Kapitel 6 - Milton Model - Teil 2

Kennst du den?

Jehovas Zeugen wollen nicht das du deinen

bisherigen Glauben aufgibst...

Beispiel für eine Ursache-und-Wirkung Verknüpfung:

 

Je mehr du auf dieser Homepage liest, wird dir immer mehr bewusst, wovon, aber auch wie, du dich noch mehr befreien kannst, um dein eigenes Leben noch besser wertschätzend genießen zu können.

"Gott bittet zum Diktat..." - hinkende Beispiele kann man durch sprachliche Weichmacher eher verkaufen.

6.9. MM - Tilgung

Siehe auch ->hier.
 

Eine Tilgung ist eine Information, welche bewusst unbenannt bleibt, aber unbewusst selber

erstellt wird, ganz im Sinne enes bewusst inszenierten Bruchs in der Sprache.
 

Eine Aussage aus Absatz 3 des 1.Kapitels aus dem HBSH Was lehrt die Bibel wirklich?, soll nun mal Gegenstand einer weiteren näheren Betrachtung werden, der da lautet:
 

„Manche glauben zwar, dass die Antworten in der Bibel zu finden sind, aber die Bibel ist ihnen zu schwierig.“
 

Auch wenn nun bekannt ist, dass diesen Satz der „Studierende“ auf sich beziehen soll (wer ist „manche“?), enthält er noch zusätzlich einen kaum bemerkbaren Widerspruch - er ist nicht ganz „stimmig“.

Ist er „katholisch“ oder „evangelisch“, oder was anderes, so bringt dieser Satz zum Ausdruck, bzw. wird der „Studierende“ ihn so auf sich beziehen, als wenn er es nicht befürchten müsste, dass der ZJ ihn dazu bringen würde seinen Glauben aufzugeben.


Die Aussage ist so allgemein gehalten, das der Studierende sich die Lücken auf seine Situation bezogen füllen wird – man kann den Autor gerade nicht fragen, wie er etwas meint...
 

Jemanden bewusst „im dunklen tappen“ zu lassen, und den Interessierten aufgrund seines Vertrauens in den ZJ in der Annahme zu lassen, das man seinen Glauben ihm nicht nehmen würde, ist im Grunde ein Betrug.

Denn das Ziel des Heimbibelstudiums ist sehr wohl, den vorhandenen Glauben aufzugeben und einen neuen Glauben anzunehmen, was während des „Heimbibelstudiums“ jedoch erst viele Wochen später betrachtet wird (nach der emotionalen Vereinnahmung):
 

„Eine ähnliche Situation besteht im Hinblick auf die falsche Religion. Wie die Bibel zeigt, ist die falsche Anbetung mit unreinen Lehren und Praktiken durchsetzt (2. Korinther 6:17).
Deshalb ist es wichtig, aus „Babylon der Großen“, dem Weltreich der falschen Religion, hinauszugehen (Offenbarung 18:2, 4). Wer das bereits getan hat, ist sehr zu loben. Allerdings genügt es nicht, sich nur von der falschen Religion zu trennen beziehungsweise aus ihr auszutreten.“ – S.154.


Jedoch wird der Studierende sich an diese Aussage aus dem ersten Kapitel später nicht mehr erinnern. Des Weiteren ist der Satz so allgemein gehalten, das es offen bleibt ob die Befürchtung, dass ein Glaube genommen wird oder nicht, berechtigt ist. Genauso könnte ein Betrüger die Frage offen lassen:
 

„Sie befürchten ja wohl nicht, dass ich Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen will?“, womit er Misstrauen abbauen möchte, indem er eine Befürchtung vorwegnimmt, aber genau das tun will und machen wird was er aussagt.
 

Genauso ist die Aussage „Möglicherweise befürchten sie, wir würden unseren bisherigen Glauben aufgeben“, als ein „Wiegen in Sicherheit“ aufzufassen, wo aber genau das zum Ausdruck gebracht wird, was man durch das „Studium“ erreichen will.
 

Hier bedient sich die LK einer Tilgung in Form einer offenen Aussage, welche einen Gedanken impliziert, der Sicherheit suggerieren soll, diese an sich nicht gegeben ist und somit eine unausgesprochene Lüge darstellt.
 

Wieso fällt das niemanden auf? Dieser Satz wird zu 99% vergessen.
Ich denke der „Sklave“ rechnet förmlich damit.
Interessant ist, das ein ZJ diesen auch gar nicht weiter beachtet, denn er wird dann mit der „Scheuklappe“ gelesen, oder denkt sich innerlich, das der Interessierte ja schon an Gott glaube. Aber auch die „Loyalität“ zum „Sklaven“ mag ihn innerlich dazu veranlassen bei dieser Lüge
mitzumachen, sofern sie ins Bewusstsein durchringt („Zweck heiligt die Mittel“).

 

Aber auch aufgrund der nachlassenden Konzentration einer bis zu 60Minuten dauernden Studieneinheit. Der Gedanke wird erst gegen Ende des ersten Kapitels „betrachtet“, da sind die rationalen Barrieren schon mal „runter gefahren“.
Das Unterbewusstsein wird um so mehr zwischen den Zeilen lesen und entsprechend die Dinge so bewerten, das sie für den Leser den Sinn ergeben, den er sucht.
Das Unterbewusstsein schläft nie.

 

 

6.11. MM - Vergleich ohne Bezug

Siehe auch ->hier.


Vergleiche, ohne ein Objekt zu benennen an dem der Vergleich vorgenommen wird, nennt man im „Milton Modell“ eine „Vergleichstilgung“. Besser verständlich wird es durch die
Bezeichnung „Vergleich ohne Bezug“, welche auch unbewusst im Alltag von Jedermann vorgenommen werden könnten – doch der Unterschied liegt darin, das man einen solchen Vergleich mit einer suggestiven Vorgabe kombinieren kann, um diese bewusst
übertragen zu können - viel durchschlagender also als im Verhältnis zu einer alltäglichen Wortformulierung.


Auch hier sei darauf hingewiesen, dass solche Aussagen zwar nach außen hin einen harmlosen allgemeingültigen Anschein erwecken, aber dabei unweigerlich das UB fordert im Sinne des Beeinflussenden zu arbeiten.
 

Um den Unterschied zu verdeutlichen, Beispiele mit Vergleichsbezug:
 

„Tulpen sind mir lieber als Rosen mit Dornen.“
Vergleich: Tulpen mit Rosen.

"Äpfel sind heute im Kilo 30% günstiger als Birnen."

Vergleich: Äpfel mit Birnen.

„Ein Porsche beschleunigt schneller als ein Trabant.“
Vergleich: Porsche mit Trabant.

 

Beispiel für einen alltäglichen Vergleich, ohne Bezug:
 

„Je besser man aufpasst, um so mehr lernt man.“
 

Vergleich: Der Empfänger wird unaufgefordert sich mit sich selbst vergleichen, oder man vergleicht die Aussage mit sich selber und führt daraus resultierend Rückschlüsse, die einen selbst betreffen:

 

„Wenn ich nichts lerne, dann passe ich wohl nicht gut genug auf.“ – wobei das
nicht mal stimmen muss (es könnte auch am Lehrer liegen). Es gibt auch andere Faktoren die einen bezugsfreien Vergleich hinken lassen können.

 

In einer vergleichenden Aussage ohne Bezug, können nun auch eine Ursache und Wirkung vorgegeben werden, egal ob diese zutreffend sind oder nicht. Typisch für solche Vergleiche sind bestimmte Adjektive, meist in ihrer 2. Steigerungsform - „leichter“, „besser“, „je mehr“,
„intensiver“, „lieber“ etc.


Da der Vergleichsbezug fehlt wird der Leser unbewusst wiederum eine Aussage auf sich, in seiner Situation, beziehen. Das UB kann den Vergleich dann hierbei nur auf das aufbauen, was es kennt – die eigene Situation sowie die eigene Erfahrung.
 

Wenn dann gesagt wird: „Je besser man aufpasst...“ – wird für sich die Frage „besser als was?“ gar nicht gestellt, sondern es wird auf die jeweilige individuelle Art und Weise, wie gut „man aufpasst“ bezogen.
 

Es wird dem UB keine Wahl gelassen, solche Aussagen nicht auf sich zu beziehen.
Ebenso die gegenteiligen Rückschlüsse, welche im Wesentlichen die Vergleichsarbeit darstellt, welche durch so eine Aussage erst mal ausgelöst werden soll.

 

Unser Unterbewusstsein fragt immer nach dem „weil/wieso?“ (Sinnfrage). Nimmt man das „weil“ vorweg, indem man es innerhalb des Vergleiches eine Begründung liefert, greift man wieder auf das Wissen zurück, das sich das UB mit solchen Aussagen zufrieden gibt. Infolge dessen fragt man in der Regel nicht weiter nach dem „warum“, bzw. ob die Aussage berechtigt ist oder nicht.
 

„Je mehr man in der Bibel liest, desto mehr wird einem bewusst, wie Jehova diese und viele andere ansprechende Eigenschaften bereits zum Ausdruck gebracht hat.“

– S.16
 

Solche Aussagen befriedigen das Ursache und Wirkungsschema, dem Grundbedürfnis nach einem Sinn, mit der unser UB nach einem „weil“ sucht.
 

Nimmt man das „weil“ vorweg, hier im Beispiel „Je mehr man in der Bibel liest“, stellt sich der Interessierte damit zufrieden, weil der übrige Satz so etwas wie den Anschein einer folgerichtigen Wirkung erweckt.
 

Jedoch müssen diese Aussagen nicht der Tatsache entsprechen, nur weil eine Ursache und eine Wirkung genannt/vorgegeben werden – beide müssen nicht mal etwas miteinander etwas zu tun haben, wie es den Anschein erwecken soll, womit wiederum eine Vorwegnahme einer emotionalen Bewertung übertragen werden soll – dennoch sollen diese beiden Faktoren im Geist des Empfängers miteinander verknüpft werden.
 

Nur weil jemand „mehr ... in der Bibel liest“, muss es eben nicht der Fall sein, das jemanden die positiven Seiten Gottes auffallen mögen – gerade das AT ist auch blutig und grausam in seinen
Handlungsabläufen.

 

Erinnern „wir“ uns an die undefinierte Bezugsgruppe, so empfängt das UB folgende Nachricht:

„Je mehr ich in der Bibel liest, desto mehr wird mir bewusst, wie Jehova diese und viele andere
ansprechende Eigenschaften bereits zum Ausdruck gebracht hat“.

 

Fortan wird man eine Zeit lang die Bibel mit dieser „Brille“ lesen, mit dieser übertragenden Wirkung, dem, was man suggerieren wollte.
 

So auch bei folgenden Aussagen als weitere Beispiele dieser Vorgehensweise:

 

1. „Je stärker unser Schild des Glaubens ist, desto besser können wir bösen Geistermächten widerstehen.“ – S. 104.

2. „Je mehr unsere Liebe zu Gott wächst, desto stärker werden wir von dem Wunsch erfüllt sein, zu tun, was er von uns erwartet.“ – S.121.
 

3. „Je mehr wir unsere Liebe zu Jehova vertiefen, desto größer wird der Wunsch in uns, ein Leben zu führen, das Gott gefällt.“ – S. 124
 

4. „Je stärker der Glaube in deinem Herzen wird, desto mehr wirst du dich angespornt fühlen, das weiterzugeben, was du gelernt hast.“ – S. 177
 

5. „Je mehr du Jehova lieben lernst, desto stärker wird dein Wunsch sein, dich ihm hinzugeben und dein Bestes zu tun, entsprechend dieser Hingabe zu leben.“

– S. 179.
 

Die offenen Rückschlüsse der Aussagen lauten:
 

Zu 1:

Wer keinen ZJ-Glauben hat, kann nicht den „bösen Geistermächten“ widerstehen.
Zu 2:

Wer nicht tut „was Gott erwartet“ (= der „Sklave“ erwartet), der liebt Gott nicht.
Zu 3:

Wer kein Leben führt „was Gott gefällt“ (was der „Sklave“ vorschreibt), der liebt Gott nicht.
Zu 4:

Wer nicht weitergibt was er (vom „Sklaven“) gelernt hat, hat keinen Glauben.
Zu 5:

Wer sich nicht (als ZJ) taufen lässt, hat nicht genug liebe zu Gott.
 

Und so wird der offene Bezug eines Vergleiches zu einer Aussage, wo der Leser auch unberechtigte Rückschlüsse treffen wird.
Denn es hat noch lange nichts mit „bösen Geistermächten“ zu tun (1), nur weil man nicht an Gott glaubt - sondern es könnte eher mit den dummen Verhaltensweisen innerhalb einer Religionen zu tun haben, die jemanden an die Idee eines Gottesbildes abschrecken mögen.

 

Nur weil jemand kein Leben führt, „wie es Gott erwartet“ (2), oder „Gott gefällt“ (3), der liebt doch deswegen Gott nicht weniger – es liegt vielleicht eher an unterschiedlichen Auffassungen von dem, was Gott von jemanden im persönlichen Einzelfall erwartet (hinter diesen Phrasen
steht auch wieder nur das, was innerhalb der Indoktrinierung als „von Gott kommend“ verkauft wurde, was aber die Lehrinhalte des „Sklaven“ darstellt. Insofern greift man mit dieser Aussage das auf, was bereits indoktriniert wurde, um weiter postulierend darauf aufzubauen).

 

Weil jemand scheu ist und sich nicht traut mit anderen Menschen über seinen Glauben zu sprechen, hat er deswegen noch lange keinen Glauben (4).
 

Und nur weil man sich nicht als ZJ taufen lassen will, muss man deswegen noch lange nicht „nicht Gott lieben“ – es fehlt vielleicht einfach nur an anderen Dingen, wie z.B. Glauben (was kein Vorwurf sein soll – mir persönlich ist ein ungeheuchelter Unglaube lieber als
umgekehrt), eine eigene Gotteserfahrung, oder man möchte sich lediglich nicht als ZJ taufen lassen (5).

 

Der Bezug zueinander muss also jeweils noch lange nicht zutreffen, nur weil eine Aussage diesen Anschein (und den daraus resultierenden offenen Rückschluss) erwecken will. Beispiele aus dem „Wachtturm“:
 

„Je dankbarer wir sind, desto mehr liegt uns daran, den wahren Gott nachzuahmen“

- WT 15.10.2008, S. 22.


Hier zu zwei Anmerkungen:
 

1. Gott weiß wenn man ihm dankbar ist und 2. darf jeder seine Dankbarkeit so zeigen wie er möchte, welche nicht durch die Ansicht des Sklaven, wie man den wahren Gott nachzuahmen hat, beeinflusst ist. Das nennt sich Glaubensfreiheit. Meine Kinder können mir ihre Liebe zeigen, wie sie es wollen, da braucht es keine Vorgaben von jemand anderen...
 

„Je mehr wir Gott zuhören und entsprechend reagieren, desto größer wird unser Glaube.“ – WT 01.10.2010 S. 17.
 

„Je bereitwilliger wir auf Gott vertrauen und ihm gehorchen, desto deutlicher werden wir die unerschütterliche Liebe des universellen Souveräns verspüren.“

– WT 01.03.2009, S. 13.

 

Anmerkung: Man beachte den unwillkürlichen Rückschluss und wie ein ZJ sich daraufhin fühlen muss wenn man keine von Gott kommende Liebe verspürt (- auch hier greift man mit der Phrase „ihm gehorchen“ auf die Thesen des Sklaven zurück, denen man im eigentlichen
gehorchen soll).

 

„Je näher wir dem Ende des heutigen aggressiven Systems kommen, desto stärker werden wahrscheinlich unsere Freude und unsere Einheit unter Beschuss geraten.“

– WT 15.06.2010.


Anmerkung: Wahrscheinlicher ist es das ZJ aus ganz anderen Gründen „unter Beschuss“ geraten, als wie man es intern erklärt bekommt. Aber ein ZJ soll das „nahe Ende“ als kommend empfinden, um sich nur noch weiter an seine Organisation zu klammern.
 

„Je mehr du über Jehova lernst, desto realer wird er für dich, und deine Liebe zu ihm wird wachsen“ - WT 15.04.2010, S.4.
 

Anm.: Hier wird theoretisches Wissen mit realen Kennenlernen gleichgestellt, was die Folge hat, das zwar individuelle Gottesgefühle erzeugt werden, welche jedoch innerhalb der Gruppierung nur auf Basis der Vorgaben entspringt, was eine eigens erstelle individuelle Ansicht völlig unmöglich macht – ein ZJ existiert zwar als ein Individuum in seiner Gruppierung, jedoch sind ihm, sowie den jeweilig anderen, die selben psychologischen Mechanismen eingebettet worden, so das, was die religiöse Geistlichkeit betrifft, man von einem Kontinuum sprechen muss, in die jeder ZJ assimiliert wurde, wo eine Abweichung nicht gestattet wird.
 

Fazit:
Vorgaben, die im direkten Vergleich hinken würden und im Eigentlichen nur übernommen werden sollen, verpackt man also am Besten in einen bezugsfreien Vergleich, wo dem Anschein nach eine Ursache und Wirkung schon vorgegeben werden.

 

Zumindest bewerte ich mal so diese Satzstrukturen in der WT-Literatur als willkürliche Vorgaben, die keiner nennenswerten Grundlage entspringen, als allein den Eindruck, den der „Sklave“ mit diesen Aussagen auch nur hinterlassen möchte.

 

Da der Vergleichsbezug fehlt, nimmt das UB des Studierenden einen Rückschluss mit sich selber vor – dieser bewusst offen gelassene Umkehrschluss wird selber vorgenommen, was im Wesentlichen den Arbeitsvorgang eines Vergleiches darstellt.
 

Ein Umkehrschluss muss aber an sich nicht folgerichtig sein – da aber leider das UB, und nicht die Ratio, diesen Vorgang übernimmt (es sei man pflegt bewusst solche Aussagen zu hinterfragen), wird sich der “Studierende“ mit dem profanen Gefühl einer sich plausiblem anhörenden Ursache und Wirkung zufrieden geben.

6.12. MM - Kausalitäten, Verknüpfungen

 

– "Ursache", "Wirkung"

– "Wirkung", "Ursache"
 

Ähnlich wie beim bezugsfreiem Vergleich: Eine Aussage liefert von ihrem Satzbau und Grammatik her eine scheinbare Begründung, wo eine beobachtbare oder geistig vorstellbare (gewünschte) Begebenheit mit einer Suggestion verbunden wird, dem, was der Autor dem Leser als „notwendig“ einreden möchte – in der WT-Literatur wird u.a. so suggestiv vorgegeben, welche Tätigkeiten der „Sklave“ den „Studierenden“ anbefehlen möchte.
 

Die hier angeführten Beispiele beinhalten Vorgaben die den Studierenden suggerieren sollen, das diese geforderten Tätigkeiten angeblich etwas mit einer Gottesbeziehung zu tun haben würden. Dabei handelt es sich jedoch wiederum um welche des „Sklaven“, die der Studierende ausführen soll. Mit dieser Methode kann man ganz nebenbei die Anforderungen des „Sklaven“ als eine Anforderung von Gott darstellen, ohne dass der Studierende dies merkt.
 

Dabei müssen die darin enthaltenen Zusammenhänge gar nichts mal miteinander zu tun haben. Jedoch greift auch hier das UB eine Begründung als Verknüpfung auf, weil diese schon vorgegeben ist und diese sich schlicht richtig „anhört“ – sprachlich gesehen zumindest, was dem UB ausreicht.
 

Weil so Tätigkeiten und Motive vorgegeben werden können, hinterfragt der „Studierende“ kaum, ob es sich bei den Tätigkeiten und den suggerierten Veränderungen die er meint bei sich selberbeobachten zu können, noch um seinen eigenen Wunsch handelt, oder ob es ein übertragender Wunsch war.

Das UB überprüft solch Aussagen nicht nach ihren Wahrheitsgehalt, da es sich auch hier mit diesem Anschein einer Ursache und Wirkung zufrieden gibt. Ob man erst die Ursache oder erst die angebliche Wirkung benennt ist dabei egal – genauso wie es egal ist, ob die als „notwendig“ suggerierte Tätigkeit als die Ursache, oder als das Resultat eingesetzt wird.
Erst wenn man solche Aussagen bewusst rational hinterfragt, erkennt man mit welchen zusammenhanglosen Verknüpfungen sich unser UB scheinbar zufrieden gibt. Nur mal ein paar Beispiele aus dem Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“, wo die gewünschte Suggestion des
Autors (dem „Sklaven“), das Was dem „Studierenden“ eingeredet werden soll, mit Kursivschrift
verdeutlicht wird – auch gebe ich Anmerkungen zum “Sklaven“, jeweils in (Klammern), weil ich glaube das die folgenden Aussagen ruhig aus dieser Sicht beleuchtet werden sollten:

 

„Wenn wir dieses Buch (des „Sklaven“) zur Hand genommen haben, gehören wir wahrscheinlich zu denen, die auf wichtige Fragen des Lebens eine Antwort suchen.“ – S.9.
 

„Ja, mehr über Jehova und Jesus zu lernen (im Sinne des „Sklaven“) bedeutet gemäß der Bibel „ewiges Leben“. – S. 16.


Wenn wir die Bibel studieren und immer mehr daraus lernen (lt. Vorgabe des „Sklaven“), müssen wir allerdings damit rechnen, dass uns manche durchaus in guter Absicht daran hindern wollen.“ – S.17.


„Bedanken wir uns für dieses Geschenk Gottes, indem wir uns auch weiterhin (im Sinne des Sklaven) damit befassen.“ – S. 26.


„Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen (was im Sinne des „Sklaven“ passieren soll) über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus - (Johannes 17:3 - NWÜ 1986).“ – S. 37

 

„All diese Freuden — auch ewiges Leben in vollkommener Gesundheit — stehen uns deshalb in Aussicht, weil Jesus für uns starb. Damit wir sie erleben, müssen wir jedoch zeigen, dass wir für das Geschenk des Lösegelds dankbar sind (was laut Vorgabe des „Sklaven“ zu tun ist).“ – S. 54.
 

„Böse Geister sind zwar gefährlich, aber wir brauchen keine Angst vor ihnen zu haben, wenn wir dem Teufel widerstehen und Gottes Nähe suchen, indem wir seinen (nach Art und Weise
wie es vom „Sklaven“ vermittelt wurde) Willen tun.“ – S. 105.


Wenn wir Jehova gehorchen (was in der Art und Weise wie es der „Sklave“ vorgibt zu erfolgen hat), können auch wir seine Freunde werden!“ – S. 115.
 

„Wie bewegend Jehova doch hier seine Fürsorge zum Ausdruck bringt! Er gibt uns die nötige Anleitung (durch den „Sklaven“) und wacht über uns, während wir sie befolgen.“– S. 116.
 

„Wenn wir Gottes Weg des Lebens gehen (so wie es der „Sklave“ lehrt), müssen wir also damit rechnen, dass wir uns unbeliebt machen und dass uns Widerstand geleistet wird.“
– S. 120.


„Wir können Gott wohlgefällige Eigenschaften entwickeln, indem wir regelmäßig in der Bibel lesen und sie (anhand der Publikationen des „Sklaven“) studieren.“ – S. 124.
 

„Doch wenn wir das Leben richtig genießen wollen, müssen wir Gottes Gesetze kennen lernen und (so) befolgen (wie es der „Sklave“ vorschreibt).“ – S. 125.
 

„Wir können uns den Millionen Menschen anschließen, die sich auf Jehovas Seite gestellt haben (weil sie dem „Sklaven“vertrauen). Sie bereiten Gott große Freude, denn sie helfen mit, zu beweisen, dass Satan ein Lügner ist und dass er mit seiner Herrschaft jämmerlich versagt hat (Sprüche 27:11). Auch wir können dabei mithelfen, indem wir den richtigen Lebensweg
wählen (so, wie ihn der „Sklave“ es will, das man glaubt das es nur so richtig ist).“ – S. 126.

 

„Das Gebot, sich des Blutes zu enthalten, bedeutet (gemäß der Definition des „Sklaven“) also, dass wir niemandem erlauben würden, uns Blut zu übertragen.“ – S. 130.
 

„Wenn wir ihn auf die richtige Weise anbeten (was Sache des „Sklaven“ ist das vorzugeben), werden wir glücklich sein und uns viele Probleme ersparen.“ – S. 144.
 

„Wenn wir für die wahre Anbetung eintreten (so, wie der „Sklave“ diese beschreibt), werden wir sehr glücklich sein und reich gesegnet werden.“ – S. 162.
 

„Wenn wir auf diese Weise (im Sinne des „Sklaven“) nachsinnen, wird unsere Liebe zu Jehova stets wie ein loderndes Feuer brennen...
Wie Holz ein Feuer in Brand hält, so bewirkt „die wahre Erkenntnis Gottes“ (wie sie allein der „Sklave“ vorgibt), dass unsere Liebe zu Jehova stark bleibt.“ – S. 188.


„Wenn wir uns fleißig an diesem Werk beteiligen (wie es der „Sklave“ von seinen Anhängern fordert), hilft uns das, in Gottes Liebe zu bleiben.“ – S. 191.


„Wenn wir uns gute Freunde unter denen suchen, die Jehova von Herzen lieben (welche sich vom „Sklaven“ führen und leiten lassen), werden wir feststellen, dass wir geistig wachsen.“

– S. 192.
 

Oben stehende Phrasen wie, „richtige Weise anbeten“, „auf diese Weise nachsinnen“, u.a., wird also auch wieder nur auf das Bezug genommen was der „Sklave“ als eine Vorgabe einer angeblichen „gottgefälligen“ Weise bereits übertragen konnte. „Liebe zu Jehova“ wird mit der
Organisationsverbundenheit gleichgestellt – nur als ZJ liebt man Jehova richtig.


Es folgen nun Beispiele, wie mit dieser Methode Ansichten übertragen werden, obwohl diese wie oben stehende Beispiele ebenso, weder biblisch fundiert, noch eine berechtigte Verknüpfung darstellen.


Eher sind es unbelegte Äußerungen, wo man lediglich versucht einen bereits gegebenen Sinn umzudeuten.
 

Nur weil diese Beispiele ein „bedeutet“ beinhalten, muss es eben noch lange nicht das „bedeuten“, was dort behauptet wird, was der Sklave aber glauben lassen will. Dies betrifft auch Lehrpunkte, welche die Kluft zur Christenheit fördern sollen, indem christliche Aussagen einfach uminterpretiert werden, ohne gegebenen Anlass:
 

„Jesus ist aber noch aus einem anderen Grund ein besonderer Sohn: Er ist der „einziggezeugte Sohn“ Gottes (Johannes 3:16). Das bedeutet, er wurde als Einziger von Gott direkt erschaffen.“

- S. 41

„Auf diese Weise wird Gottes Königreich dafür sorgen, dass der Wille Gottes auf der Erde geschieht und sein Name geheiligt wird. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass unter Gottes Königreich schließlich jeder Jehovas Namen ehren wird.“ – S. 84.


„Die wahre Religion führt zu ewigem Leben. Die falsche Religion führt in die Vernichtung. Jehova will nicht, dass irgendjemand vernichtet wird, und bietet deshalb den Menschen auf der ganzen Welt die Möglichkeit, ihn kennen zu lernen (2. Petrus 3:9). Die Art und Weise, wie wir Gott anbeten, bedeutet also wirklich Leben oder Tod für uns.“ – S. 145.
 

„Das bedeutet nicht, dass die Lebenskraft buchstäblich zum Himmel aufsteigt. Es bedeutet vielmehr, dass die Hoffnung eines Verstorbenen auf künftiges Leben ganz und gar von
Jehova Gott abhängt.“ – S. 211.

 

Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und überden, den du ausgesandt hast, Jesus Christus (Johannes 17:3 - NWÜ 1986).“ – S. 37 (Die ursprüngliche Bedeutung, „dies ist ewiges Leben“, wird zusätzlich
abgeschwächt – mehr zu Joh. 17, 3 im Kap. 7).


 

Ich möchte auch hier einen Merksatz mitgeben:
Nur weil der „Sklave“ sagt, das x = y „bedeutet“, dann muss es noch lange nicht so sein, das x auch wirklich y „bedeutet“.
„y“ muss auch noch lange nicht die Folge von „x“ sein, nur weil jemand das behauptet, ohne es weiter zu begründen – zumindest nicht, wenn dies nach einer genaueren Analyse gar nicht mehr haltbar ist.

 

Markant ist auch, zumindest für ein angebliches „Bibelstudium“, dass diese Aussagen meist nicht mal biblisch begründet werden, weil sie nicht biblisch begründet werden können. Ein Nachhaken, wie „warum soll es etwas anderes „bedeuten“ als wie es in der Bibel steht?“, wäre an
diesen Stellen also mehr als angebracht.

 

Wichtig ist dem Sklaven daher nur, dass eine Prägung am Interessierten zuerst vorgenommen wurde, bevor der Interessierte seine Meinung von woanders bezieht. Denn „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ (alter Müllerspruch) – wer zuerst eine Ansicht überzeugend in die Gefühlswelt
des unbedarften Interessierten übertragen konnte (letztlich da, wo eine Vertrauensbasis herrscht), diese Meinung wird übernommen und weiterhin vorherrschen – egal wie sinnvoll diese ist, oder nicht.

 

Dabei gilt es solche Aussagen zu überprüfen, ob sich der dargestellte Sachverhalt auch wirklich den Wahrheitsgehalt beanspruchen kann, und ob noch andere Rückschlüsse möglich sind als die, welche der Autor durch seine gegebene Vorgabe eines „wahrhaftigen“ Anscheins
erwecken will. Aber wem man einmal vertraut...

6.13. MM - Weichmacher

Es gilt seitens des „Sklaven“ den ZJ in seiner Beziehung zum „Interessierten“ zu unterstützen, während dieser für ihn die Indoktrinierung, wenn auch nur eine sanfte, durchführt.

 

Der „Studierende“ soll emotional vereinnahmt werden und damit verwoben die Ansichten des „Sklaven“ übernehmen.

Das bis jetzt betraachtete HBSH setzt daran, dieses Vertrauensverhältnis auszunutzen und beizubehalten.

 

Einen Beitrag dazu leistet die bereits geschilderte allgemeingehaltene Sprache, welche an sich einen harmlosen Eindruckvermittelt, mit dem Anschein von „allgemein gültigen Aussagen“.

 

Auch zu Beginn des Buches wird der Eindruck erweckt, als wenn der Studierende zu nichts gezwungen wird. Im Laufe dieser Seiten wurde bereits nach und nach aufgeschlüsselt, was es mit diesen allgemein gehaltenen Formulierungen, sowieAussagen anderer Natur, in ihrer Wirkung auf den „Studierenden“ auf sich hat und an vielen Beispielen verdeutlicht.

 

Es gilt das Gefühl zu vermitteln, dass der „Studierende“ angeblich selber zu einer Ansicht gelangt sei. Zusätzlich verfolgt man das Interesse, einen eventuell im Vorfeld aufkommenden „Widerstand“ aufzufangen, oder abzubauen, indem man als Autor den Leser und „Studierenden“ das Gefühl vermittelt, alles „freiwillig“ mitmachen zu können, so als ob die Gedanken eben nicht „aufgedrängt“ werden.

 

Stattdessen geht man „sanft“ oder eben „liebevoll“ vor um eine Ansicht dennoch zu übertragen. Erreichen kann man dies u.a. auch durch sogenannte „Weichmacher“, welche ebenfalls im Milton-Modell ihre Anwendungen finden.

 

(„Du musst dich jetzt nicht entspannen um dich wohl und sicher zufühlen...“)

 

Diese Formulierungen sollen ebenfalls den Eindruck vermitteln, das man als „Studierender“ etwas nicht so sehen müsste wie es beschrieben wird, jedoch wird durch den weiteren Verlauf der Ausführungen dennoch dazu animiert, die vorgegebene Ansicht zu übernehmen oder zumindest zu durchdenken. Auf diesen Vorgaben wird später sowieso weiter aufbaut, was den Vorteil bringt, das derStudierende auch erst später etwas übernehmen kann, falls er etwas nicht sofort annehmen kann. Beispiel anhand einer „Veranschaulichung“:

 

„Man könnte das folgendermaßen veranschaulichen: Ein Geschäftsmann lässt von seiner Sekretärin einen Brief schreiben. Der Brief enthält die Gedanken und Anweisungen des Geschäftsmannes. Es ist also genau genommen sein Brief, nicht der Brief der Sekretärin. Ebenso stammt die Botschaft der Bibel nicht von den Männern, die sie niederschrieben, sondern von Gott. Deshalb kann man sagen, dass die gesamte Bibel in Wirklichkeit „Gottes Wort“ ist (1. Thessalonicher 2:13).“ – S. 19

.... „könnte“, „kann man sagen“ - muss man aber nicht – obschon man es nicht muss, wird dennoch einfach fortgeführt und dennoch der Gedanke übertragen, den man als Autor  übertragen wollte, in dem man postulierend weiter drauf aufbaut.

„Könnte“ (o.a. Weichmacher) erzeugt die Illusion, das Gefühl „eine Wahl“ zu haben, die letztlich doch nicht gegeben wird. Denn nicht nur das wirklich Bibel-Kundige sich bei diesen Beispiel am Kopf fassen würden, was das Diktieren der Bibel aus dem Beispiel angeht, so ist es noch interessant wie hier wieder mit einer Verknüpfung argumentiert wird:

Man nehme etwas Beobachtbares aus dem Alltag und setzt es argumentativ als ein gleichwertiges Beispiel ein, obwohl das eine (Chef diktiert Sekretärin) unmöglich als eine Erklärung für das andere (Gott inspiriert zum Schreiben der Bibel) herhalten kann.

Der zitierte Vergleich hinkt, wenn man nur mal an den Psalm 23 denkt:

 

Gott zu David:

„David, ich will dir einen Psalmen diktieren.“

 

David: „OK mein Herr, ich bin bereit.“

 

Gott: „Gott ist mein Hirte Punkt – hast Du dass David?“

 

David: „Moment, „...ist mein Hirte.“ ja hab ich.“

 

Gott: „OK, weiter geht’s... ... Mir wird nichts mangeln Punkt“.

 

An der Stelle mal ein cut - denn so war es mit Sicherheit nicht. Die Bibel mag bestimmt aus anderen Gründen Gottes Wort sein - aber dieses Beispiel wird als eine Begründung dargestellt wieso es so wäre

"...Deshalb (wegen diesem Beispiel) kann man sagen, dass die gesamte Bibel in Wirklichkeit „Gottes Wort“ ist...".

 
 
 
 
 

Aber gut. In der Glaubensfreiheit ist alles erlaubt. Und wenn jemand das aufgrund dieser Erklärung glauben will, ist das sein gutes Recht, zumal das auf Teile der Bibel als Diktat zutrifft, wie zum Beispiel das Wort von Propheten - aber eben nicht auf alles aus der Bibel.

Andere Beispiele für „Weichmacher“, wo doch letztlich Ansichten übertragen werden oder zu Taten „ermuntert“ werden, den Taten, die ein ZJ letztlich doch als Pflicht ausführt oder als Ansicht zuübernehmen hat:

 

„Man könnte das Ganze anhand einer Backform veranschaulichen. Wenn eine Backform eine Beule hat, wie sehen dann die Kuchen aus, die man darin bäckt? Sie haben ebenfalls eine Beule. Auch die Menschen haben sozusagen eine „Beule“ oder einen Fehler, denn sie haben von Adam die Unvollkommenheit geerbt. Deswegen werden alle Menschen alt und sterben (Römer 3:23).“ – S. 29.

 

„Vielleicht sprichst du als Erstes mit Verwandten, Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen taktvoll über die Wahrheit aus der Bibel. Irgendwann wirst du dann den Wunsch haben, dich am organisierten Predigtwerk der Zeugen Jehovas zubeteiligen. Wenn das der Fall ist, kannst du es gern demZeugen Jehovas sagen, der mit dir die Bibel studiert.“ – S.177.

 

„Bemühst du dich, ein besserer Verkündiger zu werden, vielleicht indem du mehr Zeit einsetzt oder versuchst, effektiver zu sein?“ – WT 15.01. 2010, S. 13.

„Eventuell könntest du auch weniger wichtige Aktivitäten auf eine andere Zeit verlegen oder ganz darauf verzichten, um regelmäßig das Programm der Versammlung für den Predigtdienst zu unterstützen.“ – WT 15.07.2010, S. 18.

 

„Wie kannst du diesen Leitsatz umsetzen? Vielleicht, indem du dein Leben vereinfachst oder etwas von der Zeit, die du bisher mit Entspannung verbracht hast, in den Dienst investierst.“– WT 15.10.2010, S. 13.

 

Ist schon so eine Sache – einerseits wird der Anschein des nur möglichen erweckt, des „vielleicht“, „eventuell“, oder „können“ –nicht müssen. Ebenso wie die Tatsache der „Blutschuld“ in den Raum gestellt wird, das, wenn man nicht seine Möglichkeiten ausgeschöpft hat um „aufrichtige“ Leute zu ZJ zu machen, man wahrscheinlich das „ewigeLeben“ verwirkt hat.

Kombiniert man diese beiden Faktoren, ergibt sich der zwanglose Zwang, wie er in der Doppelbindung bereits mit erwähnt wurde. Hier an dieser Stelle hat es sich angeboten, auf diesen Punkt kurz nochmal einzugehen:

 

Ein Räuber könnte genauso mit einem lächelnden Gesicht bei seinem „Geschäftspartner“ (den, den er ausrauben will) ganz langsam diePistole ziehen und mit seiner Sprache eine gewisse  Zwanglosigkeit suggerieren, während er zeitgleich genauso freundlich seinem Gegenüber eine Pistole auf die Brust setzt:

Der Leser nehme sich ruhig etwas Zeit dies selber zu ergründen, denn es geht darum, um das „was“, der Leser auf sich beziehen soll, aber dort nicht steht. Diese Satzaussage ergibt für sich, wie sie da steht, keinen wortwörtlichen Sinn, auch wenn der Satz an sich gemäß seiner
Grammatik sich vollständig anhört und deswegen, was nicht ausgesprochen wird, nicht bewusst als fehlend vernommen wird.


Manche glauben zwar, dass die Antworten in der Bibel zu finden sind, aber die Bibel ist ihnen zu schwierig.


Derjenige aber, der keine Antworten in der Bibel sucht, weil er glaubt das die Bibel schwer zu verstehen ist, wird kaum an die Bibel glauben können, schon allein deshalb nicht, weil er nie in die Bibel reinschauen wird. Denn sein Vorurteil „die Bibel ist schwer zu verstehen“, würde
jemanden gar nicht erst an die Bibel herangehen lassen – insofern die Sinnlosigkeit:

 

Woher weiß „manche“ (Pronomen ohne Bezug) denn sonst, dass die Bibel so schwierig zu verstehen sein soll? Es handelt sich hierbei um einen Satz mit einer bewusst vorenthaltenen Information (was daher im Milton Modell eine „Tilgung“ genannt wird), wobei er erst dann als „unstimmig“ festzustellen ist, wenn man gezielt so etwas analysiert.
 

Die wortwörtliche Sinnlosigkeit dieser Aussage, sollte hier nämlich gar nicht auffallen, nicht bewusst, denn im Alltag begegnen wir andauernd solchen unvollständigen Aussagen die mit der Sinnmechanik unbewusst vervollständigt werden.


Unser Unterbewusstsein (UB) stolpert daher nicht über solche Aussagen, weil er von der Satzform her sich vollständig anhört und sich mit dem Anschein zufrieden gibt, sondern ergänzt es vielmehr mit dem, was nicht in diesem Satz steht, damit er einen Sinn ergibt.
Dieser Satz ergibt erst dann einen Sinn, wenn er mit dem unbewusst konstruierten ergänzt wird, was hier mal stellvertretend gemacht wird:

 

Manche glauben zwar, dass die Antworten in der Bibel zu finden sind, haben es auch versucht alleine in ihr Antworten zu finden, aber die Bibel ist ihnen zu schwierig.
 

Jetzt ergibt der Satz auch einen wortwörtlichen Sinn.
Der Unterschied ist jedoch, das unser UB ganz von alleine so vorgeht, ohne der bewussten Entscheidung, diesen Satz „Sinn-füllend“ zu vervollständigen.

 

Dadurch, dass der Leser sich dies selber eingesetzt hat, auf unbewusster und emotionaler Ebene, hat er sich selber zur Übernahme der Suggestion „zu versuchen die Bibel alleine zu
verstehen ist viel zu schwer“ verholfen. Dabei hat er noch nicht mal den Gedanken bewusst vorgenommen, sondern diese Bewertung wird meist ganz subtil vervollständigt und als eigene Überlegug übernommen - wegen der Illusion des eigenen Gedankens.


Der Studierende selber soll einen Gedankengang vervollständigen und ihn mit der emotionalen Bewertung aus dem Buch verweben.
 

Er hat den Versuch, alleine aus der Bibel Antworten zu finden, sich selber negativ bewertet – in meiner Einführung brachte ich bewusst das ähnlich klingende Beispiel mit dem Gitarrenunterricht:
 

„Viele Leute die meinen alleine Gitarre lernen zu können, lassen es lieber weil sich das so schief anhört“.

Manche glauben zwar, dass die Antworten in der Bibel zu finden sind, aber die Bibel ist ihnen zu schwierig.
 

Hier soll eine ähnliche Übertragung ausgelöst werden, um ein eigenständiges „forschen“ der Bibel sich selber negativ zu bewerten, mit der Illusion, selber auf diesen Gedanken gekommen zu sein...
 

Das selbst erstellte innere Bild: Es selber zu versuchen und zu scheitern, weil es angeblich zu schwer ist allein in der Bibel nach Antworten zu suchen... funktioniert aber auch nur, wenn der Empfänger dieser Botschaft nicht schon eine eigene Meinung getroffen hat.
 

-
 

Was soll nun das ganze?
 

Wie hier nun recht ausführlich beschrieben wurde, kommt es dem Unterbewusstsein gar nicht drauf an was man offen an Informationen erhält. Zu einer Suggestion reicht es wenn der Empfänger einen Anreiz erhält sich selber aufgrund einer an sich sinnfälligen Aussage, aufgrund einer „Tilgung“ (der weggelassenen Information), durch seine eigenen
Ergänzungen zu einen sinnvollen Gesamtbild konstruiert, wobei die eigenen Überlegungen sich unweigerlich mit den emotionalen Vorgaben verbinden, oder umgekehrt.

 

Wichtig ist bei der Satzformulierung dann nur, dass er den Anschein erweckt von der Grammatik her sich vollständig anzuhören.
 

Der Sinn des Satzes wird dann „zwischen den Zeilen gelesen“.
 

Wie oft „Tilgungen“ in der WT-Literatur auftauchen ist nicht leicht zu recherchieren, zumindest würde dies Jahre dauern, jeden Satz, anhand der mir zur Verfügung stehenden WT-Literatur der letzten 40 Jahre, nach einer Tilgung zu durchsuchen – es ist schwierig nach etwas zu suchen, was bewusst weg gelassen wurde.


Was ich aber sicher sagen kann ist, dass ein „offener Rückschluss“, der nicht offen ausgesprochen wird und wo der Empfänger unbewusst ausgelöste Rückschlüsse treffen soll, ebenso unter der „Tilgung“ einzureihen ist.

 

Solche kommen immer dann auf, wenn in der WT- Literatur z.B. der Predigtdienst als „Glücklichmacher“ gepriesen wird, wenn man so viel macht wie möglich, das die Rückschlüsse, wenn man nicht sein „Bestes“ gibt, zu einem unglücklichen Leben führen.
 

Diese Abhängigkeiten, sowie die Methode „offener Rückschluss“, wurden im Kapitel 5 schon eingehend betrachtet, und können in der Tilgung mit eingegliedert werden.

6.10. Ein „Wiegen in Sicherheit“ – Beispiel einer Tilgung
 

Unpräzise Formulierungen aufgrund einer Tilgung können nun auch zu einer bewusst falschen Annahme führen und einen Betrug, eine Lüge, ein „Wiegen in Sicherheit“ auslösen, was jedoch Teil des Planes ist. Was lehrt die Bibel wirklich?, S. 17:
 

Wenn wir die Bibel studieren und immer mehr daraus lernen, müssen wir allerdings damit rechnen, dass uns manche durchaus in guter Absicht daran hindern wollen. Möglicherweise befürchten sie, wir würden unseren bisherigen Glauben aufgeben. Das sollte uns jedoch nicht davon abhalten, die beste Freundschaft aufzubauen, die es überhaupt gibt.
 

Die Aussage „Möglicherweise befürchten sie, wir würden unseren bisherigen Glauben aufgeben“, vermittelt das Gefühl (oder soll es zumindest), dass der „Sklave“ eben diesen „bisherigen Glauben“ eines Interessierten nicht nehmen will. Nun ist „Glaube“
hier als ein schwammiger Begriff eingesetzt worden, welchen der Studierende zunächst unweigerlich auf sich beziehen wird, vor allem wenn es sich um seinen „bisherigen“ Glauben, seinen derzeitigen Glaubens-Status handelt.

Ich glaube zwar Sport wäre
gut für mich - ist mir aber  zu schwierig.

 

„Könnten sie mir vielleicht freundlicherweise ihre Brieftasche geben?

Verstehen sie mich nicht falsch. Sie müssen es nicht tun wenn sie

auch nicht wollen.  Aber wenn Sie es nicht tun, werden sie nicht

mehr lange Leben...“

 

ZJ müssen also nicht predigen. Sie werden zu nichts gezwungen.

Jedoch haben sie ihr „ewiges Leben“ verwirkt wenn sie es nicht tun...

6.14. MM - Anonymisierung
 

Weitere Methode im Milton Modell ist die Anonymisierung, welche den Autor oder den Verursacher einer Bewertung außen vor lässt.
 

Die Anonymisierung ist eine Technik, welche von Milton selber nur übernommen wurde, was  jedoch schon Jahrzehnte vor seiner Zeit als Suggestion-Künstler in der WT-Literatur gängig  war. Es wird nicht gesagt, wer etwas „gut“ oder „schlecht“ findet, sondern dies wird übergangen um es so vorsorglich zu unterlassen, den Autor eventuell ins Zentrum einer Kritik zu stellen, welcher vorhat diese Bewertungen vorweg zu nehmen, indem etwas als allgemein gültige Meinungen dargestellt wird.
 

Auch hier reicht es aus, das sich vom Satzaufbau her etwas wie eine plausible Formulierung anhört und grammatikalisch korrekt ist. Es macht einen harmlosen Eindruck - es werden daher keine inneren Alarmglocken aktiviert um diese Inhalte anzuzweifeln.
 

In der Wachtturmliteratur und den untenstehenden Zitaten aus dem Heimbibelstudienhilfsmittel (HBSH) sind es die Bewertungen der meist unbenannten Autoren, des „Sklaven“, welche der ZJ und auch der „Zukünftige“ übernehmen sollen.
 

„Es ist gut, solche Fragen zu stellen, und wir sollten auf keinen Fall aufgeben, bis wir befriedigende, zuverlässige Antworten gefunden haben.“ – S. 9.
 

„Das kann man von Menschen nicht sagen, da sie sich manchmal sehr zum Schlechten verändern.“ – S. 11.
 

„Deshalb kann man sagen, dass die gesamte Bibel in Wirklichkeit „Gottes Wort“ ist.“ – S. 20.
 

„Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, da jeder von uns heute vor ähnlichen Fragen steht.“ – S. 31.
 

„Es ist sehr wichtig, mehr über Jesus Christus zu erfahren, durch den all diese Segnungen erst ermöglicht werden.“ – S.36.
 

„Es ist sehr wichtig, die Wahrheit über Jesus zu kennen.“ – S.37.
 

„Es ist sehr liebevoll von Jehova, dass er Jesus und die 144000 als Herrscher für die Menschheit vorgesehen hat.“ – S.78.
„Wir können auch mit Sicherheit sagen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Gottes Königreich eingreifen und dafür sorgen wird, dass Gottes Wille auf der Erde geschieht.“ – S. 85.

 

„Es ist beeindruckend, zu sehen, wie sich diese Prophezeiung Jesu erfüllt, zumal er auch voraussagte, dass wahre Christen „Gegenstand des Hasses aller Menschen“ sein würden.“

– S.92
 

„Es ist beruhigend, zu wissen, dass Gott kein Leid verursacht.“ – S. 109
 

„Es ist viel vernünftiger, darauf zu vertrauen, dass Gottes Gesetze richtig sind und dass unser Lebengeber — falls wir aus irgendeinem Grund sterben — in der Auferstehung an uns
denken und uns unser kostbares Leben wiederschenken wird.“– S. 131.

 

„Es ist verkehrt, sich an Festen heidnischen Ursprungs zu beteiligen.“ – Fußnote Kap 16.
 

„Es ist wichtig, dass wir Jehova so anbeten, wie er es möchte.“ – S. 145.
 

„Die Mitglieder falscher Religionen bilden keine solche liebevolle Bruderschaft. Warum kann man das sagen? Sie bringen sich aus nationalen oder ethnischen Gründen gegenseitig um.“

– S. 148.
 

„Im Anhang wird auf Seite 219, 220 genauer erklärt, warum man sagen kann, dass Babylon die Große das Weltreich der falschen Religion darstellt.“ – Fußnote Kapitel 15.
 

„Ja es ist schon etwas ganz Besonderes, dass wir uns im Gebet an Gott wenden dürfen!... Es ist sehr wichtig, herauszufinden, was die Heilige Schrift über dieses Thema sagt, denn das Gebet
hilft uns, Jehova näher zu kommen.“ – S. 164.
„Es ist wichtig, diese Zusammenkünfte zu besuchen.“ – S.176.

?

Wer sich geschickt außen vor lässt, anonym bleiben will, unterliegt auch nicht den Bewertungssysthem eines Menschen, ob man dessen Vertrauen geschenkt bekommt oder nicht.

So auch dessen Bewertungen wie die des "Sklaven", die aber übernommen werden sollen, dessen Literatur man durchgeht.

Den „Studierenden“ sollte man als „Bibellehrer“ besser selber zu solchen Bewertungen kommen lassen, sie aber nicht derart vorweg nehmen. Denn dann handelt es sich wiederum nicht mehr um eine eigene Meinung, sondern um die Meinung, die der anonyme Autor
auch nur übertragen wollte.
Wer solche Formulierungen verwendet, der legt nicht wirklich wert darauf das der Leser/Studierende sich eine eigene Meinung bildet.

Weitere Techniken des Milton Modells werde ich hier nicht anführen,
denn das sollte zur Verdeutlichung ausreichen.

 

Die Informationen hier entsprechen etwa dem, was auch im Internet
jederzeit selber „ergoogelt“ werden könnte.

 

Suggestionstechniken gab es aber wie schon gesagt vor Milton Erickson. Weitere Ausführungen berufen sich auf „Althergebrachtes“ wie die unter 6.15 erwähnten Suggestivfragen.

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