird es im "Bibelkurs Glücklich - für immer" genauso gehandhabt.

 

Die Gründe für die Darstellung von emotionsgeladenen Bildern wurden
bereits im vorigen Kapitel betrachtet, es gilt Menschen in ihren Befindlichkeiten abzuholen, um sie dann noch weiter beeinflussen zu können.

Anmerkung zu den Bibelversen:
 

Bewusst wurden Zitate aus dem alten Testament und dem neuen Testament zusammengeführt, um diese Lehre des „Paradieses auf Erden“ zu „untermauern“. Ein ZJ empfindet dabei eine Bestätigung der gesamten Bibel für diese „Hoffnung“.


Aber weder im Alten Testament (AT) noch im Neuen Testament (NT)
wird für den Menschen diese so in dieser Form dargestellt - der aufmerksame Leser und Kenner der Materie hat längst bemerkt, dass einzelne Bibelzitate hier völlig aus dem ursprünglichen Zusammenhang gerissen wurden, um ein Gesamtbild zu erzeugen, welches so in der Form nirgends in der Bibel zu finden ist.


Gerade die Verse aus dem AT sind der Botschaft fern, wenn man nur mal exemplarisch den Psalm 72, 16 nimmt, welcher Salomo gewidmet ist, den Gott segnete weil er sich für die Weisheit als Geschenk entschied (1.Könige 3, 4-12). Letztlich gibt der Psalm 72 dennoch Gott die Ehre, für Gottes damaliges Tun an Salomo.


 

 

 

 

Nicht jeder durchschaut einen guten Zaubertrick.

Genauso wie nicht jeder durchschaut wie die Wachtturmgesellschaft

beliebig unredlich mit der Bibel umgeht.

Mit einer zukünftigen Hoffnung hat dieser Psalm also gar nichts zu tun.
Doch dass die Bibel an dieser Stelle zweckentfremdet wird, um zu
zeigen das es im Paradies genug zu essen geben soll, wird der „Neuling
der Bibelkunde“ erst mal gar nicht merken. Genug zu essen hatte es
unter der Herrschaft Salomos, so der Psalm, aber das war es auch schon.

 

Genauso verhält es sich mit den Texten aus Jesaja 35, 6, wo es sich um
eine Prophezeiung an die Israeliten in der babylonischen Gefangenschaft von vor über 2000 Jahren handelte.
Enorm ist, dass selbst der Studierende der hier mit dem Interessierten
diese Texte durchgehen mag, nicht merkt, das Jesaja hier nicht ein
„Paradies auf Erden“, nach Harmagedon, gemeint haben kann.

Ein ZJ, der sich angeblich „gut“ in der Bibel auskennt (für manche Menschen ist es wirklich beeindruckend, wie schnell die etwas in der Bibel finden können), wird eben nicht beigebracht eine Zweckgerichtete Analyse einer Bibelpassage vorzunehmen.
 

„Ergebnisse“ oder „Bibelwissen“ und die daraus resultierenden Interpretationen, werden von der LK vorgegeben.
Ein eigenständiges Erforschen der Bibel und das erstellen eigener Gedanken, geschweige einen freien Austausch solcher Überlegungen mit Gleich-Interessierten anzustreben, wäre eine „Missachtung“ des „von Jesus eingesetzten Sklaven“.


Man würde sogar einen Ausschluss aus der Gruppierung riskieren, wenn man dann eigene Ansichten verbreitet, die gegen die aktuellen Lehren des Sklaven sprechen.
 

Kurioserweise beschreibt ein Bibellexikon der WTG dagegen sehr klar und deutlich was es mit diesem Vers aus Jesaja 35,6 in seinem Ursprung auf sich hat. Auf eine „geistige“ Bedeutung wird hingewiesen. WTG-Buch „Einsichten in die heilige Schrift“ Band 2, S.155:
 

„Als Jehova die Wiederherstellung seines Volkes voraussagte, verhieß er, daß er es stärken werde, damit es Babylon verlassen und die gefährliche Reise zurück nach dem verwüsteten Jerusalem unternehmen könnte. Geistige
Lahmheit,
Zögern oder Unentschlossenheit würde beseitigt werden. Durch den Propheten Jesaja ermutigte Gott sein Volk mit den Worten: „Zu jener Zeit wird der Lahme klettern wie ein Hirsch“ (Jes 35:6). Gottes Nation hatte gehinkt und war gestürzt, indem sie in Gefangenschaft geraten war. Doch „an jenem Tag“, sagte Jehova, „will ich sammeln, was hinkte . . . Und ich werde, was hinkte, gewiß zu einem Überrest machen und, was weit entfernt war, zu einer mächtigen Nation“ (Mi 4:6, 7; Ze 3:19).“


Genauso verhält es sich mit Jesaja 33, 24. Auch hier gibt man zu, das es sich eigentlich um eine Prophezeiung an das damalige Volk Israel handelt, welche nicht wortwörtlich zu verstehen sei, sondern geistig.
 

WTG-Buch „Jesaja-Buch,Band 1“, S.352:
„Dieser Teil der Prophezeiung Jesajas schließt mit einer herzerfreuenden Verheißung: „Kein Bewohner wird sagen: ‚Ich bin krank.‘ Dem Volk, das in dem Land wohnt, wird sein Vergehen verziehen sein“ (Jesaja 33:24). Bei der Krankheit, von der Jesaja spricht, handelt es sich vor allem um eine geistige, denn sie steht mit Sünde oder „Vergehen“ in Zusammenhang. Diese Worte
beziehen sich in erster Linie darauf, dass Jehova verspricht, die Nation werde nach ihrer Befreiung aus der Babylonischen Gefangenschaft geistig geheilt werden
(Jesaja 35:5, 6; Jeremia 33:6; vergleiche Psalm 103:1-5). Nachdem den zurückkehrenden Juden ihre früheren Sünden vergeben worden sind, werden sie in Jerusalem die reine Anbetung wiederherstellen.“

 

Während Jesaja, in Kapitel 33,24 & 35,5-6 eigentlich über die geistige Herstellung Jerusalems spricht, werden diese Zitate so dargestellt als wenn sie was mit dem "Paradies auf Erden" zu tun haben würden.

Ist dies etwa ein redlicher Umgang mit der Bibel?

Würde jemand gezielt nach dem Grund fragen, wieso es denn in besagten Passagen einen Bezug zu einem „kommenden buchstäblichen Paradies“ geben soll, obwohl die geistige Auslegung hier nun mal vordergründig erklärt wird, so würde ein geschulter ZJ sagen, dass es jeweils eine „größere Erfüllung“ dieser Prophezeiung noch ausbleibt.
 

Fragt man welche Grundlage es zu dieser Annahme gibt, oder welche biblische Aussage es vermuten lässt, das eine Prophezeiung an das damalige Israel eine größere Erfüllung haben soll, dann auch noch als ein „Paradies auf Erden“, so wird man dies allein mit der Bibel nicht mehr begründen können.
 

Das hat etwas damit zu tun, das es eine ganze Reihe fehlinterpretationn getätigt wurden, weil man sich 1914 nicht eingestehen wollte das Russel damals mit seinen Erwartungen, das Jesus mit der himlischen Regierung auf der Erde aufräumen würde, zugab falsch zu liegen.

Darüber kommt demnächst ein eigener Artikel, wo hier schon mal einpaar Notizen zu finden sind

 

Statt dessen sagte man das Jesus 1919 lediglich im Himmel regiert (was Christen schon seid Jesu Himmelfahrt glauben - siehe Matth. 28, 18).

Man ging als damals noch kleine Gruppe davon aus zu einem "geistigen Israel" zu gehören, welche in der Offenbarung angeblich mit 144.000 benannt werden - so eine Bezeichnung gibt es allerdings nicht in der Bibel für diese Gruppierung.

Das aber bereits die 144.000 aus den damaligen natürlichen Juden versiegelt waren und die Ersternte an Israel abgeschlosssen war, so das Paulus bereits den Heidennationen predigen konnte, auch das wird von der Wachtturmgesellschaft umgedeutet, nur um nicht zugeben zu wollen zu 1914 einen Fehler gemacht zu haben.

Sie befürchten anscheinend, das man eine Menge Mitglieder verlieren würde, wenn man diesen Fehler zugeben würde.

So kommt es, das diese Prophezeiungen aus Jesaja 33 und 35 auf sich als Gruppierung angewendet werden, weil man sich als eliteres "geistiges Israel betrachtet" und sagt, weil heutige Juden glauben das es für Jesaja 33 und 35 eine größere Erfüllung für die Nation Israel geben würde, man postulieren könne (wieso Juden dies glauben werde ich bei Gelegenheit noch recherchieren), das diese Erwartungen falsch seien, sondern allein auf das geistige Israel der Jehovas Zeugen zuträfe, welches dann über das Paradies auf Erden herrschen würde.

Hier einige ergänzende Erklärungen von der HP der ZJ:

 

Dieser Bibelvers wird, obwohl die Zweckentfremdung offensichtlich ist,als ein „immer gültiger Grundsatz“ angeführt, dies, obwohl derSchreiber einer solchen Handhabe selber nie nachgegangen ist.Ein Kenner des Römerbriefes weiß dagegen um den Kontext diesesVerses, wo es den Schreiber um einen Bezug zu den Psalmen alsProphezeiungen auf Jesus bezogen geht, welcher ebenso die Heidenin den Heilsplan Gottes mit einbezieht. Doch in der Wachtturm-Literatur findet Römer 15, 4 auch dann Anwendung, selbst wenn esoffensichtlich ist, das dieser Vers nur deshalb zweckentfremdet wird,um eine "biblische Grundlage" bieten zu wollen, um andere Verseebenso unpopunisiert verwenden zu können – fernab jeglichvernünftigen Vorgehensweisen...Aber ansonsten ist so etwas eine unbegründete Willkür seitens des“Sklavens“, welche der ZJ auch nur so weitergibt.Es ist eine logische Folge der inneren Unterwerfung zu einer LK,von der er glaubt das diese von „Jesus eingesetzten Männer“ es ebenbesser wüssten...Eine eigens durchgeführte Literarkritik an diesen Passagen würdeden Studierenden klar ersichtlich machen, das die Passagen ausJesaja eben keine größere Erfüllung beinhalten und von daher auchjede Behauptung in diese Richtung willkürlicher Natur sind.Ein für sich bestehender Sachverhalt bleibt eben ein solcher.Doch dieses „Paradies auf Erden“ wird ja nicht erst seid 2005gelehrt. Sehr ausführlich, aber genauso irreführend, wurde es auchim „Erkenntnisbuch“ vermittelt; Kap.1, S.9-10:„Krankheit, Alter und Tod wird es nicht mehr geben. „Zu jenerZeit werden die Augen der Blinden geöffnet, und die Ohren derTauben, sie werden aufgetan. Zu jener Zeit wird der Lahmeklettern wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wirdjubeln“ (Jesaja 35:5,6). „Gott selbst wird bei ihnen [denMenschen] sein. Und er wird jede Träne von ihren Augenabwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wirdTrauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früherenDinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:3, 4)...Verbrechen, Gewalttätigkeit und Bosheit werden für immerbeseitigt sein. „Die Übeltäter, sie werden weggetilgt, . . . nurnoch eine kleine Weile, und der Böse wird nicht mehr sein; . . .er wird nicht dasein. Die Sanftmütigen aber werden die Erdebesitzen“ (Psalm 37:9-11). „Was die Bösen betrifft, von der Erdewerden sie weggetilgt; und die Treulosen, sie werden davonweggerissen“ (Sprüche 2:22)...Weltweit wird Frieden herrschen. „Kriege läßt er [Gott] aufhörenbis an das äußerste Ende der Erde. Den Bogen zerbricht er, undden Speer zersplittert er“ (Psalm 46:9). „Der Gerechte [wird]sprossen und Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist“(Psalm 72:7)...Es wird sichere Wohnverhältnisse und befriedigende Arbeitgeben. „Sie werden gewiß Häuser bauen und sie bewohnen . . .Sie werden nicht bauen und ein anderer es bewohnen; siewerden nicht pflanzen und ein anderer essen. Denn gleich denTagen eines Baumes werden die Tage meines Volkes sein; unddas Werk ihrer eigenen Hände werden meine Auserwähltenverbrauchen. Sie werden sich nicht umsonst abmühen, nochwerden sie zur Bestürzung gebären“ (Jesaja 65:21-23)...Gesunde Nahrungsmittel werden im Überfluß vorhanden sein.„Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben; auf dem Gipfelder Berge wird Überfluß sein“ (Psalm 72:16). „Die Erde selbstwird bestimmt ihren Ertrag geben; Gott, unser Gott, wird unssegnen“ (Psalm 67:6)...Es wird wunderbar sein, ewig auf der paradiesischen Erde zuleben. „Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und siewerden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37:29). „Die Wildnisund die wasserlose Gegend werden frohlocken, und dieWüstenebene wird voller Freude sein und blühen wie der Safran“(Jesaja 35:1).“Auch hier findet die Exkursion querfeldein durch die verschiedenstenAussagen der Bibel statt, wo zweckentfremdete Verse ein Gesamtbildvon diesem „Paradies auf Erden“ prägen sollen. Hier in diesenAnführungen sollte man nun der Vollständigkeit halber auch diesesBuch erwähnen: „Paradiesbuch“; S.10-14 (die schönen Bilder vom„Paradies auf Erden“ muss sich hier der Leser gedanklich selbstausmalen):„Sieh dir die folgenden Seiten an. Was für ein Leben führendiese Menschen? Wärst du gern unter ihnen? Natürlich, wirstdu sagen. Wie glücklich und jugendlich sie aussehen! Würdestdu es glauben, wenn dir jemand erklärte, diese Leute seienschon jahrtausendealt? Wie uns die Bibel sagt, werden dieAlten wieder jung, die Kranken wieder gesund und dieGelähmten, Blinden, Tauben und Stummen von ihrenBehinderungen geheilt werden. Als Jesus Christus auf derErde lebte, heilte er oft Kranke durch ein Wunder. Dadurchzeigte er, wie in der herrlichen Zeit, die nicht mehr fern ist, alleLebenden zu vollkommener Gesundheit gelangen werden(Hiob 33:25; Jesaja 33:24; 35:5, 6; Matthäus 15:30, 31)...Sieh nur, welch eine liebliche Wohnstätte dies ist! Wie Christusverhieß, ist es wirklich ein Paradies, ähnlich wie das, das denungehorsamen ersten Menschen verlorenging (Lukas 23:43).Und achte auf den Frieden und die Eintracht, die dortherrschen. Menschen aller Rassen leben wie eine Familiezusammen. Sogar die Tiere sind friedlich. Siehst du das Kind,das mit dem Löwen spielt? Aber es besteht kein Grund zurBeunruhigung. Der Schöpfer erklärt: „Beim Böcklein wirdselbst der Leopard lagern, und das Kalb und der mähnigejunge Löwe und das wohlgenährte Tier, alle beieinander; undein noch kleiner Knabe wird sie führen. . . . Und selbst derLöwe wird Stroh fressen so wie der Stier. Und der Säuglingwird gewißlich auf dem Loche der Kobra spielen“ (Jesaja 11:6-9)...In dem Paradies, das Gott dem Menschen geben will, wirdman allen Grund haben, glücklich zu sein. Die Erde wird eineFülle guter Nahrung hervorbringen. Keiner wird je wiederhungern (Psalm 72:16; 67:6). Kriege, Verbrechen,Gewalttätigkeit, ja sogar Haß und Selbstsucht werdenvergangen sein — für immer! (Psalm 46:8, 9; 37:9-11). Glaubstdu, daß das alles möglich ist? ...Überlege einmal: Würdest du nicht allem, worunter dieMenschen leiden, ein Ende machen, wenn du die Macht dazuhättest? Würdest du nicht Zustände herbeiführen, nach denensich der Mensch sehnt? Natürlich! Und genau das wird unserliebevoller himmlischer Vater tun. Er wird für unsere Bedürfnissesorgen, denn in Psalm 145:16 heißt es über ihn: „Du öffnestdeine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden.“ Dochwann wird er das tun?“Ich darf also feststellen, dass bewusst Bibe-Zitate aus dem Kontextgerissen werden, um eine Zukunftsvision zu konstruieren, was das„Paradies auf Erden“ nun mal darstellen soll.Genauso könnte man aus Teilen alter Fotos ein neues Bild konstruierenund behaupten dass dieses Bild „das echte“ sei, weil es dieselbeGrundlage habe, aus denen es konstruiert wurde...Was fehlt, das wird dann selber hinzu gemalt - hier wird mehr drumherum geredet als wie es die Bibelverse hergeben.Emotional fühlbares soll als erreichbar in Aussicht gestellt werden...Für einen Bibelgelehrten würde dieses Vorgehen ein ganz klarer Verstoßgegen die Formkritik bedeuten, einer fahrlässigen Nichtbeachtung derzweckgerichteten Analyse von Bibelaussagen.Sieht so ein authentisches „Bibelstudium“ aus?Vor allem wenn man so „querfeldein“ vorgeht?Würde man nach dem tatsächlichen Endbild der Bibel fragen, so würdeman feststellen dass das Wesentliche fehlt: Das „himmlischeJerusalem“, in welches Juden (die „144.000“) und Menschen die sichauf den neuen Bund eingelassen haben (die „große Volksmenge“)gleichermaßen mit Gott zusammen wohnen, würde auf die Erde herabkommen. Gott will persönlich bei den Menschen wohnen, dies in alleEwigkeit. Dies nur mal, wie es das Bibelbuch „Offenbarung“ in seinenletzten Kapiteln beschreibt.4.6. Warum ein „Paradies auf Erden“?An sich besitzt die Bibel also bereits ein konkretes Endbild.Man dürfte als „Studierender“ sich schon fragen, wieso nicht einfach dieOffenbarung rezitiert wird...?Warum werden völlig externe Bibelverse verwendet, um solch einanderes „schönes Endbild“ zu konstruieren, welches dann auch nochunvollständig ist?Ich darf also schlussfolgern, dass das Endbild der Offenbarung, unddamit das der Bibel, nicht dem Konzept des „Sklaven“ entspricht.Wieso ein Konzept und welches?Eines ist sicher:

 

 

 

 

Bei den oben angeführten und sicherlich sinnvollen Methoden zur Exegese muss man sagen, das diese eigentlich schon seid geraumerZeit, fast zwei  Jahrhunderten, bekannt sind – so lange gibt es bei weitem noch keine Wachtturmgesellschaft.

 

Ich nehme daher an, dassdiese einfachen Regeln seitens der LK absichtlich ignoriert und zum großen Teil bewusst gebeugt werden, was sich ja letztlich in derabweichenden Hermeneutik manifestiert.

Ich kann gar nicht anders als schlussfolgern, dass diese„unorthodoxe“ Darstellung des „Paradies auf Erdens“ einen Zweckverfolgt und einem bewusst neu gewählten Konzept einer neuentworfenen Hoffnung einer ebenso neuen, „christlich“ anmutenden, Religion entspringt. Ein (Selbst-) Zweck wurde bereits im Kapitel 3 behandelt:

 

Der Versuch, Menschen in ihren unbewussten Wünschenanzusprechen.

Und sicherlich spricht diese inhaltliche Erweiterung mit der dieses„Paradies auf Erden“ angeführt wird, mehr Menschen in ihren unterschiedlichen und unbewussten Belangen an, um den Leser in wenigstens in einem dieser Punkte konkret persönlich anzusprechen.

 

Die Paradiesbilder sollen diese Wünsche verstärken. Bilder, wie sie in der Werbung in Illustrierten und auf Plakaten Platz finden, sollen  Wünsche erzeugen oder vorhandene verstärken, eigene Defizite in das Bewusstsein  drängen etc. - m.E. sollen die Paradiesbilder dieselbe Wirkung erzeugen.

 

Die inhaltliche Bandbreite wurde entsprechend so erweitert, damit jeder Interessierte dieses Paradies für sich gedanklich so durchspielt, wie er persönlich sich darin sieht – er wird von seinen eigenen unbewussten Wünschen gelockt.

 

Dazu wird noch ein so genanntes „Hamsterrad-Prinzip“ gestartet.

Oder das Bild mit dem Esel, dem eine Möhre an der Angelrute vor die
Nase gehalten wird damit es los und weiterläuft, trifft den Gedanken
auch ganz gut:


Es wird ein Versprechen vorgestellt, ein „von Gott kommendes“ und
somit ein „sicheres“. Nach dem Motto: „Wenn du das haben willst musst du erst etwas dafür tun“ – womit das Prinzip klar sein dürfte:

 

So dient das „Paradies auf Erden“ als „Möhre“. Erst als Animation um zu „studieren“ („los...), danach als Motivation, „das Gelernte anzuwenden“, sprich auszuleben (... und weiterläuft“).
Ein Aspekt des biologischen Lernens:

 

Das „Paradies auf Erden“ ist unter Umständen ein völlig neues Bild einer Hoffnung, da es nicht der christlichen Lehre entspricht.
Folglich hat man als „Interessierter“ sich über dieses noch keine eigene
Meinung (Information und Emotion) bilden können.
Jegliche Informationen, auch wenn diese Erfunden sind, werden mit einer Emotion gespeichert (Emotionaler Marker).

 

Ein chemischer Prozess im Großhirn sorgt dafür das diese emotionale
Info dauerhaft gespeichert wird. Es hat zur Folge dass die Erinnerung an das Gelernte leichter fällt.

 

Solche verknüpfte Emotionen sind erst mal nicht so schnell aufzuheben.
Erst wenn man als Betrogener eine Information als Fehlinformation
durchschaut, wird eine neue emotionale Bewertung vorgenommen.
Was bleibt ist, das, wo der Mensch sich noch keine eigene Meinung
gebildet hat, durch die Darstellung des „Paradies auf Erdens“
(Neuinformation) direkt eine emotionale und zwar positive Prägung
vorgenommen wird, ohne das er es will.
Hätte man sich dagegen vorher selber informiert, von wegen, was die
Bibel „wirklich“ lehrt, so wäre es zu einer selbst erstellten und vor allem
zu einer korrekten Meinung gekommen, zumindest was das Endbild der
Bibel betrifft.
Noch ein Aspekt: Der irdische Lohn auf der Ebene des Materiellen lässt
den Studierenden, sowie den bereits ZJ-Gläubigen, auf die Ebene des
ihm möglich Vorstellbaren interpolieren.
Einen Menschen lässt es sich leichter vorstellen wie ewiges Leben auf
der Erde aussehen könnte, als wie ein unkonkret vorstellbares ewiges
Leben mit Gott in einem himmlischen Jerusalem, was „am Ende der
Tage“ ebenso auf die Erde herab kommen wird – ob die Erde dann einParadies sein wird, glaube ich weniger, da ich die Offenbarung so
verstehe, das es selbst dann, wenn Jerusalem sichtbar sein wird, es
Menschen geben wird, die nicht hinein wollen, sondern draußen
bleiben, was sich nicht gerade wie ein Paradies anhört...
Aber was man sich leichter vorstellen kann, wird eher als relativ
möglich und somit auch glaubwürdiger betrachtet, als das wo die
Grundlagen zur Vorstellungskraft fehlen.
Davon mal abgesehen hat es noch einen „Vorteil“ wenn man dieses
„Paradies auf Erden“ so separat für sich und noch vor den anderen
Themen betrachtet:
Vom Paradies als Endbild kommt man zum Paradies als „von Gott
gedachten Anfang“, oder seinem angeblich „ursprünglichen Vorsatz“
– das dieser Vorsatz auf der materiellen Ebene stattfindet und die
geistige Ebene außen vor lässt (den Sündenepos sollte man schon aus
kritischen Überlegungen heraus nicht wortwörtlich nehmen, sondern
geistig), kommt der LK ebenso zugute, da sie selber in einer
gewissen Form auf den „Geist“ ihrer Mitglieder einen
entscheidenden Einfluss ausüben möchte.
Das gemäß den christlichen Glauben dieser Gott selber diesen
Einfluss ausüben möchte, der Gläubige sich selber durch Jesu Liebe
und Geist inspirieren lassen könnte, wird den Studierenden somit aus
pragmatischen, profanen Gründen vorenthalten.
Auch kommt man schneller zum Ziel, welches jede fragwürdige
Gruppierung verfolgt: Dem Prägen des Feindbildes der Gruppierung,
welcher dann aus dem Mythos des „Sündenfalls“ konzipiert wird
(Same der Schlange = Satans Organisation = alle Nicht-ZJ).
Das Wesentliche innerhalb der christlichen Lehre, die ermöglichte
persönliche Gottesbeziehung, wird nicht mehr zu einem notwendigen
Lehrpunkt. Was sich auf metaphysischer Ebene abspielt, durch die
Gnade Gottes, wird nicht mehr zum eigentlichen Mittelpunkt.
Warum?
Die LK hat das Ziel, einen ZJ an sich selber zu binden.
Und wenn „das Paradies auf Erden“, „Jesus“ und „Jehova“, „Satan“
oder „Harmagedon“ hier zu Hilfsmitteln werden um an die
Organisation zu binden, dann ist es dem „Sklaven“ nur Recht.Er will selber eine Hauptfigur innerhalb einer Religion sein und das hat
er ja als, der angeblich von Jesus persönlich eingesetzte, „Sklave“ ja
auch als Anspruch geltend gemacht.
Den Anhängern wird suggeriert das das ewige Leben nun von dem
Gehorsam zu diesem „Sklaven“ abhängig gemacht wird, weil er mit
Gehorsam an Gott gleichgestellt wird.
Die Anhänger dürfen also nicht wissen, das es als Christ reicht an Jesus
zu glauben und sich von seiner Liebe im täglichen Leben inspirieren zu
lassen, was völlig unabhängig davon ist, ob man vermutet das die
Ewigkeit auf Erden oder im Himmel stattfindet, oder das man eigentlich
gar keine Mitgliedschaft in irgendeiner Kirche bräuchte – eigentlich
sollte jeglicher Glaube unabhängig von jeglicher menschlichen
Institution sein. Glaube sollte allein von Gott abhängig sein, wie man
diesen persönlich wahrnimmt.
Diese Selbstdarstellung der LK, etwas dem Anschein nach genau zu
wissen wie es in Zukunft aussehen soll, soll natürlich auch als
Grundlage zur Kluftbildung zum Christentum dienen.
Hier überspringt man die Möglichkeit die christliche Hoffnung mit Jesus
als Bruder im himmlischen Jerusalem zu begegnen, weil es letztlich
auch der Zwei-Klassen-Hoffnung dienlich ist.
Und jeder Studierende ist nun erst mal Christ mit „irdischer Hoffnung“.
Aber noch etwas bekommt der Interessierte mit auf dem Weg, als wie
ein „Paradies auf Erden“: Er wird dran gewöhnt, dass Bibelverse
zweckentfremdet werden.
Und er hat etwas abstrus Zusammengesetztes als „biblisch“ aufgefasst.
Später wird er dies u.U. genauso tun, womit sein erworbenes Bild als
eine festgesetzte Meinung offensichtlich wird.
Dabei wird das „Paradies auf Erden“ zur emotional geladenen Phrase
geprägt, ohne später hinterfragen zu müssen, wie dieses Bild überhaupt
entstanden ist.

 


4.7. Noch eine Methode: Willkürliche Bibelauslegung
 

Schon in dem Buch „Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten
Paradies“, wird der Garten Eden schlichtweg als das Paradiesbezeichnet, sowie als ein Vorsatz dargestellt, den Gott nicht
verwerfen würde.
Das die Bibel den Garten Eden niemals als das Paradies im Jenseits
gleichgestellt hat, wird ein Mensch, der einmal etwas als biblisch =
von Gott kommend gelernt und verstanden hat (auch wenn es sich
dabei um einen absichtlich aufgebauten Missverstand handelt) nicht
so schnell wieder verwerfen.
Auch wenn es an sich nicht um das handelt, worauf es beim
„Königreich Gottes“ eigentlich im christlichen Sinne ankommt, so
wird er diese Hoffnung als eine „biblische“ Lehre ansehen, wo das
Ziel motivieren soll, anstatt schon im hiesigen Sein sich persönlich
von Jesu Liebe regieren zu lassen...
Das, was Gott wirklich den Menschen sagte, sofern man diesen
Mythos wortwörtlich nehmen möchte, dass die Menschen die „Erde
füllen“ sollten und dann noch den Tieren Namen geben.
Doch von der Ausdehnung des Garten-ähnlichen Zustandes, wie in
Eden, war keine Rede davon, als wenn der Mensch diesen in einer
Art „Landschaftsgärtner“ auf die ganze Erde vergrößern sollte.
Dennoch wird dies in der WT-Literatur behauptet - WT 15.06.2009,
S. 28:
„Später erschuf Gott das erste Menschenpaar und beauftragte
die beiden: „Füllt die Erde, und unterwerft sie euch“ (1. Mo.
1:28). Den Menschen übertrug der Schöpfer die Aufgabe, das
Paradies auf die ganze Erde auszudehnen.“
Womit auf eine weitere manipulative Methode hingewiesen werden
muss.
Es wird in einem oder zwei Sätzen eine Aussage gemacht welche
angeblich beide einer biblischen Aussage zu Grunde liegt, nur um
dazu eine Bibelstelle anzuführen, welche jedoch nur eine der beiden
Aussagen bestätigt.
Wie hier das Beispiel zeigte, wird ausgesagt dass der Mensch die
Erde füllen sollte (was biblisch ist) dann aber noch zusätzlich
behauptet, dass der Mensch das Paradies auf der ganzen Erde
ausdehnen sollte (was wiederum nicht in der Bibel steht).
Dennoch wird der Eindruck erweckt, als wenn es biblisch wäre.Der Grund? Um das „Paradies auf Erden“ als einen nicht verworfenen
Vorsatz Gottes darzustellen, um die eigenen diffusen Bibelauswertungen
weiter auf andere, selbiger Natur, zu verfestigen.
Auch wenn hier nur ein harmloses Beispiel einer Hinzufügung eines
nicht vorhandenen biblischen Inhaltes angeführt ist - wo etwas so
dargestellt wird als wenn es doch in der Bibel steht - handelt es sich
hierbei dennoch um eine unbegründete Behauptung.
Wenn man es als eine interne Interpretation gekennzeichnet hätte, „wir
glauben, dass es sich hierbei um einen Auftrag zur Ausdehnung des
Paradieses auf der gesamten Erde handelt“, dann würde wahrscheinlich
sich niemand dran stören.
Doch hier wird es bewusst als „biblisch“ dargestellt. Eigentlich sollte es
aber so sein, das wenn etwas nicht in der Bibel steht, dann steht es nun
mal nicht in dieser...
Diese Methode, der Hinzufügung einer Annahme welche ein
Missverstand auslösen kann von dem was „biblisch“ ist und was nicht,
kommt leider ebenso sehr sehr häufig in der WT-Literatur vor (was im
Kapitel 7 an weiteren Beispielen verdeutlicht wird). Andere
Bibelübersetzungen geben die Worte aus 1.Mose 1, 28 („macht sie euch
Untertan“), mit „nehmt sie in Besitz“, wieder.
-
Der „Studierende“, dem dieses „Paradies auf Erden“ vorgestellt wird,
weiß von alldem in der Regel nichts. Erstmal wird er überrascht sein,
das in der Bibel überhaupt etwas von einem „Paradies auf Erden“ die
Rede ist. Wahrscheinlich wird er gar nicht bemerken, dass in den
meisten dieser Bibelverse das Wort „Paradies“ gar nicht vorkommt.
Als Person einer Zielgruppe mag er sich entsprechend seiner aktuellen
Bedürfnisse von diesen Versprechungen angesprochen fühlen und sich
idealerweise nicht mit zweckgerichteten Analysen von Bibelversen
auskennen.
Die liebevolle Art des Zeugen Jehovas, der versucht das „Herz zu
erreichen“, mag sich auf den Studierenden übertragen, ebenso wie
Überzeugung ein übertragbares Gefühl sein kann, vor allem wenn man
diese mit anderen teilt.
Das „Paradies auf Erden“ wird auch zu einem ersten Schlagwort.Ein Fazit:
Hier haben wir nun erste Formen der Informationsmanipulation
seitens des „Sklaven“ kennengelernt. Zweckentfremdungen und
Veränderungen der Bibel entgegen den Methoden einer Exegese und
an sich geregelten/sinnvollen Vorgehensweisen. Aber auch
manipulativ geschickte Darstellungen, das „Andichten“, dass Dinge
in der Bibel stehen sollen, die eigentlich gar nicht in der Bibel
stehen.
All dies soll dazu beitragen, die Kluft zur eigentlichen Christenheit
zu vergrößern, was dann zur Bindung an die eigene Gruppierung
beitragen soll.
Die hier geschilderten Methoden, sind nur wenige von Weiteren.
Kommen ich im nächsten Kapitel zunächst zu weiteren Werkzeugen,
um die Gefühle des Studierenden zu beeinflussen, was dann in der
emotionalen Vereinnahmung enden soll.

 

Fußnote "*":

Unkenntnisse über einen ohnehin vorhandenen Gottesglauben welcher auch ohne Religion existiert, das obligatorische "über einen Kamm scheren" mit allen andern Religionen, bewusste Zweckentfremdung der Wissenschafft als darstellende Begründung für Argumente pro Atheismus, bewusste Verdrehung von Tatsachen die wahrscheinlich nur irgendwo ungeprüft aufgeschnappt wurden, Selbstdarstellungen etwas besseres zu sein weil man keinen Märchen glaubt, Einsatz von Rabulistik, einseitige Darstellungen etc etc. ->zurück