Der Unterschied zwischen Beeinflussung

und Manipulation?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jemanden um etwas zu trinken bitten ist ein Beispiel für eine ganz natürliche Beeinflussung.

Jemanden anzulügen um etwas zu trinken zu bekommen ist ein Beispiel für eine Manipulation.

Kapitel 7 – Manipulationsformen
 

„Und darum läßt Gott ihnen eine Wirksamkeit
des Irrtums zugehen,
damit sie der Lüge glauben...“
- 2. Thessalonicher 2:11 („NWÜ“) -

 


„Die Wahrheit hat den Irrtum nicht zu fürchten, wohl aber der Irrtum die Wahrheit“
(Raymond Franz; ehemaliges Mitglied der leitenden Körperschaft).

 

7.1. Was ist eine Manipulation?
 

Man kann alles mögliche manipulieren.
Z.B. den Kilometerstand eines Gebrauchtwagens.
Oder die Kompassnadel mit einen Magneten.

Hier mal eine ->Übersicht was die gängigen Techniken angeht.
 

Klar das ich hier gezielt von der ->Manipulation von Menschen schreibe, was immer eine Form der Veränderung eines Sollzustandes darstellt.
Das es Menschen gibt, die über eine natürliche Begabung zur Manipulation verfügen und diese  es verstehen jemanden zum eigenen Vorteil, ist ja auch allgemein bekannt - nennt man Betrüger.

 

Ein Beispiel für einen manipulativen Einluss an sich wäre hier das ->Milgram-Experiment,

wo jeweils bewiesen wurde, das durschnittliche Menschen unter entsprechender autoritärer Anleitung (abgeben der Verantwortung) bereit sind Anweisungen durchzuführen, selbst wenn diese unmenschlich wären. Hier erfolgte der Manipulation direkt eine Umsetzung in eine abnorme Verhaltensweise, was ein Mensch in seiner normalen Umgebung nie tun würde.

(Nicht umsonst ist der Versuch daher mehr als kritisch bewertet worden, da nun mal die Versuchspersonen dabei eben manipuliert, aber vor allem auch thraumatisiert wurden.)


Die einfachste Form der Manipulation ist aber die profane Lüge.

So, wie man einen Fremden der nach dem Weg fragt mit einer falschen Information abfertigen könnte, so das dieser wahrscheinlich eine falsche Route einschlägt, genauso kann man im Prinzip jemand aufgrund von falschen Informationen Dinge glauben und machen lassen,

Das wäre dann eine Manipulation von Informationen

Das Grundproblem bei dieser Form der Manipulationstechnik von Informationen besteht weniger darin, dass jemand bewusst oder absichtlich falsche Informationen gibt, sondern darin, dass Informationen je nach Interesse in einem „besonderen Licht“ dastehen:

Bewusst oder unbewusst werden nur Informationen bestimmter Art bereitgestellt (z. B. Berichterstattung der ehem. DDR über Westdeutschland).

Doch vollständige Informationen sind zur Meinungsbildung unabdingbar, ja geradezu ein Muss.

Verteilt man aber nur die Informationen die jemand glauben soll und hält anderes dafür zurück, sind dies nicht die Informationen die jemand aber für eine wirklich eigene Meinung bräuchte.

Wichtige Informationen werden zur Nebensache gemacht und dadurch abgewertet; eher unwichtige Informationen werden breit ausgetreten. Informationen werden vorenthalten, um bestimmte Ziele zu erreichen indem dem forciertem gleichzeitig eine Bewertung zugeordnet wird.

 

Einem Manipulator ist dann wichtig, das der zu Informierende die Ansicht aus der halben Wahrheit annimmt (halbe Information (Halbwahrheit) + vorgegebene Meinung), damit er im erweiterten oder tieferen Vertrauensverhältnis die zweite Hälfte der Information serviert, welche sogar gegensätzliche Inhalte zur ersten Information besitzen kann, diese dann aber ebenso mit einer vorgegebenen Meinung bewertet, damit die erste Hälfte der gegebenen Information (+ Bewertung) von Bestand bleiben kann.

An der Stelle mal ein Filmtipp für die netflix-Serie ->"Midnight Mass" (Mitternachts-Messe).

In der geht es um einen neuen Pastor auf einer Insel, der ein immenses Geheimniss erstmal für sich behält. Aufgrund seiner Stellung und den gleichen Glauben hat er zu einigen Bürgern schnell eine Vertrauensbasis aufgebaut. Immer wenn ein Teil seines Geheimnisses bekannt wird, schafft er es mit biblischen Texten die Leute dennoch für sich zu gewinnen. Selbst als am Ende die ganze Wahrheit ans Licht kommt die so gar nichts mit der Bibel zu tun hat, glaubten einige Leute ihn immer noch...

Will nicht zu viel veraten - Aber diese Serie zeigt im Prinzip wie Manipulation durch Halbwahrheiten funktioniert, wobei man sich glaubhaft auf die Bibel stützt.

In der Praxis bei Jehovas Zeugen sieht das dann z.B.so aus, das dem Interessierten zuerst nur die Bibelverse präsentiert bekommt die das irdische Ableben betonen, um es so aussehen zu lassen als gäbe es nichts nach dem Tode - dafür wird die Auferstehung der Toten (wo man nicht weiter drauf eingeht von wo sie denn aufstehen) als Hoffnung im Paradies breit ausgeschmückt wird - ja sogar mit Versen die mit dem Paradies in der Offenbarung nichts mehr zu tun haben.

Dagegen werden die Verse welche sehr wohl eine Weitrexistenz betrachten, entweder im Totenreich oder bei Gott, erst später abgehandelt, wobei das eine dementiert wird und das andere nur auf eine spezielle Gruppe angewendet wird.

Anstatt also alle biblische Aussagen zu einer Thematik zusammenzufassen und die Bibel dann jeweils für sich sprechen zu lassen, um den Interessenten sich wirklich eine eigene Meinung bilden zu lassen, geht man mit der Informationsquelle für den christlichen Glauben (der Bibel) manipulativ um den Glauben der Jehovas Zugen zu vermitteln, bzw deren sicht auf spezielle Bibelpassagen. Folglich wird ein "Bibelstudent" der JZ zwar dasselbe Lesen wie jeder Christ auch, jedoch mit den Zusatz an Bewertungen und Dementierungen aus der Wachtturmliteratur.

Ist eine gegenseitige Manipulation nicht eine alltägliche Begebenheit?


Natürlich gibt es auch Befürworter manipulativer Praktiken, welche die möglichen Gefahren des Machtmissbrauch welche von diesen ausgehen, als alltägliches menschliches Verhalten bagatellisieren. Das kommt dem aber bei weitem nicht nahe.


Diese Leute seien an dieser Stelle gefragt, ob man den Machteinfluss durch manipulierende Propagandasprache, wie es zu Adolf Hitlers Zeiten auf das damalige deutsche Volk angewendet wurde, genauso runter spielen sollte.


Es kommt also drauf an, ob man eine Beeinflussung als natürlichen Vorgang erlebt, oder man gezielt mit Methoden wie z.B. Halbwahrheiten, etwas aus egoistischen Motiven erreichen möchte, was eine Manipulation eben zu erreichen sucht.

Man kann einen Menschen positiv beeinflussen, was bei der Erziehung von Kindern zutreffen kann. Jedoch würde ich dies als ein Beispiel für eine natürliche Beeinflussungsform bewerten. Genauso wie eine einfache Bitte um einen Schluck Wasser eine normale alltägliche Sache ist.

Man kann auch unbewusst jemanden manipulieren, weil man den Vorgang - manipuliert worden zu sein - selber nicht bemerkte, dann aber denselben Vorgang bei anderen wiederholt, mit dem man selber diese Informationen angenommen hatte. Wie zum Beispiel das eine geglaubte Lüge lediglich weiter erzählt wird.


Die Werbetechniken eines Supermarktes sind noch mal etwas ganz anderes, da diese lediglich zu einem Kauf überreden sollen - auch das will ausgewogen betrachtet werden.
 

In jedem Fall werte ich eine Manipulation als solche - wo spezielles Wissen gegenüber demjenigen angewendet wird, wie zum Beispiel die Übertragung von Bewertungen aus Suggestivfrage, der keine Ahnung hat das solches auf ihn umgesetzt wird, jeweils immer als negativ.
 

Wer dann einen Menschen bewusst zu beeinflussen sucht, indem er versucht „sein Herz zu erreichen“, dies im Sinne des „Sklaven“, auch über diese unbewusste, aber aktive Beteiligung des unwissenden ZJ, wurde schon einiges geschrieben.


Mit der Manipulation von Menschen, ihrer künstlichen und übergreiflichen Beeinflussung zur innermenschlichen Veränderung, wird seitens des „Sklaven“ die dauerhafte Bindung an die Gruppierung bezweckt. Manipulierte ZJ handeln nicht aus eigenen Einsichten oder Überzeugungen, sondern jenen aus der Fremdbestimmung heraus. Sich dann einer Fremdbestimmung innerhalb einer Religion zu unterwerfen ist natürlich unter dem Gesichtspunkt der Religionsfreiheit jedermanns gutes Recht. 


 

Kommt es, trotz der Bemühungen des „Sklaven“ die verschiedenen Beeinflussungsformen zu verhehlen, zur Selbsterkenntnis, u.U. jahrelang manipuliert worden zu sein, dies selbst in den tiefenpsychologischen Aktionen und Reaktionen seiner selbst, ist einerseits eine wertvolle Selbsterkenntnis, wenn man nur mal an die von dem Zeitpunkt an annehmbaren Möglichkeiten denkt.
 

Schritte zur Befreiung des inneren Menschen sowie die  Rückeroberung des eigenen Wesens ist eine interessante und lohnenswerte Erfahrung. Erst ist und kann es, wohl bemerkt, mit dem Schmerz verbunden, u.a. einem verletzten Vertrauen, welche eine Selbstsicht z.B. „jahrelang nur als Marionette gedient zu haben“, nun mal mit sich bringt – aber dann ist es eine wahre Freude alle möglichen Aspekte des Menschsein neu und selber zu entdecken.

Doch ich schweife mal wieder ab....


Manipulationen sind von den Suggestionstechniken insofern zu differenzieren, dass diese das bewusste Denken beeinflussen.
Suggestionen lösen dagegen unbewusste Vorgänge aus – es kommt auch auf die Suggestibilität des zu Beeinflussenden an, während bei Manipulationen mehr die Un-informiertheit, fehlendes Wissen des Unkundigen, eine Rolle spielt. Doch imPrinzip gilt auch:
Je größer die Suggestibilität umso beeinflussbarer ist jemand auch für Manipulationen.

Der Unterschied liegt bei der Manipulation auf der wahrnehmbaren Ebene, wo die aufnehmbaren Informationen verarbeitet werden sollen, welche der Manipulator auch nur hervorheben will.
Beide Methoden der Beeinflussung können gleichzeitig oder nebenher verwendet werden, genauso wie die „liebevolle Art“ ständig hochgehalten werden kann, um auf jemanden emotional einzuwirken.


Wenn man als Beeinflussender sich nicht auf eine Methode verlassen sondern den Menschen insgesamt verändern möchte, ist es effizienter alle Ebenen eines Menschen anzusprechen und dementsprechend verschiedene Wege gleichzeitig zu nutzen.

Hiermit möchte ich nun den Versuch der Kontrolle über die 2. Ebene des inneren Menschen betrachten, wenn man die Emotionalität (Kapitel 5), das Unterbewusstsein (Kapitel 6) und nun den Verstand jeweils für sich nimmt.

7.2. Weltbild – „geistiger Krieg“

Gemachte, feststellbare Einsichten, wandelten oftmals das Weltbild der Gesellschaft, dies aufgrund von neu gegebenen Informationen.
Als Galileo Galilei der damaligen katholischen Kirche, welche damals der europäischen Gesellschaft das flache Weltbild dogmatisch vorgegeben hatte, beibringen wollte, dass die Erde eben doch nicht das Zentrum des Universums sei, wäre ein Beispiel dafür.


So kann sich aber auch das „kleine“, das persönliche Weltbild individuell verändern – sei es durch neue Situationen die das Leben so mit sich bringt, eine andere Lebensweise oder eine eigens erlebte Erfahrung. Die biologischen und erfahrungs-technischen Veränderungen und die damit verbundenen Einflüsse auf das persönlich sich verändernde Weltbild in der Entwicklung des individuellen Menschen, seien hier nur mal angedeutet.


Neue Situationen liefern neue Informationen.

Umgekehrt, können neue Informationen eine Situation ganz anders darstellen, als wie man sie sich vorher gedacht hatte – z.B. wenn man ein Buch über ein bisher fast unbekanntes Land liest, welches die bisherigen Vorstellungen revidieren lassen kann...
 

Auf eine neue Darstellung des persönlichen Weltbildes, wie in der Phase wo der Interessierte für sich einen neuen Selbstzweck als ZJ erfährt, stellt sich erst der Verstand und darauf folgend der Mensch in seiner Gesamtheit so ein, das er sich besser der neu übernommenen Situation anpassen kann – diese Anpassung erfolgt immer, egal ob ein Weltbild selber erstellt, oder übertragen und übernommen wurde (z.B. durch Propaganda).


Ein übertragbares Beispiel wie sich für jemanden die „Welt verändert“, sprich seine Weltsicht, wäre wenn ein Bewohner eines Landes plötzlich mit einem Krieg, einer Konfliktsituation in der sich die Regierung seines Landes befindet auseinandersetzen müsste.


Die Übertragung auf einen ZJ wäre, das dieser suggeriert bekommt, sich als Gläubiger ZJ in einem „geistigen Krieg“ zu befinden, ein exklusiver Krieg den allein Jehovas Zeugen durchleben:

"Auch wir als Christen befinden uns in einer Art Krieg und müssen unser Denken vor den Attacken Satans schützen. Er bombardiert uns mit Versuchungen und mit Ideen, die unser Denken verderben sollen."

- WT 10/2022 Studienartikel 44

"Stell dir vor, wir wären im Kampf gegen Satan und die von ihm beherrschte Welt auf uns allein gestellt – ohne den Schutz der Versammlung..." - WT 09/2022 Studienartikel 37

"Jesus wusste: Nach seiner Rückkehr in den Himmel würde der Teufel weiter Krieg gegen jeden führen, der Jehova dienen möchte." - WT 03/2021 Studienartikel 13

"Satan ist über seinen erniedrigten Zustand wütend und weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Zusammen mit seinen Dämonen unternimmt er alles, um das Predigtwerk zu behindern und die Einheit von Jehovas Dienern zu zerstören. Damit befinden wir uns an den Kampflinien eines Krieges, der in Epheser 6:10-17 wie folgt beschrieben wird..."

- Organisiert Jehovas Willen tun kurz, das Organisiertbuch Kapitel  17, Abs. 6.

"Wie können wir mit direkten Angriffen des Teufels umgehen? Erstens: Rechnen wir damit — schließlich führt Satan Krieg gegen uns (Offb. 2:10; 12:17). Zweitens: Behalten wir die Streitfrage im Sinn. Der Teufel behauptet, wir würden Jehova nur dienen, solange es uns leicht fällt..."

- WT 05/2018 Studienartikel "Kenne deinen Feind".

"Unser Kampf ist natürlich kein buchstäblicher, sondern ein geistiger. Aber die Feinde sind real. Der Teufel und die Dämonen sind geschickte, kampferprobte Krieger. Man könnte denken, wir hätten keine Chance gegen sie..." - WT 05/2018 Studienartikel "Ihr jungen Leute — widersteht dem Teufel"

"Wir befinden uns im Krieg! Der Teufel kämpft gegen den gesalbten Überrest und die „anderen Schafe“ (Joh. 10:16). In der kurzen Zeit, die ihm noch verbleibt, hat er nur ein Ziel: So viele Diener Jehovas wie möglich zu verschlingen..." - Tagestextbroschüre 2017 .07.Dez.

„...beim Predigen und Lehren müssen auch wir sozusagen Krieg führen gegen Satan, der „den Sinn der Ungläubigen verblendet hat“ (2. Kor. 4:4). Wie im Fall Jesu sind auch „die Waffen unserer Kriegführung . . . nicht fleischlich, sondern machtvoll durch Gott, um starke Verschanzungen umzustoßen“ — Ansichten, die tief verwurzelt, aber falsch sind (2. Kor. 10:4).“ – WT 15.09.2009, S.14.
 

„Wenn wir vom Teufel befreit werden wollen, müssen wir einen geistigen Krieg gegen die bösen Geistermächte führen.... Damit wir beständig vor den bösen Geistermächten geschützt sind, müssen wir unter anderem Gottes Wort regelmäßig lesen und studieren sowie die Publikationen gut nutzen, für die „der treue Verwalter“ sorgt...“ – WT 15.01.2006, S. 29.


„Obwohl Satan zu den unterschiedlichsten Listen greift, um unsere Einheit zu zerstören, unsere Lehren zu verderben oder uns von unserer Lauterkeit Gott gegenüber abzubringen, halten wir in dem geistigen Krieg stand.“ – WT 15.01.2006, S.30.


„Auch wir müssen Gottes Wort studieren, darüber nachsinnen und um heiligen Geist btten, damit unser Glaube gestärkt wird und wir im Predigtdienst vorandrängen können... Nur dann haben wir Glauben und damit den nötigen Mut, in unserem geistigen Krieg bis zum Sieg auszuharren.“ – WT 01.10.2006, S. 18.

Kurz angemerkt: Auch die Christenheit sieht es an sich so, das man einen geistigen Kampf gegen dunkle Einflüsse durchleben muss und sich in Christus schützen kann - Jehovas Zeugen sollen aber anscheinend glauben das sie die einzigen wären die dies im Sinne Gottes täten, da es ja nur sie retten wird...

Zitat aus "Der Wachtturm" – Studienausgabe Oktober 2019 Studienartikel 41, Abs.3 + Fußnote:

„Babylon die Große“ wird vernichtet! Wie schon erwähnt, können die Nationen das, was zu diesem Zeitpunkt geschieht, nicht beeinflussen. Gott gibt es ihnen nämlich ins Herz, „seinen Gedanken auszuführen“. Welchen Gedanken? Das Weltimperium der falschen Religion, einschließlich der Christenheit *,  auszulöschen.

Fußnote "*": KURZ ERKLÄRT: Die Christenheit besteht aus Religionen, die sich als christlich bezeichnen, aber die Menschen nicht lehren, Jehova so anzubeten, wie er es möchte**."

 

"**" KURZ ERKLÄRT von mir: "Jehova anbeten wie er es möchte" = Vorgaben des selbsternannten Sklaven, wie er es gerne hätte.

 

Wer sich mit diesem Weltbild durchs Leben begibt (siehe obenstehende Wachtturmzitate), wird klarer weise hinter einer anderen Ansicht nicht einfach nur eine als solche betrachten, sondern als eine Gefahr für den eigenen Glauben, eine „feindliche Gegenansicht“ weil man meint durch das befassen mit einer anderen Meinung würde man den eigenen Glauben in Gefahr bringen - ein Prüfen und ein eigenes Erlangen von neuen Kenntnissen, aufgrund der Überprüfung anderer Ansichten, werden meist nicht vorgenommen und schon gar nicht als gleichwertig betrachtet.

Das einzige was äusserst selten passieren würde wäre, das die eigene Sicht für das, was „wahr“ ist etwas relativiert wird - ganz ganz selten durchblickt ein Jehovas Zeuge die Lage, das Boot in das er hineingezogen wurde, weil es dort so schön ist, jedoch nicht das es zu kentern droht sobald er es hinterfragt.
 

Hier greift das eingeimpfte Bedürfnis, in der „Wahrheit zu sein“, was nur bei ZJ sein darf, denn sonst wäre es nicht „die Wahrheit“. Das Selbstbild eines ZJ, im kalten Krieg gegen den Teufel zu sein, „kämpfen“ zu müssen, sowie immer durch die „Publikationen“ des „Sklaven“ für diesen „Krieg“ gerüstet zu werden, ist ein bewusst inszenierter Dauerstressfaktor, zumal dieser Krieg bis ans Lebensende eines ZJ verlaufen wird, welcher hofft „Harmagedon“ zu überleben.
 

Da diese Veränderungen im Weltbild genauso real durchlebt werden, wie die damit verbundenen suggestiv ausgelösten Emotionen, kommt der neue Glaube an dieses Weltbild, inklusive des „geistigen Krieges“, als real erlebare „Wahrheit“ vor.
 

Dass dies nur eine subjektiv erlebbare Realität sein kann, wird nicht vernommen, obschon für den Außenstehenden sich nichts verändert hat – es verändert sich eben nicht die Realität an sich, oder die Wahrnehmung anderer Leute - sondern lediglich die Wahrnehmung über die Welt und die Menschen darin.


Eine solche neue Sicht kann aber auch auf Fehlinformationen basieren, oder auf bewusst inszenierte Halbwahrheiten. Der gewünschte Effekt des „Sklaven“, das seine Anhänger sich von „feindlichen Gedankengut“ isolieren wollen, basiert auf den von ihm vermittelten fragwürdigen Inhalten, womit es zu einem verstellten Weltbild kommt, weil das übertragene Weltbild nicht mehr der Normalität, oder der Allgemeinheit entspricht.

Wenn man jemanden bewusst falsche Informationen mit auf seinem Weg gibt der einem vertaut, dann wird dieser eben nur auf diesen, den gegebenen, agieren können.
 

Neue Informationen sind es also, auch die Fehlerhaften, die einen Menschen zu neuen Annahmen und einer Veränderung im Weltbild veranlassen können. Auch können sie zu einer Änderung in der Lebensweise beitragen, wenn man meint, durch entsprechende Taten, oder „neuer Ideen“, sein eigenes Leben zu „verbessern“.

Oder eben (aus Angst), um „Harmagedon“ zu überleben.
 

Wenn man das weiß, dann kann man solches Wissen ausnutzen:

Man kann dann mit der vom „Sklaven“ geforderten „liebevollen“ Rhetorik (sowie den dazu passenden Werkzeugen) einen Menschen dazu veranlassen, das er die gewünschten Informationen dazu verwendet, sich selber und die ganze Welt, in einem „neuen Licht“ zu betrachten.

Auch erfolgen eine Anpassung und/oder eine Übernahme, je nachdem welcher Natur diese Informationen sind. Als ZJ und Interessierter bekommt man nun auch Informationen mit auf dem Weg, die vor allem in seiner „Beziehung zu Jehova“ eine Rolle spielen sollen.

Es wird das Motiv „Gott zu gefallen“ als Prämisse suggeriert, um sich nicht nur im persönlichen Weltbild sondern sich auch vom „Sklaven“ als Mensch, in seinen bisherigen Ansichten und Verhaltensweisen, verändern zu lassen.
 

Der Wunsch, „sich zum positiven verändern zu lassen“, basiert also ebenso auf Suggestionen, kombiniert mit falsch erzeugten Annahmen. Wurde dieser Wunsch, und das was man „tun muss“ um „Gott zu gefallen“ erfolgreich auf der (emotionalen) Informationsebene übertragen, verändert sich der Mensch in seinem ganzen Wesen.
 

Das es sich bei diesen Informationen des „Sklaven“ jedoch leider um einseitige Informationen handelt, welche man lediglich in rhetorisch geschickten Wortformulierungen verpackt, oder wo vordergründig ein Anschein eines „biblischen Erfordernisses“ erweckt wird um „Gott zu gefallen“, oder wo auch eine Glaubensansicht als eine angeblich „biblische“ vorgestellt wird (wie das „Paradies auf Erden“), gehören, trotz ihrer Invalidität, dennoch zu solchen Informationen, welche das Leben von Millionen von ZJ prägen.


Der Vertrauensfaktor spielt hier wieder eine Rolle, da man als Studierender Informationen übernimmt weil man einen ZJ vertraut, der wiederum auch nur die vorgegebenen und einseitigen Informationen des „Sklaven“ weitergibt.
 

Diese Manipulationen betreffen nun den Studierenden, da diese Inhalte bewusst verändert, verzerrt, gekürzt oder erweitert werden, was ihn sich falsch, weil einseitig und unvollständig, informieren lässt; bzw. bestimmte Sachverhalte werden nur so beleuchtet wie es der eigenen Sache nützlich ist, aber niemals nachvollziehbar aus der Sicht der „feindlichen“ Gruppierung betrachtet, was für eine wirkliche eigene Meinung aber eine Notwendigkeit wäre.
 

Z.B. wird seitens des „Sklaven“ die Dreieinigkeit als völlig diffuses, heidnisches und Götzen-haftes dargestellt. Das aber das Bild für diesen Glauben genauso aus der Bibel zu entnehmen ist wie der Glaube der ZJ, dies sogar logisch und nachvollziehbar erklärt werdenkann, wird den ZJ gar nicht erst mit auf dem Weg gegeben.
 

Die Annahme solcher falschen Informationen setzt beim HB der ZJ voraus, das der Interessierte bisher un-informiert war, über das, was Christ zu sein „wirklich“ bedeutet - nämlich das es hier gar keine pauschale für geben kann - genauso wie nur Uninformierte sich der „Glaubensinhalte der Bibel“ aus dem Buch „Was lehrt die Bibe wirklich?“ oder "Glücklich - für immer", sich ohne den Schutz des Wissens (Wissen über die tatsächlichen biblischen Grundlagen des christlichen Glaubens, ohne die einseitigen und zusammenhanglosen Darstellungen des „Sklaven“), hilflos ausgeliefert sind.
 

Dort kann man mit der „Informationsmanipulation“ ansetzen. Hier möchte ich mich daher einerseits im wesentlichen auf die allein rational erfassbaren Informationen beziehen welche der „Studierende“ während seiner Indoktrinierung erhält, wie mit diesen manipulativ umgegangen wird, ohne jedoch die unbewussten und emotionalen Aspekte und Wirkungen von diesen „Infos“ gänzlich außen vor zu lassen.

Auf der wahrnehmbaren Informationsebene sind ja nun mal auch die suggestiven Auslöser, siehe voriges Kapitel - eingebettet - ähnlich wie ein Computervirus sich an einem Download anhängen kann.
 

Welche Informationen vom Sklaven bewusst vorenthalten werden versuche ich zu ergänzen wobei ich hier keine Vollständigkeit garantieren werde, denn ich werde in diesen Rahmen nur einige Beispiele nennen können – alle vorhandenen Nuancen der Informationsmanipulation seitens des „Sklaven“ anzuführen, wäre wiederum eine Lebensaufgabe für sich...
 

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Da der „Sklave“ sich hier im Wesentlichen der Sprache bedient mit ihren Monumenten der Bedeutungen ihrer Wortlaute, muss ich auch auf die „Manipulation der Sprache“ hinweisen, da noch während der Informationsaufnahme die Sprache selber in ihren Bedeutungen verändert wird.

Einige Folgen davon und die Vorteile die sich daraus für den „Sklaven“ ergeben, wurden bereits im Kapitel 1 betrachtet („Von der Verwendung von Schlagwörtern“).

7.2.1. Ein Anliegen
 

Es ist nun mal so, das ich als Autor meine niedergeschriebenen Ansichten so zu formulieren pflege, wie es meinen Überzeugungen entspricht, auch wenn es nur meine derzeitigen sind.

 

Das Christentum ist in sich breit gefächert, so das es verschiedene Erklärungsansätze zum christlichen und biblischem Gottesbild gibt und zu anderen biblischen Themen, weil von den Gläubigen und der begründeten Theologie dahinter jeweils die Bibel rein subjektiv unterschiedlich verstanden und Aussagen unterschiedlich gewertet werden - was im Grunde die leitende Körperschaft auch nicht anders macht.

 

Deswegen sind es jedoch noch lange keine heidnische Lehren, sondern Ansichten aufgrund vom biblischen Verständnis - und unser Verständnis über die Bibel ist nun mal rein menschlich und daher fehlerhaft, aber auch beeinflussbar.

Als Autor der sich aber nun auch auf das allg. Christentum beziehen möchte, müsste ich mich nun auf auf jede unterschiedliche Ansicht beziehen....?

Neeee, das lasse ich mal schön sein.

Da ich schon seid dem ersten Schujahr in der Bibel lese, glaube ich auch inzwischen nach meinen Ausstieg die Bibel und die Zusammenhänge für das allgemeine Christentum ganz gut zu kennen. Das würde ich wie folgt definieren wollen:

 

Es gibt Gemeinsamkeiten, im katholischen, evangelischen, pfingstlerischen, baptistischen, neuapostolischen, freievangelischen und anderen Strömungen, aber auch viele viele konfessionslose Christen, die allesamt die selben biblischen Ansichten haben über:

 

Das Gottesbild, die Hoffnung und das Heil durch Jesus Christus, der Verbleib der Gläubigen nach dem irdischen Ableben, die kommende Auferstehung der übrigen Toten, das Kommen Jesu Christie und dessen Herrschaft über die Erde (und damit das Paradies), sowie in vielen anderen Dingen.

Doch das eigentliche Christentum besteht aus allen Einzelpersonen die Jesus als den Herrn und Erlöser angenommen haben und nun für sich sucht gottgefällig zu leben.

Ganz egal in Verbindung mit welcher Konfession er dies macht, oder auch ohne:

Christsein ist immer eine persönliche Verantwortung, wo man selber für das eigene Glaubensleben und der Freundschaft mit Gott verantwortlich ist.

In dieser überkonfessionellen Gruppe von Christen sehe ich auch mich.

Aber auch ich lerne hinzu (und dabei bleibe ich bei dem, was ich vor zehn Jahren schon schrieb:), ich denke wie fatal es wäre, wenn es nicht so wäre. Daher ist es gut möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, das Dinge, wie ich sie hier aus meinen derzeitigen Wissensstand heraus erkläre, schon "morgen" ganz anders betrachtet werden können – wenn auch nicht alles.
 

In den letzten zehn Jahren hat sich bei mir natürlich so einiges getan. Wenn ich auch nicht meinen Glauben übern Haufen geschmissen habe, so muss ich sagen das zum Beispiel das einjährige Seelsorge-Seminar mir selber etwas gegeben hatte. Oder wo ich mit auf Missionstour war und in Tschechien den Sinti und Roma predigen durfte, dies mit einer abenteuerlichen Autofahrt mitten in einem Schneesturm. Momente mit Gott wo er mir zeigte wie humorvoll ER sein kann... aber ich schweife ab.

Wenn ich mich hier also auf das allgemeine Christentum beziehe, dann dies als der Mensch der ich bin, aber auch als der Christ der inzwischen das allg. Christentum was besser kennen lernen durfte. Auf dieses beziehe ich mich hier wenn ich vom allg. Christentum spreche.
 

Um diese Thematik abzurunden muss ich hier also stellenweise etwas "Evangelisieren", um den Leser zu verdeutlichen, wovon eigentlich genau der ZJ aufgrund seiner Prägung vom "Sklaven" sich zu differenzieren sucht.

Dabei werde ich unweigerlich auf das allg. christliche Glaubensbild zurückgreifen müssen, dies unabhängig davon, ob das Christentum nun für den Leser eine authentische Glaubensrichtung darstellt oder nicht. Insofern ist mein "predigen" auch mehr eine Nebensache.

7.3. Nötige Differenzierungen „(Gott-) Glaube“
 

Was soll die Frage? Vor allem jetzt und hier? Dem ZJ hatte ich versprochen niemals an irgendeiner Stelle in diesem Buch seinen Glauben anzuzweifeln und dabei möchte ich es auch belassen. Es ist mir jedoch ein Anliegen zu verdeutlichen, dass dieser Begriffan sich interpretationsbedürftig ist, weil er an sich ein Oberbegriff ist.
 

Ich halte es daher für nötig, gewisse Dinge voneinander zu differenzieren, bevor alles „in einem Topf“ geschmissen wird, bzw. was bereits unbewusst praktiziert wird, dann aber auch wieder ganz bewusst seitens des „Sklaven“ durch seine eigene Definitionen andere Bedeutungen erhält, als wie es in der Allgemeinheit verstanden werden würde.
 

Was ist also nun eigentlich „Glaube“?
„Glaube“ ist einmal die Substantivierung von „glauben“.
Zu glauben heißt „nicht wissen“, ist doch klar – klar ist nur nicht jedem, das es deswegen nicht „nichts“ ist, sondern ein durchaus realer Vorgang.

 

Ich glaube dass ein Stuhl mich halten wird, ohne es genau zu wissen ob er diesmal nicht einkracht, weil ich die Erfahrung gemacht habe, das Stühle in der Regel nie meinem Gewicht nachgeben. Ich glaube dass es heute nicht regnet, weil ich a) den Wetterbericht gelesen habe und b) die Sonne scheint – dennoch könnte es regnen.

Ich glaube dies, ich glaube das und jenes, usw. usw...
 

Ein Glaube ist es also immer dann, wenn man sich einer Sache nicht so sicher sein kann, als wo man von „wissen“ sprechen kann. Eigene Überlegungen und Erfahrungen, sowie der Einfluss der Gefühlswelt, tragen dazu bei, das man sich persönlich etwas „sicher“ sein kann.
 

Es ist im Alltag mit „vertrauen“ gleichzusetzen, wo ich hier jedoch zwischen vertrauen und glauben wie folgt differenzieren möchte:

Je mehr Grundlagen zu Annahmen und Erfahrungen es um eine bestimmte Sache gibt, um so mehr kann man davon sprechen ihr vertrauen zu können – je weniger Basen es gibt um etwas vertrauen zu können, um so mehr wird man ihr glauben müssen.


Ich will jetzt nicht sagen, das „vertrauen“ eine Basis hat und „glauben" nicht. Die Basen für Glauben sind Emotionen, das „Gefühl“, sowie Beobachtungen und daraus resultierende Rückschlüsse, was jedoch nur die subjektive Wahrnehmung und daraus folgend eine für sich getroffene Entscheidung betreffen kann, denn ansonsten wäre es allgemeingültiges „Wissen“, was jeder nachvollziehen könnte.


Vertrauen verhilft aber auch den Alltag zu bewältigen, da wir es gelernt haben auf bestimmte Prozesse des Alttags zu bauen, da wir ansonsten ewig (in Sorgen ver-)zweifeln würden ob z.B. die Kuh noch Milch liefert, oder das Wasser über dem Feuer auch heiß wird.
 

Aus dem Prozess des (Kennen-)Lernens entsteht Erfahrung, aus der Erfahrung das Vertrauen.

So ist es auch mit dem Gottglauben.
Sich selber als Schöpfung, oder Produkt einer initiierten und beeinflussten Evolution zu sehen, ist das eine - ein möglicher Rückschluss. Für die einen überwiegt das erstere mehr als das andere und umgekehrt genauso.

 

Die emotionale Auswirkung von diesem ist dann unterschiedlich ausgeprägt – es bleibt dann halt nicht immer nur beim Rückschluss des Theisten, sondern es geht darüber hinaus, indem Dankbarkeit für die eigene Existenz empfunden wird, welche auch ausgelebt werden will.

Das Bewusstsein um die eigene Existenz wird dann mehr als ein Hinweis verstanden, dass es jemanden als Verursacher geben kann/muss (je nach Intensität dieses Empfindens), der für diesen Dank auch empfänglich ist.
 

Wie diese Dankbarkeit zum Ausdruck kommt ist unterschiedlich.
Das kann völlig individuell, aber auch durch eine Religion beeinflusst, vorgehen.

Oder beides.

Das Gottvertrauen ist eine Steigerung des Gottglaubens und das Resultat einer persönlich erlebten Bestätigung, weil der Glaube (ähnlich wie der Glaube an die Liebe) scheinbar irgendwie von Gott bestätigt worden ist, oder man etwas erlebt hat was man allein Gott zuschreibt.
 

Auch wenn ich bisher nur das „Vertrauen“ in der Wechselbeziehung zum „Glauben“ versucht habe herauszustellen, muss m.E. noch weiteres differenziert werden, wenn es um den Oberbegriff (Gott-)„Glauben“ geht:
 

Wenn ich nur mal die Frage nehme „Welchen Glauben hast du?“, wird manchmal mit einer Konfessionszugehörigkeit geantwortet („Ich bin evangelisch“, o.a.).
Diese Antwort kann aber auch kommen, wenn man gar nicht mal mit den Ansichten der Konfession übereinstimmt – oder auch, wenn man gar nicht mal an einen Gott glaubt oder diese Religion und ihre Inhalte kaum ernst nimmt („Namens-Christ“).

 

Der Gott-Glaube ist aber nicht das gleiche wie die profane Zugehörigkeit zu einer Religionsorganisation, den schriftlichen Eintrag bei einer Kirche. Wenn eine Behörde nur aus steuerrechtlichen Gründen nach der Konfession fragt, dann fragt sie bestimmt nicht aus dem Interesse eines Seelsorgers heraus.

Die Konfessionszugehörigkeit ist also allein ein amtlicher oder schriftlicher Eintrag, welcher zwar die Mitgliedschaft zu einer Kirche bestätigt, jedoch an sich nichts über die Glaubensinten-sität des Mitgliedes aussagt.
 

Natürlich ist es so, das auch welche mit einer Mitgliedschaft an Gott glauben – da wird dann meist miteinander verwoben, obwohl das eine mit dem anderen nichts zu tun haben sollte. Beispiel: „Klar glaube ich an Gott, deswegen bin ich ja evangelisch/ein Mitglied der evangelischen Kirche.“
 

In solchen Fällen wird bereits die Identifikation als Gläubiger mit der von anderen Gläubigen initiierte organisatorische Einrichtungen verwoben, indem jemand seinen persönlichen Glauben mit der Zugehörigkeit zur Religionsorganisation gleichsetzt, obwohl das eine
nichts über das andere aussagt.

 

Gottglaube kommt ja auch bei denen vor, die nirgendwo Mitglied sind (bei mir zum Beispiel).
Was anderes ist nun die Frage nach der persönlichen Glaubensrichtung und einer bereits existenten Religion, was man ebenso unter „Glaube“ einordnen könnte.

 

Ich würde jetzt nicht sagen, dass beides dasselbe ist, obwohl sich beides um dieselben Glaubensinhalte drehen können. Das kann jeweils ein gehöriger Unterschied sein.
Fragt man jemanden nach seiner „Religion“ (auch wieder ein Oberbegriff), können auch hier Antworten kommen, wo auch wieder, ohne gläubig sein zu müssen, lediglich eine Zugehörigkeit genannt wird.

 

Als Religion würde ich persönlich die Wege und Mittelbezeichnen, die ein Mensch einschlägt und auslebt, wie er persönlich seinen Gott-Glauben einen Ausdruck verleihen möchte. Dies darf auch wieder in Verbindung mit einer althergebrachten Gruppe (Religionsorganisation) oder lediglich im privaten Rahmen geschehen, wo entweder die Glaubensinhalte so einer Gruppierung von Gleichgesinnten übernommen werden – teilweise oder ganz - oder es ganz beim persönlichen erlebten Gottesbild belässt.
 

Die Glaubensinhalte der verschiedenen Religions-Gruppierungen unterscheiden sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Entstehungs- und Entwicklungsgeschichten, wo es natürlich auch welche mit demselben Ursprüngen gibt, sowie identische Inhalte. Doch jeder Gläubige wird wiederum sein eigenes persönliches Bild von Gott in sich tragen.
 

Dagegen ist die Glaubensrichtung die persönliche Tendenz, wo einerseits der persönliche Glaube auf die Glaubensinhalte einer Religion erweitert worden sein kann, jedoch nicht von einer Mitgliedschaft einer Einrichtung abhängig ist.
 

Man kann z.B. den christlichen Glauben ausleben, Christ sein, ohne irgendwo Mitglied sein zu müssen – man folgt einer Religion, ohne etwas mit deren „weltlichen“ Organisationen zu tun haben zu müssen.
 

Die Glaubensinhalte, die ein Gläubiger für sich übernommen hat, können nun in Verbindung mit oder ohne Zugehörigkeit einer Religionsorganisation, dennoch als eine Religion der man nachgeht ausgelebt werden. Zusätzlich kann man dann noch irgendwo Mitglied sein, was aber für sich wie schon geschildert nichts über die Glaubensintensität aussagt.
 

Eine Religion einer bereits existenten zu benennen ist dann eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Glaubensrichtung - aber auch nur dann, wenn der persönliche Glaube auf derer
Glaubensinhalte, teilweise oder ganz, erweitert wurden. Dennoch sollte man unterscheiden, wenn man eine Religion annimmt, dass es weder Pflicht oder Voraussetzung ist, dann auch sich einer Organisation, oder einer Gruppierung, zu verpflichten (vergleicheLukas 9, 49-50 oder Markus 9, 38-40) – denn einer Religion nachzugehen, ein Übernehmen von Glaubensinhalten, ist nicht dasselbe wie deren Organisationen, oder eine Mitgliedschaft in einer solchen.


Wenn überhaupt, kann der persönliche Glaube nur eine Sache zwischen Gott und den Gläubigen sein – es bedarf keiner Verwaltung, es sei man möchte sich irgendwo eintragen lassen. Dieses Wort, Glaubensrichtung, ist eine Erweiterung des Wortes „Richtung“, um die „Tendenz“, „in welche Richtung“ oder „in welche Religion“, der Gläubige seinen Glauben einzuordnen sucht, benennen zu können. Diese „Glaubensrichtung“ kommt z.B. in der Frage vor, vor der ein Gläubiger stehen mag der noch keine Religion hat – ganz gleich ob
er sich diese Frage bewusst stellen mag oder nicht.

 

Ich kenne wenige Menschen, die sich nur auf eine pure Begegnung mit Gott einlassen, was ich ja auch als eine, wenn auch private, Religionsform bezeichnen würde, so wie sie Gott persönlich zu erleben glauben, ohne sich von den Vorgaben anderer Religionsgruppierungen/Orga-

nisationen beeinflussen zu lassen – das gibt es natürlich auch.
 

Die Wahl der Glaubensrichtung, wenn man eine Wahl hat, sollte das Resultat einer persönli-chen Abwägung sein ob der private Gottglaube auf die Glaubensinhalte einer Religions-gruppierung erweitert werden kann – der Gläubige übernimmt dann einen Glauben,
zumindest sollte es so sein, weil er für sich persönlich darin einen Wert entdeckt hat, oder weil er den Eindruck verfolgt, dort Gott nahe zu sein.


Hier ist es aber auch möglich, sich für keine Religion zu entscheiden, sondern es lediglich bei dem Gedanken zu lassen, dass es einen Gott gibt.
Gottglaube ist also nicht immer gleich das Nachgehen einer gegebenen Religion, sondern bestenfalls die Voraussetzung, wieso das jemand tun möchte. Ich kenne dies meist von wissenschaftlich interessierten Leuten, die lediglich vermuten, dass es da etwas „Höheres“ geben muss, aber deswegen nicht gleich einer Religion angehören wollen.

 

Aber nur weil jemand keiner Religion nachgeht, muss er deswegen nicht „ungläubig“ sein. Es kann also lediglich bei dieser Ansicht bleiben, ohne in einer Religion dem Glauben ein Gesicht verleihen zu müssen.
 

Ich kann das gut nachvollziehen, das aufgrund der Betrachtung einzelner Gruppierungen man auf Dinge stoßen wird, die einem unmenschlich und/oder phantasievoll vorkommen werden.
Aber auch Ängste, sich emotional zu öffnen, oder „lieber bei Vernunft“ zu bleiben, spielen bei dieser Haltung eine Rolle, genauso wie schlechte Erfahrungen mit Religionen (das „gebrannte Kind....“).

 

Der persönliche Glaube muss nichts mit den Inhalten einer Religion zu tun haben. Der Mensch sollte die Wahl haben ob er etwas, oder alles, für sich aus einer Religion für sich so annehmen kann, oder auch nicht – auch wenn das sich für den Leser vielleicht erst mal
nach einer Tendenz zum „persönlich zusammengestellten Glauben“ a
nhört, dann verfolge ich genau diese Absicht.
 

Denn m.E. nach darf jeder Mensch das glauben und verstehen, wozuer gemäß seinen individuellen Fähigkeiten auch nur in der Lage ist.
Jeder Mensch darf seinen eigenen Wissens- und Erkenntnisstand haben, sowie sich weiter-entwickeln, austauschen, neues Lernen, so wie es gerade in seiner persönlichen Entwicklung sinnvoll ist.

 

„Die Religion sollte für den Menschen da sein, aber nicht der Mensch für die Religion.“

- Raymond Franz
 

Dies nennt man Glaubensfreiheit und ist eines der Menschenrechte.

7.4. Der persönliche Gottglaube und der „Sklave“


Wenn man jedoch als Kirchenführung wert darauf legt, so wie der „Sklave“, das alle ZJ dasselbe glauben, sowie denselben Glaubensstand verfolgen sollen, das der persönliche Glaube, eigentlich der ganze Mensch, kontrolliert in die gesamte Religion eingebunden werden soll, kann es fataler weise zu einer aufgezwungenen Einheit werden.

Ist es ja auch bereits - das mit positiven Folgen , wie zum Beispiel die forcierte Liebe untereinander die auch teilweise funktioniert weil alle "gleich ticken", dies jedoch auf Kosten der persönlichen freien Meinung über biblisches Verständnis.
 

Wo der Gläubige aufgrund der Indoktrinierung seine natürliche Glaubensentwicklung verlässt und suggeriert bekommt, das er ja alles freiwillig macht und das alles ja auch seine persönlichen
Ansichten sind, welche der "Sklave" ihm suggeriert, verdeutlicht eigentlich das es ein unnatürlicher Weg sein muss, wie ein ZJ zu seiner Religion gekommen ist.

 

Wenn in einen Wald alle Bäume gleich aussehen würden, weil Drähte und Stützen, sowie regelmäßiges Stutzen den natürlichen Wachstum unterdrücken, dann käme dies doch jemanden unnatürlich vor ... wie darf einem es dann vorkommen, wenn alle ZJ das gleiche glauben müssen?
Ein Baum in der freien Natur darf wachsen wie er kann und wie es der Boden hergibt – ein
ZJ muss glauben was er glauben „darf“...

Indoktrinierung bedeutet auch, das eine geistliche Führung in die Persönlichkeitsrechte eines Unwissenden eingreift, um ihn in seinen natürlichen und individuellen Weg der Glaubens- und Gottesfindung zu verwehren, da man bestrebt ist allein die Ansichten zu übertragen, neben
der suggerierten Natur des Glaubens, welche der geistlichen Führung auch nur von Interesse sind. Fatal wird es also, da die Religionsorganisation darauf aus ist, das ihre Glaubensinhalte 1:1 auf den Anhänger übertragen wird, zusammen mit der Illusion einer eigenen Ansicht.

 

Der ZJ kann es nicht mehr voneinander differenzieren, denn seine ursprünglichen und natürlich entwickelten Gottesgefühle werden beim „Heimbibelstudium“ übergangen und durch suggerierte ersetzt – zumindest wenn es nach dem „Sklaven“ geht.
 

Hier ist also schon lange nicht mehr von einem einfachen harmlosen Einfluss die Rede – ein harmloser Einfluss wäre erkennbar, wenn innerhalb der Gruppierung andere Ansichten, bei den Anhängern untereinander, akzeptiert werden würden.
 

Bei den ZJ ist es jedoch so, das andere Sichtweisen gar nicht erst aufkommen (aus Angst...), weil diese nicht erlaubt sind (... vor dem sozialen Ausschluss aus der Gruppierung oder aus Angst vor
Harmagedon).

 

Und wenn sie aufkommt, die eigene abweichende Meinung, muss diese für sich behalten werden, weil der „Sklave“ die „Einheit“ (ich nenne es eine „Willkürherrschaft“ des Sklaven) bewahren will – wer nicht mitmacht, muss gehen.

7.5. Kritikverbot
 

Hinzu kommt das unausgesprochene Kritikverbot, was u.a. wie folgt formuliert wird:
 

„Welches andere Mittel setzt der Teufel ein, um uns fortzuziehen? ... Andere gehen noch weiter und behaupten, die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas oder andere verantwortliche Brüder würden auf die Freiheit des Gewissens übergreifen oder auf das „Recht“ des einzelnen, die Bibel auszulegen ... Nimm dich vor Personen in acht, die ihren eigenen, andersartigen Meinungen Geltung zu verschaffen suchen. Hüte dich ebenfalls vor Personen, die alle
Einschränkungen aufheben wollen oder die Freiheit versprechen, indem sie behaupten, Jehovas Zeugen seien Sklaven!“ – WT 15.03.1986, S. 17.


Jemand, der eine „andersartige“ Meinung hat als wie der „Sklave“ sie lehrt, dem wird also vorgeworfen, er würde deswegen sich selber „Geltung verschaffen“ wollen, ein Mittel was der Teufel einsetzen würde – dabei hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Da es aber so geprägt wird, wird fortan hinter jeder anderen Ansicht eine teuflische vermutet, selbst wenn diese ein ZJ äußert.
 

Authentische Kirchen achten auf die konstruktive Kritik ihrer Anhänger und respektieren andere Meinungen und Ansichten – bei den ZJ wird diese in der Regel gar nicht erst ausgesprochen.
 

Insofern ist hier nicht mehr von einem Einfluss die Rede, sondern viel mehr von einem Zwang, der von dem Indoktrinierten nicht (oder nicht sofort) erkannt wird.
Das Naturrecht des Menschen (Menschenrecht) auf eine eigene Ansicht und Meinung wird also nicht nur manipulativ in der Indoktrinierung umgangen, sondern wird später auch innerhalb der Gruppierung sogar zur Not als "Abtrünnigkeit" geahndet, sofern ein Anspruch auf dieses Recht dennoch geltend gemacht werden will.

 

ZJ verzichten daher lieber auf dieses Grundrecht.
 

Sicherlich ist es nur legitim, wenn man die Wahl hat, eine Religion wählen zu können, welche einem am authentischsten vorkommt das man dieser dann nachgeht.
 

Meine Aufgabe sehe ich hier nun darin darauf aufmerksam zu machen das es manipulative Methoden zur Religionsfindung gibt, eben solche Methoden welche die eigene Religion als authentisch erscheinen lassen will.

 

Es gibt eben Unterschiede zwischen authentisch zu sein und nur den gezielten Anschein einer „Wahrheit“ zu illusionieren. Speziell wenn es um die praktische Anwendung jener Methoden seitens des „Sklaven“ geht, die er an seinen Anhängern, den ZJ, ausübt.
 

Die Wahl der Religion kann und wird eben auch aufgrund von manipulativen Vorgaben getroffen, der man sich schlicht nicht bewusst ist und alles andere als eine natürliche Glaubensfindung darstellt.

Eine solche Wahl sagt ja nichts, wie schon geschildert, über den „Gott-Glauben an sich“ aus.

Das eigentliche Problem liegt auch gar nicht im Gottglauben.

Das eigentliche Problem ist:
 

Die Wahl für die Religion der ZJ wird eben auch aufgrund von fragwürdigen Informations-inhalten (neben der emotionalen Vereinnahmung und den Suggestionstechniken), vor allem in ihrem Negieren gegenüber anderen christlichen Gruppierungen (der angeblich „falschen Religion“) getroffen.

 

Der Entschluss zum Gottglauben ist und bleibt der gleiche auch wenn man eine Religionsorganisation als Mitglied verlassen haben mag.
Wenn man dies jedoch niemals voneinander differenzieren konnte, den eigenen Glauben und der gegebene aus der Religion, so ist es auch möglich, dass mit dem Verlassen einer Religion auch der Glaube an sich aufgegeben wird, weil man gemäß den vorgegebenen Überlegungen und während der Indoktrinierung beides als dasselbe vermittelt bekommen hat.

 

Jedoch hat schon allein von der Bedeutung der beiden Komponenten her (Zughörigkit zur  Religion und privater Glaube), das eine nichts mit dem anderen zu tun.
 

Der „Sklave“ jedoch hat als Kirchenführung bewusst den Wert darauf gelegt, beides beim Anhänger manipulativ miteinander zu vermischen, so das beides dasselbe ist, um eben dieses Gefühl der Abhängigkeit des Glaubens von einer Religion (sowie ihrer Organisation) erst einmal
aufzubauen und weiter festzufahren. Je nach Beeinflussbarkeit des Interessierten wird er dabei auch Erfolg haben.

 

Wenn jemand die ZJ verlässt und damit auch seinen Gottglauben aufgibt, kann ich davon ausgehen, das es nie so etwas wie eine persönlich erlebte Gottesbeziehung gegeben hat, sondern nur der Illusion aufgrund suggerierter Emotionen erlag.
 

Denn erst mit der Beschäftigung mit der Religion wurden die Gottesgefühle bewusst suggeriert – fallen diese Suggestionen aus, sowerden die emotionalen Grundlagen des Glaubens genommen und man wird „ungläubig“ – dabei war man es u.U. nie, sondern nur ein Teil einer größeren manipulierten Menschenmenge.  Fallen dann die Suggestionen aus, fällt ebenso der „Glaube“ aus, der aber nie einer war.

 

Das geht dann mit demausstieg alles mit einem enormen Schmerz der inneren Enttäuschung einher, wo dann zugegeben einige Aussteiger, nicht wenige, auch so etwas wie Hass empfinden gegenüber dieser Organisation. Ich meine ist ja auch verständlich wenn einem bewusst wird, das man im tiefsten Herzen betrogen wurde.

Das positive daran ist, das dieser Hass u.U, die erste authentische emotionale Reaktion in Verbindung mit dieser Religion ist, welcher natürlich ist und frei von suggestiven Auslösern.

Er ist berechtigt, ähnlich wie Gott das Böse hasst.

-

 

Mir war es hier zunächst wichtig, dass der Leser den Unterschied zwischen persönlichen „Glauben“, dem persönlichen nachgehen einer „Religion“ und den „Religionsorganisation“ mit deren gegebenen Inhalten zu differenzieren versteht.

 

Mit den weiteren Ausführungen auf diesen Seiten möchte ich aufzeigen, dass der „Sklave“ während der Indoktrinierung (beim „Heimbibelstudium“) nicht einfach nur die „Glaubensinhalte“ einer Religion vermittelt, sondern das er dabei die Veränderung des
„Studierenden“ im Sinn hat, welcher „glauben“ soll, das nur die Teilnahme in „Jehovas Organisation“ das gleiche ist, identisch, wie „die wahre Anbetung“.

 

U.a. schafft man dies mit der erzeugten Doppeldeutigkeit des Begriffes „Wahrheit“, was mit ihren Auswirkungen beim ZJ schon im Kapitel 1 betrachtet wurde. Denn der (vom „Sklaven“ übertragene) persönliche Glaube eines ZJ und die Verbundenheit zu seiner Religionsorga-nisation, wird beides mit dem Begriff „Wahrheit“ verbunden, obwohl beides nichts mit diesem willkürlich gewähltem Oberbegriff zu tun haben sollte, als allein die subjektive und vom „Sklaven“ übertragene Ansicht, das:

„Gottglaube“ = „Wahrheit“ dasselbe ist wie „Zugehörigkeit“ = „Wahrheit“.
 

Auch hier wird wieder mit dem übertragenen Gefühlen und der allgemeinen Bedeutung des Begriffes „Wahrheit“ gespielt.
 

Die Doppeldeutung dieses Wortes versteht der ZJ dann als „Wahrheit“ im Sinne von „wahrer Weltsicht“, „wahrer Glaube“, „wahre Anbetung“ sowie „wahrer Religion“ – dabei „ist er in der Wahrheit“, sprich in „Jehovas Organisation“. Dies aufgrund von Informationen, die es aufgrund ihrer invaliden Natur eigentlich nicht geben dürfte...
 

Was anderes wäre, wenn ein Gläubiger von sich aus diese Mixtur an sich selber vollziehen möchte, wenn er beginnt seinen bereits vorhandenen Glauben auf die Glaubensinhalte einer Religion auszuweiten.

 

Doch solche Ambitionen sollten, wenn überhaupt, von der Person selber durchgenommen werden. Der „Sklave“ jedoch übergeht dieses persönliche Recht zur Religionsfindung indem er bewusst emotional, suggestiv und manipulativ beeinflusst, um die Übernahme seiner Ansichten aufgrund seiner Absichten zu begünstigen.

7.6. Eingrenzung der Informationsquellen
 

Bevor ich dazu komme, welche Informationen vorenthalten werden, muss neben dem Kritik-verbot und dem Verzicht auf eine eigene Ansicht noch auf den „unausgesprochenen Informationsverbot“ hingewiesen werden.
 

Denn der „Sklave“ gestattet es nicht, wenn man Erklärungen über Bibelpassagen aus anderen Quellen bezieht, als wie allein aus seiner „geistigen Speise“. Auszüge aus dem „Fragekasten“, vom „Königreichsdienst“ September 2007:
 

„Billigt es „der treue und verständige Sklave“, wenn sich Zeugen Jehovas eigenständig zusammentun, um biblische Themen zu untersuchen und zu debattieren? (Mat. 24:45, 47).
Nein. Dennoch haben sich in verschiedenen Teilen der Welt einige, die mit unserer Organisation verbunden sind, zusammengetan, um eigenständig biblische Themen zu
untersuchen...

Gottes Volk erhält in den Versammlungszusammenkünften und auf Kongressen sowie durch die Veröffentlichungen der Organisation Jehovas überall auf der Welt reichlich biblische Schulung und Ermunterung...

Daher billigt der „treue und verständige Sklave“ keinerlei Literatur, keine Websites und keine Treffen, die nicht unter seiner Leitung hergestellt oder organisiert werden (Mat. 24:45- 47)...
Wer sich noch eingehender mit der Bibel beschäftigen möchte, könnte sich mit den Büchern Einsichten über die Heilige Schrift oder Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und
nützlich
befassen oder mit anderen unserer Veröffentlichungen, die die Prophezeiungen der Bibelbücher Daniel, Jesaja und Offenbarung behandeln. Sie enthalten für das Bibelstudium und zum Nachdenken mehr als genug Stoff...“

(Zitat Ende).

Die hier mit „unserer“ bezeichneten „Veröffentlichungen“ sind vom „Sklaven“ verfasst worden. Insofern ist die Bezugsquelle für Wissen und das Einholen von Informationen, was die eigenen
Glaubensgrundlagen betrifft, recht eingeschränkt.

 

Eigentlich sollte es so sein, das ein „wahrer Christ“ sich über die Gründe der unterschiedlichen Auffassungen, was es bedeutet „Christ zu sein“, das Gottesbild oder welche Gebote für wen gelten, sich seine eigenen Gedanken machen dürfte – aber das würde voraussetzten, das er Zugriff auf die Erklärungen und Bibelauslegungen anderer christlichen Konfessionen  zurück-greifen kann, oder sich mit „weltlichen Christen“ austauscht, was aber vom Sklaven nicht
„gebilligt“ wird...


Auch hier gilt: Wer nicht konform mit dieser und anderen Ansichten des „Sklaven“ geht, muss es für sich behalten, genauo wie eventuell abweichende Meinungen über die Glaubenslehren des Sklaven besser nicht ausgesprochen werden. Denn wer seine Ansichten nicht für sich
behalten kann und mit anderen ZJ darüber spricht, der riskiert zum „schlechten Umgang“ zu gehören, oder er nimmt einen „Ausschluss“ aus der Gruppierung in Kauf.

 

Im Ältestenbuch der ZJ wird dies u.a. als ein „Absichtliches Lehren verbreiten, die der biblischen Wahrheit widersprechen“ geahndet (WTG-Buch: „Hütet die Herde Gottes“, Kapitel 12 Abs.39(3) ), was zunächst zu einem Komiteefall wird, in den einige ZJ-Älteste weiter über solche Freidenker entscheiden.


Hier wollt ich also angedeutet haben, dass ein „redlicher“ ZJ lieber stillschweigen wird, sobald er persönlich etwas anders sieht wie vorgegeben.

 

U.U. wird er den vorgegebenen Informationen offiziell zustimmen, während es in seinem Inneren jedoch ganz anders aussieht.
Die Angst, ausgeschlossen zu werden und dabei seine sozialen Kontakte zu verlieren, zwingt dann jemanden zu bleiben, obwohl man die Dinge, wie der Sklave sie übertragen will, nicht persönlich annimmt oder diese nicht mehr akzeptieren kann.
Meinungs- und Glaubensfreiheit sieht meiner Ansicht nach anders aus.

7.7. Informationsmanipulation

- einseitig dargestellte Sachverhalte
 

An und für sich werden innerhalb eines HB also nur die Informationen präsentiert, welche der „Sklave“ den angehenden Neu-ZJ vermitteln möchte. Da innerhalb dieses Buches die Ansichten anderer Religionen negiert werden, welche von Nicht-ZJ wiederum praktiziert werden (z.B. die Anbetung Jesu, weil er „der Mittler“ ist), kann man davon ausgehen, dass nur die Informationen
weitergegeben werden, welche auch nur die Meinung des „Sklaven“ hervorheben.

 

Die vorhandenen und ausschlaggebenden Gegenargumente zu den Ansichten des „Sklaven“ werden einfach weggelassen.
Hier möchte ich nur mal kurz auf einige Informationen anspielen, welche einem ZJ auch nur gezielt vermittelt werden, im Anschluss dann aber auch anführen, wieso diese an sich verzerrt oder nur ein Scheinargument für deren internen Belange liefern – was der ZJ nicht weiß, wird dementsprechend extra angeführt.


Hierbei beschränke ich mich nur auf einige Ansichten des „Sklaven“, wenn auch nicht die Unwesentlichen. Die gesamten Lehren des Sklaven in allen Nuancen zu bearbeiten, würde kaum in einen Kapitel gefasst werden können.

 

Jedoch um die Informationsmanipulation an sich zu demonstrieren, werden (hoffentlich) die Beispiele ausreichen.
 

Ich erinnere an dieser Stelle an die „theokratische Kriegsführung“, wo der ZJ angehalten wird, Nicht-Anhänger (Ungläubige, früher auch „Weltmenschen“ genannt) des „Sklaven“ die „volle“ Wahrheit vorzuenthalten, wenn es vom eigenen Nutzen ist, oder dem öffentlichen Ansehen „der Organisation Jehovas“ schaden könnte.
 

Das der „Sklave“ selber keinen Halt davor macht, sogar seinen eigenen Anhängern selber bestimmte Dinge nur halb zu erklären, in dem er wichtige Informationen vorenthält, welche zu einer wirklich eigen getroffenen Meinung nicht unwesentlich wären, wird, so hoffe ich, untr den folgenden Punkten mehr und mehr verdeutlicht.

 

 

7.7.1. Informationsmanipulation: Der Name Gottes ist „Jehova“
 

Vorab: Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn jemand den „himmlischen Vater“ mit „Jehova“ benennen möchte. Da in der Allgemeinheit sich das so bis heute eingebürgert hat, habe ich
persönlich auch nichts dagegen, wenn dieser als Ersatzname verstanden wird.

 

Klar ist, das der originale Wortlaut des Gottesnamens, so wie ihn die alten Hebräer kannten, schon vor vielen Jahrhunderten verloren gegangen ist, so dass es sich bei jeglicher Wortfindung nur um einen nicht adäquaten Ersatznamen handeln kann.

 

Hier störe ich mich also gar nicht mal an den Namen „Jehova“ selber, sondern viel mehr dem, was m.E. der „Sklave“ zusammen mit der Verwendung dieses Ersatz-Namens zu erreichen sucht – dazu dann mehr am Ende dieses Unterthemas.
 

Welche Erklärungen liefert die WT-Literatur, um den Namen „Jehova“ als den Gottesnamen zu verwenden?

 

Kurz: Weil dies der überlieferte deutsche Name Gottes ist (in anderen Sprachen gibt es jeweils andere Wortlaute), und mit dem „himmlischen Vater“ identisch ist.

 

Es gibt eben eine ganze Reihe von christlichen Bibeln, nicht die der ZJ, welche auch diesen Wortlaut als Ersatz für den Gottesnamen verwenden.
Meiner Meinung nach wäre es rücksichtslos, wenn man darauf bestehen würde diesen Namen abzuschaffen, welcher von den Masoreten als bewusst falsche Wortkonstruktion, als  aussprech-bare Alternative für JHWH erstellt wurde.

Was sich aber jedoch durch die Jahrhunderte hinweg eingebürgert hat (lange vor Zeiten der ZJ) darf m.E. ruhig so weiter verwendet werden.
 

Es war eine Frage der Zeit bis sich der Wortlaut „Jehova“ als irrtümlicher „echter“ Gottesname eingebürgert hatte.
Doch trotz des Irrtums ist da der Anspruch erhoben worden, dass nur ZJ die „wahre Religion“ haben, weil angeblich sie allein den Namen „Jehova“ bekannt machen, sowie das nur die „gerettet“ werden sollen, weil angeblich nur sie in der Anbetung den Wortlaut „Jehova“ verwenden, was dann ja auch nur die ZJ machen, zumindest wenn man den Aussagen des
„Sklaven“ glauben schenkt:

 

„Wer die wahre Religion ausübt, betet einzig und allein Jehova an und macht Jehovas Namen bekannt. Jesus erklärte: „Jehova,deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen
Dienst darbringen“ (Matthäus 4:10). Gottes Diener beten daher keinen anderen als nur Jehova an. Ihre Anbetung schließt ein, den Menschen zu sagen, wie der Name des wahren Gottes lautet und was für ein Gott er ist.“ – „Was lehrt die Bibel wirklich?“, S. 146.

 

„Jesus wusste, dass seinem Vater sein persönlicher Name, Jehova, sehr viel bedeutet.... Wer gerettet werden möchte, muss wie Jesus den Gottesnamen gebrauchen. Außerdem wird von ihm erwartet, mit anderen über den Namen Gottes und seine Eigenschaften zu sprechen (Matthäus 28:19, 20). Tatsächlich werden nur Menschen gerettet, die Gott mit Namen anrufen (Römer 10:13).“ – WT 01.11.2008, S. 28.
 

Das es auch andere Christen gibt, die den himmlischen Vater „Jehova“ nennen (oder „Jahwe“), zeigt eigentlich das diese Aussage falsch ist, denn dann gäbe es mehrere „wahre“ Religionen.

DieBibelforscher z.B., jene Gruppierung von der sich die ZJ getrennt haben und die es heute noch gibt, beten heute genauso zu „Jehova“ wie die ZJ. Auch machen sie diesen „Namen bekannt“.
 

(Eine andere Frage die dem Leser aufkommen mag, wäre hier vielleicht, wieso sich eigentlich die ZJ von den „Bibelforschern“ getrennt haben. Die Antwort ist einfach: Die „Bibelforscher“ waren nicht mit dem „Sklaven“ einverstanden, so, wie es der damalige Präsident der WTG es gerne als Organisation durchführen wollte.)


Neulich war Bob Cole (ein in Freikirchen bekannter „Pastor für Pastoren“ auf Europareisen) zu Gast auf einer christlichen Konferenz wo ich zufällig bei war, der gerne „Jahwe“ verwendete. Und so manches Loblied verwendet diesen Namen.

Ich war also überrascht, dass der Name „Jehova“ durchaus in den angeblich „falschen Religionen“ verwendet wird, da ich immer noch die Behauptungen des „Sklaven“
im Sinn hatte das die „falsche Religion“ angeblich nichts mit diesen zu tun haben wollte.

 

„Allein Jehova anzubeten“ bedeutet für einen ZJ, das Jesus angeblich nicht angebetet wurde.

Das man ganz klar diese Ansicht haben darf, wenn man auch nur selber auf diese gekommen ist, das man aufgrund dessen nur JHWH anbeten will, ist eine Sache der Glaubensfreiheit mit
der ich gut leben kann. Doch letztlich ist das eine theologische Frage, bzw. davon abhängig,

in wie weit man gegebenes übernehmen kann und auch möchte.
 

Doch das sind genaugenommen Dinge über die man sich streiten könnte. Wo emotionale Prägungen im Spiel sind, machen solche Diskussionen wenig Sinn.
 

Fakt ist also erst mal, das es viele Kirchen und Gemeinden gibt, die den Namen „Jehova“ schon länger kennen (und gebrauchen), als wie es ZJ gibt. Wenn es diese anderen Kirchen nicht gegeben hätte, die den Namen „Jehova“ nicht verwendet hätten (sprich „bekannt“ gemacht
haben), dann würde der „Sklave“ (und damit die ZJ), ihn heute auch nicht verwenden können.

 

Dennoch verurteilt der „Sklave“ (und damit die ZJ ebenso) die übrige Christenheit als „Abtrünnige“, weil sie angeblich den Namen „Jehova“ nicht gebrauchen würden:
 

„Die Abtrünnigen, die Jehova verwarf, waren recht viele — zwei Drittel des Landes. Nur ein Drittel wurde wie durch Feuer geläutert. In der Neuzeit ist die Christenheit, die Mehrheit derer,
die Christen zu sein beanspruchen, von Jehova verworfen worden. Nur eine kleine Anzahl ‘hat den Namen Jehovas angerufen’ und sich läutern lassen: die gesalbten Christen. Sie und ihre Gefährten sind weit mehr als nur dem Namen nach Zeugen Jehovas.“ – WT 01.12.2007, S. 11.

 

Nur mal als „Lesetipp“: „Der göttliche Name, der für immer bleiben wird“, eine Broschüre der WTG, welche (unabsichtlich) auf die Verwendung des „Gottesnamens“ in der „weltlichen“ Christenheit aufmerksam macht, lange bevor es eine Wachtturmgesellschaft gab.
 

Das eigentliche Ziel dieser Broschüre ist es, die Verwendung dieses Ersatz-Namens innerhalb ihrer Gruppierung zu begründen, was ja auch m.E. okay ist – dabei dementiert diese Broschüre jedoch auch die oben angeführten Vorverurteilungen des „Sklaven“.
 

Was also nicht okay ist – und wo ich glaube das ich nicht der einzige bindem das so vorkommt - ist die obenstehende pauschale Vorverurteilung, wen der himmlische Vater verworfen hat und wen nicht... dies angeblich aufgrund der Nicht-Verwendung eines wahren „Gottesnamens“, der gar nicht diesen Anspruch als einen solchen erfüllen kann.
 

Hier erkennt man also mitunter ein konkretes Beispiel der Informationsmanipulation seitens des „Sklaven“:
 

ZJ glauben, das andere Christen gar keine solche sind, nur weil diese angeblich nicht den „Gottesnamen“ verwenden. Die Information, das sich dem nicht so verhält, wird vorenthalten – daher eine Informationsmanipulation:

„Nur ZJ verwenden Gottes Namen und werden deswegen gerettet“ – es wird so vom „Sklaven“ erfolgreich eingeredet.
 

Ich war früher überzeugt, dass nur ZJ diesen Ersatznamen verwenden – aber wieso sage ich eigentlich bewusst, dass es nur ein Ersatzname ist? Und wieso kann es gar nicht ausschlaggebend sein, das ewige Leben beeinflussend, ob man genau diesen Wortlaut verwendet?
 

Wortkreation „Jehova“
 

Wie diese Vorverurteilung eigentlich zu bewerten ist, kommt in der Antwort nach der Frage zum Ausdruck wie diese Formulierung „Jehova“ eigentlich entstanden ist:
 

„Jehova“ ist eine Wiedergabe der lateinisierten Wortkreation der Masoreten (Latein: „Iehova“) in die deutsche Sprache.
Die Masoreten selber haben ein Ersatzwort (ein lesbar und aussprechbaren „Wortlaut“) finden wollten, als sie die Bibel ins neue hebräische übersetzten.


Um das Tetragrammaton („JHWH“) in einen Sprachlaut zu verwandeln, mussten die im alt-hebräischen fehlenden Vokale ergänzt werden.
 

Dabei haben sie entsprechende Vokale genommen um im Endprodukt bewusst einen Ersatznamen zu konstruieren welcher gewusst nicht der richtige Name Gottes sein könnte.
 

Da man den zu „heiligenden Namen“ nicht durch eine falsche Wiedergabe verunglimpfen wollte, bezeichneten sie das Endergebnisklarerweise als einen Ersatznamen.

Niemals hatten die Masoreten behauptet, dass dies der echte Name Gottes sei – im Gegenteil.
Denn dazu hatte man bewusst eine Methode gewählt, welche den damaligen Experten (was die Masoreten nun mal waren), dieses angestrebte Ziel (bewusst einen Ersatznamen zu bilden) allein durch die Art und Weise, wie diese Umsetzung der Wortkreation realisiert wurde,
klarmachte, das es sich bei „Jehova“ nicht mehr um einen „echten“ Namen Gottes handeln könnte, sondern gegenteiliges angestrebt wurde.

 

Kurz: Es wurde eine Methode gewählt, welche verdeutlichen sollte, das allein ein Ersatzname angestrebt wird, nicht um den Gottesnamen selber zu ersetzen, sondern um eine Leseart als „Notlösung“ zu konstruieren.
 

Wie ging man dabei vor?
 

Man nahm die Konsonanten „JHWH“ der alt-hebräischen Schreibweise und ergänzte sie mit den Vokalen aus „Adonej“ (oder „Adonei“), A, O und E. Da im hebräischen der Gottesname von „Osten nach Westen“ (von links nach rechts) gelesen wurde, wurden die Vokale zusätzlich
entgegengesetzt eingefügt, dass so erst ein „Jehowah“ entstand.

 

Ich darf festhalten:
Mit einer bewusst eangewandten Willkür aus zwei Begriffen einen neuen zu kreieren, ist alles andere als eine authentische Wegfindung um den „wahren Gottesnamen“ zu erstellen.

 

Nicht nur die Motive der Masoreten waren also offensichtlich, sondern deren Methode verdeutlicht diese Absicht, der alleinigen Ersatzfindung für einen zu heiligenden Namen zu konstruieren, welcher gar nicht adäquat im Vergleich mit dem Original sein konnte.
 

Erst mit der Lateinisierung wurde aus dem „W“ ein „V“, sowie aus dem „J“ ein „I“ (im lateinischen gibt es kein „J“). Aus dem lateinischen ins deutsche viel dann das „H“ weg und aus dem „I“ wurde wieder ein „J“.
 

So entstand aus einem bewusst falsch konstruierten Ersatzform des Gottesnamens der deutsche Begriff „Jehova“, der später dann irrtümlich für den „echten“ Gottesnamen gehalten wurde – von den ZJ jedoch als „echter Name“ verwendet wird.
 

Das nur mal als Beispiel, welche Informationen den ZJ vom „Sklaven“vorenthalten wurden, zumindest bis heute (2022).
 

„Jehova“ ist dabei eigentlich nur eine Leseart des Tetragammatons, von mehreren.

Das alles sauge ich mir übrigens nicht aus den Fingern:

"->Der Text der Hebräischen Bibel" von Emanuel Tov, S. 46:

 

"Ein ständiges Ersatzwort wurde beim Gottesnamen JHWH verlangt, der alleinstehend mit den Vokalen von Adonai, neben Adonai stehend mit den Vokalen von Elohim vokalisiert wurde. Daraus entstand irrtümlich die falsche Lesart Jehova."
 

"->The Five Books of Moses" von Everett Fox, S.29:
 

"Die dritte Lesart kombiniert die Konsonanten JHWH mit den Vokalen, die eigentlich die Aussprache von Adonaj verlangen. Es ist anzunehmen, dass daraus die Tradition entstand, den Namen des Gottes Israels mit „JeHoWaH“, latinisiert „Jehova“ wiederzugeben. ... Alte wie neue Versuche, die ‚richtige‘ Aussprache des Namens Gottes wieder zu ermitteln, waren jedoch bisher erfolglos".
 


Mal eine bescheidene Frage:
Macht es Sinn, andere Christen zu vorverurteilen, keine „echten“ Christen zu sein, von „Gott verworfen“, nur weil diese (angeblich) keinen Ersatznamen gebrauchen möchten, sondern weil sie direkt das Wesen, den himmlischen Vater an den sie glauben, anbeten möchten...?

 

-


Informationen die nun den ZJ zugespielt werden - WTG- Einsichtenbuch (EB) Band 1,

Stichwort „Jehova“:
 

Die richtige Aussprache des Gottesnamens. Im deutschen Sprachraum ist „Jehova [sprich: Jehowa]“ die überlieferteAussprache des Gottesnamens, wenn auch die meisten Gelehrten der hebräischen Sprache „Jahwe“ den Vorzug geben.
Die ältesten hebräischen Handschriften enthalten den Namen in Form von vier Konsonanten, gewöhnlich Tetragrammaton oder Tetragramm genannt (von griechisch tetra-, „vier“, und grámma „Buchstabe“). Diese vier Buchstaben (von rechts nach links geschrieben) sind יהוה. Man kann sie im Deutschen mit JHWH (oder JHVH) transkribieren.
Die hebräischen Konsonanten des Namens sind demnach bekannt. Die Frage ist nur, welche Vokale zu diesen Konsonanten gehören. Die Vokalzeichen kamen nämlich im Hebräischen erst in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends u. Z. in Gebrauch. (Siehe HEBRÄISCH [Alphabet und Schrift].) ...
“.

 

Wiederhole:
... Die richtige Aussprache des Gottesnamens... ist Jehova ... die Frage ist nur welche Vokale zu diesen Konsonanten gehören ...
 

Anm.: Obenstehend habe ich die Doppelbindung noch mal etwas herausgestellt: Wie kann man den Anspruch erheben den „richtigen Namen“ zu verwenden, wenn doch die Frage offen ist, welche Vokale die richtigen wären?

Welche Infos werden vorenthalten?
Nur weil etwas „überliefert“ wurde, muss es deswegen also noch lange nicht „richtig“ sein, wie die Überschrift „Die richtige Aussprache des Gottesnamens“ dennoch vermuten lässt (oder lassen soll). Kein Wort darüber, bis heute in der gesamten WT-Literatur nicht, das es sich bei
„Jehova“ um ein masoretisches Ersatzwort handelt, welches irrtümlich für den echten Gottesnamen gebraucht wurde und wird. Weiter im „EB“:

 

Da sich gegenwärtig keine Gewissheit über die Aussprache erlangen läßt, scheint es keinen vernünftigen Grund zu geben, weshalb man im Deutschen zugunsten irgendeiner anderen vorgeschlagenen Aussprache auf die wohlbekannte Form „Jehova“ verzichten sollte.

 

Klar, rein von dem Wunsch aus gesehen, einen Namen zu gebrauchen, ist das auch legitim. Und wenn der Name in seiner Aussprache unbekannt ist, kann man durchaus Ersatznamen geben – aber dann sollte man diese auch klar so benennen.

Manchmal lese ich in Foren seitens von Jehovas Zeugen die wohl rhetorisch gemeinte Frage, wenn man sich schon über den Namen Gottes "aufrege" , wieso denn dann nicht auch über die anderen alttestamentlichen Namen in denen lediglich Vokale eingesetzt wurden.

Ganz einfach: Die Namen die im Alltag Jahrhundertelang  von den Hebräern/Juden gebraucht wurden, sind logischerweise nicht in ihrer Aussprache vergessen worden, dies im Gegensatz zu den Gottesnamen. Denn dort nahm man a) eben nicht noch aus einen anderen Wort die Vokale hinweg, um sie entgegengesetzt einzusetzen. Hier, bei diesen bekannteren Namen (z.B. „Jacob“, „Hennoch“ oder„Jesaja“), war es Brauch die Vokale aus den damaligen Wortlauten der hebräischen Sprache zu übernehmen, welche den Masoreten wohl bekannt waren

– denn b) deren Aussprache wurde nicht verboten.

Wenn jemand dennoch sagt, das es bei diesen anderen Namen doch auch so gemacht wurde, so ist er nicht im vollständigen Begriff der Informationen, wie es wirklich bei dem Wortlaut  "Jehova" gemacht wurde, wo die Vokale entgegengesetzt aus einem anderen Wortlaut ("Adonei") verwendet wurden.

Es bleibt das der originale Wortlaut des Gottesnamen in Vergssenheit geraten ist.​

Das es sehr wohl einen vernünftigen Grund gibt weshalb andere Bibelübersetzer dennoch einen Ersatznamen nicht verwenden, dieser Grund ist sogar ein biblischer, wird hier auch noch angeführt.
 

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Noch die Frage ist aber auch, ob es überhaupt theologisch einen Sinn macht, Gott bewusst mit einem Ersatznamen anbeten zu wollen.
Denn, das es sich um einen Ersatznamen, oder ein Kunstwort, eigentlich sogar nur um eine Notlösung handelt, wird als Information den ZJ vorenthalten.

 

Hier muss ich anmerken, das ich als ZJ also aufgrund von falschen Informationen glauben muss, das Gott mit allein seinen „wahren Namen“ angebetet werden will, mit dem Glauben das Jehova kein falscher Name ist - entgegen der Tatsachen.
 

Das er ein bewusst inszenierter falscher Name ist, als Ersatz gedacht, wurde mir vorenthalten...
Aber was ist vernünftiger?

 

Sich Gott persönlich zuwenden, dem Wesen welches man ahnt, oder Gott über den Umweg eines Ersatznamens indirekt anzubeten?
Letztlich betet ein Gläubiger nicht zu einem Namen, sondern zur
Person - dem Wesen was hinter dem Wortlaut vermutet wird, egal um welcher Art Wortlaut (Name oder Bezeichnung) es sich handelt.
Die Masoreten selber verfolgten mit dem Ersatznamen ja nur das Ziel, um den Lesern der hebräischen Schriften eine aussprechbare Alternative bieten zu können, womit sie jedoch keinen Namen zur Anbetung geben wollten, sondern lediglich um etwas eine aussprechbare Form geben zu können.

 

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Des Weiteren darf und sollte man es daher zugestehen, wenn andere Gläubige das alles ganz anders sehen, wenn diese einen berechtigten Grund haben diese Haltung derJehovas Zeugen nicht einzunehmen, was aber ebenso den Jehovas Zeugen vorenthalten wird.
 

Ich denke da vor allem an jene Bibelübersetzer die nicht an das biblische Gebot vorbeigekommen sind (s.u.), ja sich bestimmt ihre Gedanken darüber gemacht haben, so das in diesem ein Anlass gefunden wurde, nicht so wie die Masoreten vorzugehen:
 

„Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen. Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht. -.“ (5.Mose 5:11 - rev. Elberfelder)
 

Ein Übersetzer der JHWH nicht zu einem „nichtigen“ Grund verwenden will, wird ihn auch nicht mit einer nichtigen Notlösung ersetzen wollen.
 

Man versteht es so, das Gott keinen Spaß um seinen heiligen Namen versteht.
Wenn Bibelübersetzer den Namen Gottes also nicht durch einen „unwürdigen“ Ersatznamen verunglimpfen möchten, weil sie sich bewusst sind, das ein bewusst falsch konstruierter Ersatzname unmöglich eine adäquate Lösung zum Gottesnamen sein kann, dann
kann ich verstehen das sie wenigstens „HERR“ oder „Gott“ verwenden, damit man als Leser weiß das das Wesen im Text gemeint ist.

 

Es entspricht m.E. auch eher einem theologischen Sinn, denn in den Zeiten des AT gab es nun mal für den Hebräer keinen anderen realen Gott, als JHWH. Die Figur hinter dem Tetragrammaton konnte zu Zeiten des AT nur der damalig bekannte Gott der Hebräer sein.

Da sie nur den Monotheismus kannten, würde es keinen Sinn ergeben einen anderen Gott in ihren damaligen Schriften zu vermuten als den „Schöpfer aller Dinge“.
 

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Den Gottesnamen durch eine „unwürdige“ Notlösung zu ersetzen, halte ich jetzt aber auch nicht direkt für einen Grund um die Gläubigen aufgrund der Aussage aus 5.Mose etwas unbiblisches nachzusagen, nur weil jemand „Jehova“ verwenden mag. Wie schon
geschildert: Meinetwegen darf man Gott ruhig mit diesem Ersatznamen „Jehova“ ansprechen.

 

Ich bin sicher das Gott auch auf „Jehova“ hört, weil dieser das Herz des Betenden kennt – jedoch gewiss nicht allein deswegen, weil der Beter einen nachweislich falschen Ersatznamen gebraucht. Das dieser Gott auch Gebete erhört, welche nicht an „Jehova“ gesprochen
werden, zeigen (vom „Sklaven“ nicht beabsichtigt) Erfahrungen aus Wachturmartikeln, wie jemanden dennoch, obwohl als Nicht-ZJ zu Gott gebetet wurde, also nicht der Namen „Jehova“ verwendet wurde, dennoch eine Gebetserhörung nachgesagt wird:

 

„Interessant ist da, was zwei Geschwister in Uruguay erlebt haben. Die Mädchen waren von dem, was sie in Daniel 2:44 lasen, ziemlich verwirrt. Deshalb beteten sie darum, dass Gott jemand schickt, der ihnen den Text erklärt. Sie hatten die Bibel noch aufgeschlagen, als auch schon zwei Zeugen Jehovas vor ihrer Tür standen und ihnen genau diesen Vers vorlasen.“ – WT 01.07.2010, S. 20.
 

„In der Dominikanischen Republik lag eine Frau wegen einer Krebsoperation im Krankenhaus. Sie flehte zu Gott, ihr die richtige Religion zu zeigen. In dem Moment kam ihr Mann und brachte ihr die Broschüre Was erwartet Gott von uns? . Er hatte sie am Vormittag an der Haustür von einer Zeugin Jehovas erhalten. Seine Frau las die Broschüre und sah darin eine Antwort auf ihr Gebet. Sie bat die Zeugin Jehovas, ihr die Bibel zu erklären. Nach kaum einem halben Jahr war ihr klar, dass sie für Gott leben wollte, und sie ließ sich taufen.“ – WT01.06.2009, S.28.


Nur mal zwei Beispiele von vielen. Genauso könnte ich durch die Reihen einer guten christlichen Gemeinde gehen und Antworten bekommen, wenn ich nach Gebetserhörungen fragen würde, welche an Jesus gerichtet wurden.

Es geht also auch ohne Ersatznamen. Warum dann auch nicht mit? Als ich noch ZJ war hatte ich mich mal in Düsseldorf verlaufen – ich musste zur mündlichen Prüfung bei einer Zweigstelle vom Regierungspräsidenten (und nicht zum Hauptgebäude wie ich ursprünglich dachte), war in Zeitnot und betete zu „Jehova“ um Hilfe.
Als ich bei der Post nach der Adresse suchen wollte begegnete mir genau an dem Telefonbuch, aus dem ich mir den Standort der Zweigstelle notieren wollte einer Dame die zufällig genau dort arbeitete wo ich hin musste. Die fragte mich auch noch was ich suche, sagte dass
deren Büro aber auch schwer zu finden sei und würde mich eben schnell hinfahren.

 

Sie war eine von fünf Mitarbeitern dieser Zweigstelle. Als ich sie fragte was sie bei der Post denn suchte meinte sie nur, dass sie einen Eindruck hatte dort hingehen zu müssen und um mich
anzusprechen.Dass ich „zu Jehova um Hilfe“ gebeten hatte, hatte ich ihr nicht gesagt – und warum sollte Jehova eine „Ungläubige“ senden?

 

Aber es war nicht das einzige Erlebnis, wo „Jehova“ mir „Ungläubige“ zur Hilfe schickte. Ein anderes Mal betete ich wegen einer Firma wo ich ein flaues Gefühl hatte dort mitzuarbeiten – da begegnete ich „zufällig“ noch am selben Tag einen Menschen, der mir nicht nur sagen konnte, dass diese Firma Scientology-Methoden verwendete, sondern eben auch, dass die ZJ „anders schlimm sind“ wie die Anhänger von Hubbert – auch das war ein Christ, aber auch ein „falscher“ wie ich damals dachte...
 

Heute bete ich zu Jesus mit als Mittler zum himmlischen Vater hin und auch die Gebete werden erhört - zumindest habe ich den Eindruck.
 

Und bestimmt erhört Gott auch Gebete die an Jehova gerichtet wurden – ich habe nicht das Recht diese Ansicht zu dementieren, denn wenn Gott gnädig ist, dann erkennt er auch jedes Gebet welches vom Herzen kommt – auch wenn es an „Jehova“ geht. Es wäre
überheblich zu behaupten, dass Gott Gebete von ZJ  nicht erhört - auch wenn diese an sich fehlgeleitet sind, glaube ich das Gott diesen Menschen persönliche Gotteserfahrungen gewährt - solche werden auch dann gläubig bleiben wenn sie merken in einer Religion zu sein, wo ein slbsternannter Sklave sich als Vermittler göttlicher Autorität präsentiert.

Was ist also so „schlimm“ an diesen Ersatz-Gottesnamen?

 

Der Name an sich ist gar nicht schlimm.

 

Es ist jedoch vermessen zu behaupten, dass Gott nur mit dem Namen „Jehova“ angebetet werden darf, sowie dass angeblich nur ZJ als angeblich „wahre Religion“, das auch durchführen.
 

„Wer die wahre Religion ausübt, betet einzig und allein Jehova an und macht Jehovas Namen bekannt... Gottes Diener beten daher keinen anderen als nur Jehova an. Ihre Anbetung schließt ein, den Menschen zu sagen, wie der Name des wahren Gottes lautet ...“Was lehrt die Bibel wirklich?, S. 146.
 

Die Unobjektivität dieser Aussagen lässt sich wie folgt verdeutlichen indem ich obenstehendes Zitat wie folgt ändere:
 

„Wer die wahre Religion ausübt, betet einzig und allein Gott mit dem Ersatznamen „Jehova“ an und macht den Ersatznamen „Jehova“ bekannt. Jesus erklärte: „Gott mit seinem Ersatznamen, Jehova, sollst du anbeten...“. Gottes Diener beten daher keinen anderen als nur Gott
mit seinen Ersatznamen an. Ihre Anbetung schließt ein, den Menschen zu sagen, wie der Ersatzname des wahren Gottes lautet...“.

 

 

Emotionale Schublade
 

Ich darf also anmerken, dass eine ganze Doktrin auf diesen Behelfsnamen aufgebaut wurde, was etwas anderes ist, als wenn Christen diesen Namen zum Lobpreis benutzten. Denn aufgrund der Doktrin des „Sklaven“ soll mit diesem Namen nun auch dieselben Gottesgefühle verwoben werden, welche eigentlich, im Sinne einer Anbetung, dem Wesen hinter dem Namen zugeordnet werden sollten, als wie dem Ersatznamen selber.
 

Doch so wird allein mit dem Begriff „Jehova“ ein neues Schlagwort bei den ZJ eingeführt, denn allein diesen Begriff soll die komplette Palette der Emotionen zugeordnet werden, wie sie eigentlich Gott selber zugeordnet werden sollten. Wichtig ist dem „Sklaven“ das dieser Name
mit Gott gleichwertig geprägt wird.

 

Dabei bin ich mir sicher, so war es zumindest als ZJ bei mir der Fall, das ich das Wesen Gottes an sich mit seinen Eigenschaften betrachtet habe, das es so auch der ZJ an sich auch versteht – der Unterschied liegt jedoch in der Willkür der Zuordnung, welche Gott und diesen Namen
gleichwertig darstellen sollen.

 

Anstatt zu sagen: „Gott, ich liebe dich“ – sagt der ZJ „Jehova ich liebe dich“ – beides wird mit der Verwendung dieses Namens erreicht.
 

Nur dieser Name bezeichnet Gott eindeutig, zumindest in der Vorstellung eines ZJ. Dieser Name bezeichnet doch noch lange nicht das göttliche Wesen, wie es der Begriff „Gott“ mit einem Wort hinbekommt.
 

Zum Vergleich:

 

Eigentlich liebe ich meine Frau aufgrund ihres Wesens und nicht wegen ihres Namens.
Dennoch hat der Begriff „Jehova“ dieselbe Bedeutung wie „Gott“ in den Augen eines ZJ, als wenn alles was „Jehova“ heißt, Gott wäre.

 

Sein Name, Jehova, bedeutet, dass er alles halten kann, was er verspricht, und alles ausführen kann, was er sich vorgenommen hat. Dieser Name ist wirklich einzigartig. Er steht nur Gott zu.

– Was lehrt die Bibel wirklich?, S.14.
 

Obwohl man gar keinen Wert auf diesen bewusst falsch konstruierten Namen legen dürfte, ordnet aber genau dies der Sklave als eine „Wahrheit“ an, der alle ZJ nachgehen müssen.
Das wird also alles andere als subjektiv gehalten.

Zumindest sollte es nicht den Wert einer allgemeingültigen „Wahrheit“ erhalten, eher einer subjektiven – will heißen:
 

Wer das machen möchte, der kann das ja gerne tun und Gott „Jehova“ nennen. Aber es sollte keine Pflicht sein. Ich kenne viele Christen die Jahwe oder Jehova sagen.
 

Dennoch scheint dem „Sklaven“ diese emotionale Zuordnung zum Namen „Jehova“ wichtiger zu sein, als wie zum Wesen Gottes selber, was z.B. das „Einsichtenbuch“ der WTG (auch unter dem Stichwort „Jehova“) verdeutlicht:

 

Obwohl er in der Bibel auch mit beschreibenden Titeln wie zum Beispiel „Gott“, „Souveräner Herr“, „Schöpfer“, „Vater“, „der Allmächtige“ und „der Höchste“ bezeichnet wird, verbindet
sich seine Persönlichkeit mit all seinen Eigenschaften — wer und was er ist — nur mit seinem Eigennamen und kommt nur darin voll zum Ausdruck.

 

D.h., das ZJ mit diesem Ersatznamen das Wesen Gottes – „wer und was er ist“ – verbinden.

„Nur mit seinem Eigennamen“ kommt auch sein Wesen „voll zum Ausdruck“.
 

Wenn ich ihnen den Namen meiner Frau sage, dann müsste dieser Logik nach auch das Wesen meiner Frau bekannt werden. Aber auch das geht nur, wen ich Ihnen etwas über meine Frau erzählen würde – es soll sehr viele Frauen geben die Sandra heißen.
 

Diese Zuordnung welche übernommen werden soll – das Wesen Gottes mit dem Ersatznamen „Jehova“ zu verbinden – erfolgt während des „Heimbibelstudiums“.
 

Zum Beispiel hier, „Was lehrt die Bibel wirklich?“, Kapitel 1:
 

Aber außer der Liebe hat Jehova noch viele andere hervorragende und ansprechende Eigenschaften. Wie die Bibel sagt, ist er „barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mose 34:6). Er ist „gut und zum Vergeben bereit“ (Psalm 86:5). Er ist geduldig (2. Petrus 3:9). Er ist loyal, das heißt treu (Offenbarung 15:4). Je mehr man in der Bibel liest, desto mehr wird einem bewusst, wie Jehova diese und viele andere ansprechende Eigenschaften bereits zum Ausdruck gebracht hat...“.
 

Es ist m.E. eine pragmatische und profane emotionale Zuordnung an einem Ersatznamen, eine vorweggenommene emotionale Markierung, um den Interessierten später im Sinne eines
Schlagwortes die Emotionen aufkommen zu lassen, die man diesen Begriff „Jehova“ übertragen hat. Und ein ZJ wird sich verletzt fühlen, wenn er erfährt dass „Jehova“ nur ein Ersatzname ist – es tut mir leid, aber so ist das nun mal.

 

Man kann sich vielleicht daran trösten, das ZJ nicht die einzigen sind, die gerne diesen Namen gebrauchen – jedoch sind dies dann persönlich vorgenommene Verbindungen, die man diesen Namen zugeordnet hat, ohne es in einer Indoktrinierung übernommen zu haben.

Nachteil für den Interessierten:
Viel wichtiger wäre es gewesen, einen Menschen in seinen bisherigen Glauben an einen Gott zu nehmen wie er ist, als wie durch die Neuzuordnung der bisherigen Gottesgefühle einem nachweislich falschem Wortkonstrukt zukommen zu lassen. Gott, dem Wesen selber,
sollte man gegenüber etwas empfinden, von sich heraus, nur dann kann man auch von Glauben sprechen – ansonsten bleibt es bei den suggerierten Gottesgefühlen, einer emotionalen Über-nahme vom „Sklaven“ von dem, was man allein einem Namen an Bedeutung zuordnen soll, noch bevor man Gott irgendwie persönlich erlebt hätte.

 

Einem Freund wird man aufgrund der persönlichen Bekanntschaft seine  Charaktereigen-schaften dem Namen zuordnen können.
Ein ZJ soll eine Freundschaft mit Jehova eingehen, obwohl er ihn nie persönlich kennen-

gelernt hat...
 

Ein Name an sich wird erst durch den Menschen mit Bedeutung erfüllt, dies aufgrund eigener Erfahrungen mit dem Wesen dahinter. Doch hier spannt man das Pferd von hinten auf und sagt wie Gott ist und spricht diese eigenschaften einen Kunstwort zu.
 

Es ist keine natürliche Beimessung mehr, sondern eine künstliche.
 

Vorteil für den Sklaven:
 

Der Gläubige wird Gott nur in Verbindung mit diesen bewusst falsch konstruierten Namen "kennenlernen". Da er noch zusätzlich einredet, das "Gott nur so angebetet werden will, wird dieser Name zu einen doppelseitigen Klebeband an diese Gruppierung, welche ja angeblich
die Einzige ist, die zu Jehova betet...

 

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Zusammengefasst:
Informationen werden also vorenthalten, dass „Jehova“ eben nur eine Notlösung ist – ein Kunstwort alter Zeit, aus den Konsonanten JHWH und den Vokalen aus Adonai.

 

Ein ZJ bekommt die Hauptgründe vorenthalten, wieso andere Bibeln eben nicht „Jehova“ wiedergeben, weil diese z.B. eben nicht mit einen Behelfskonstrukt den originalen und zu „heiligenden“ Gottesnamen verunglimpfen wollten.
 

 

7.7.2. Informationsmanipulation - Weihnachten
 

Fakt ist, die Weihnachtsgeschichte („weih“ = „heilig“, deswegen auch „Heiligabend“ genannt) kommt in der Bibel vor.

 

Der Inhalt, die Geburt Jesu, ist eine biblische Geschichte, keine heidnische.
 

Weihnachten zu feiern ist also kein Fest mit heidnischem Ursprung, sondern als Gedenktag die Nachstellung der Freude, wie Gott, in Jesus, sich den Menschen näherte, ja seinen Sohn aus Liebe den Menschen schenkte, was mit seiner Geburt in Verbindung gebracht wird.

 

Man beschenkt sich zu Weihnachten, um sich dieses Geschenkes, des Leben Jesu als Mensch auf Erden, zu erinnern, aber auch um dieser Liebe Gottes zu gedenken. Zumindest ist dies meine
Sicht, wie ich sie heute sehen darf.

 

Wie manch andere Christen auch, „glauben“ ZJ nicht an den Weihnachtsmann, welcher ein katholischer Heiliger ist, der Sankt Nikolaus, der auch bei Weihnachten aufgrund einer kaholischen Tradition, geehrt wird.
 

Ich kenne weitere Christen, nicht nur ZJ, die ebenso den Weihnachtsmann nicht in der Wohnung haben wollen.
Ehrlich gesagt, fällt es auch mir schwer diesen in Rot gekleideten Mann irgendwie mit etwas christlichem zu verbinden.
Der Weihnachtsmann trat an sich erst Jahrhunderte später auf den Plan (18./19.JH), als es schon lange Tradition war (seid 336u.Z.) Weihnachten zu feiern.

 

Wer aber meint das der Weihnachtsmann für ihn dazu gehört, der soll
von mir aus ruhig so weitermachen.

 

Zwischendurch wurde, aus Aberglaube heraus, Weihnachten immerwieder einmal verboten, aber der Einsatz des Denkvermögens, indemman die Dinge differenziert betrachtet und bestimmte Segmente der Feierlichkeiten (wie die Kerzen und den geschmückten Baum) einfach als nett betrachtet (ganz einfach weil ich es nicht einem heidnischem Brauch zugeordnet wird), machen diese Tage auch für mich zu einem Highlight des Jahres.

Heidnische Einflüsse

denn es gilt für mich dann Gott zu danken und zu gedenken, das er seinen Sohn als Mensch gab, welcher in seinen Leben viele Dinge vermittelte – wenn man sich dessen nicht gedenken dürfte, dann würde diese Geschichte nicht in drei von vier der Evangelien stehen...
 

Dem Christ von heute ist klar, dass Jesus nicht am 25.Dezember geboren ist. Es wird auch nicht sein Geburtstag gefeiert, sondern erinnert – aber warum an diesem Datum? Vielleicht weil mit
Weihnachten die Sonnwendfeier abgelöst wurde, aber das weiß man nicht mehr genau.

 

Hier sollte man aber ganz klar unterscheiden das zwischen Ablösung und Ableitung ein Unterschied besteht. Der „Sklave“ behauptet es wäreeine heidnische Ableitung – dabei ist es wie schon gesagt eine biblische.
 

Abgelöst hat es vielleicht etwas heidnisches, ohne dabei den Kern einer heidnischen Religion zu Übernehmen (die Anbetung eines heidnischen Gottes), sondern um allein den Akt Gottes zu würdigen, Gott schenkt sich den Menschen, was durch das gegenseitige Beschenken
nachgeahmt wird.

 

Den Kern eines heidnischen Glaubens würde man auch nur dannübernehmen, wenn man bewusst einen heidnischen Gott verehren würde. Aber das übernehmen eines Accessoires ist kein Kern, sondern eben nur Dekor.
 

Man darf differenzieren, dass die Geburt Jesu laut der Bibel nichts mit der Sonnenwendfeier zu tun hatte wie es der „Sklave“ gerne seinen Anhängern verkauft – würde man es nicht differenzieren können, dann würde man Weihnachten mit einem Aberglauben verbinden.
So viel ich weiß machen das aber nur die ZJ.

 

Denn als Christ wird man auch nicht an die Sonnenwende (Wiedergeburt des Sonnengottes) denken, denn es gibt für einen Christen nur eine Gottheit (vergleiche 1.Korinther 8, 5-6).
Des Weiteren ist die astrologische Sonnenwende jedes Jahr an einemanderen Datum – eher ein Zufall, wenn beides auf dem 25.Dez. fällt.
Wenn es den Christen also wirklich um die Sonnenwende gehen würde, dann müsste man jedes Jahr an einen anderen Datum das Fest feiern, nämlich zur astrologisch korrekten Sonnenwende - dass dem aber nicht so ist, zeigt das das Kirchenjahr eben nicht auf diesen Aberglauben aufgebaut wurde.

 

Erwähnen muss man noch, das bei den ZJ der „Stern über Bethlehem“, welcher die Spitze der Weihnachtsbäume ziert, ein Dämon oder ein Licht vom Teufel selber ist obschon die Bibel selber nichts dergleichen aussagt – im Gegenteil (vergleiche Psalm 147, 4 oder Jesaja 40, 26).
Ich weiß noch wie ich damals als ZJ den Neujahrssängern, vor allem den kleinen Mädchen was sich als Stern verkleidete, was vom Teufel erzählte (Entschuldigung an dieser Stelle).

 

Statt dessen handelt es sich hierbei um ein Negieren des Weihnachtfestes, um letztlich zu
„überzeugen“, das ZJ „guten Grund“ haben es nicht zu feiern.
Als Kind bekam ich darüber folgendes beigebracht:


„Was meinst du, wer den Stern geschickt hat? Als die Männer den Stern gesehen haben, sind sie zuerst nach Jerusalem gegangen. Satan, der Teufel, wollte Gottes Sohn umbringen.
Und er wusste genau, dass König Herodes von Jerusalem versuchen würde, Jesus zu töten. Deswegen muss es Satan gewesen sein, der den Stern geschickt hat.“

– WTG- „Geschichten-Buch“ (2005), Geschichte 86.
 

Nur weil der „Sklave“ „muss“ sagt, muss es noch lange nicht so gewesen sein das da der Teufel seine Finger mit im Spiel hatte. Es gibt aus dem Bereich der Astronomie bessere Erklärungen für diesen „Stern“, dies in Form von Planetenkonjunktionen die zu dieser Zeit nachweisbar stattgefunden haben, wo zwei Planeten sich (von der Erde aus gesehen zumindest) so „nahe“ kamen, das sie wie ein einzelner Himmelkörper erschienen, welche durchaus babylonische Astronomen veranlasst haben könnten nach Jerusalem zu wandern. Die astrologische Bedeutung der vermutlich damals ausschlaggebenden Konjunktion der Planeten von Jupiter, Venus und Regulus (Regulus ist der Alphastern aus dem Sternbild „kleiner Löwe“),
ließen die Astronomen nach einem jüdischen Königskind suchen, weshalb sie erst zum damalig amtierenden Herrscher Herodes nach Jerusalem gingen.

 

Das nur sie „diesen Stern sehen konnten“ war eine Folge der biblisch erwähnten Tatsache, das sie Astrologen (Matthäus 2, 1 „Sterndeuter“ - „EÜ“ und „GNB“) waren und nur als solche sie diese Auffälligkeit am Sternenhimmel als eine Veränderung wahrnehmen und einer Bedeutung
gemäß ihrer babylonischen Bedeutungen beimessen konnten.

Insofern (vor allem weil diese kein Interesse hatten Jesus zu töten) ist es blanke Willkür, dem Stern von Bethlehem einen satanischem Einfluss anzudichten, was aber der „Sklave“ seinen Anhängern dennoch glauben lassen will.

7.7.3. Informationsmanipulation - Ostern
 

Der Begriff „Ostern“ kommt von seiner Bedeutung her vom Begriff „Ost“ - der Himmelsrichtung der biblischen Morgenröte als dem Zeitpunkt wo Jesu Auferstehung entdeckt wurde (vergleiche Markus 16, 2). Der Begriff Ostern ist der Hinweis auf diesen Zeitpunkt, wo Jesu Grab leer vorgefunden wurde.

 

Deswegen befinden wir uns in der so genannten „nach- österlichen“ Zeit. Diese  Begriffserklär-ung ist nur eine von weiteren und kam mir persönlich als die plausibelste vor.
 

Es gibt noch weitere die ich aber nicht alle hier aufliste, weil auf diese selbst der „Sklave“ keinen Bezug nimmt. Eine Erklärung für den Namen dieses Festes, welche der „Sklave“ sogar
als Vorwand nimmt seine Anhänger es nicht feiern zu lassen, ist: Da ist die Göttin „Ostara“ welche jedoch gar nicht mal eine heidnische Göttin war, zumindest was nie nachgewiesen werden konnte und deren Existenz oder Anbetung nie von Gelehrten bestätigt wurde.

 

Dies musste schon seinerzeit der Philologe Jacob Grimm (1785-1863) feststellen, als er bei seiner Untersuchung des Ursprungs für den Begriff „Ostern“ auf die Behauptung eines Mönches aus dem 7.JH. stieß, die aber an sich keinerlei Grundlage hatte, als allein die mögliche Fiktion des Mönches. Das Osterfest selber wird schon seid dem Jahre 350 erwähnt. Die biblische Grundlage für das Osterfest ist der Tod und die Auferstehung Jesu Christi.

 

Es ist genauso wie Weihnachten ein Teil des Kirchenjahres, mit der die Kirchen ihre Gläubigen an die Hauptlehren des christlichen Glaubens erinnern möchte. Es gibt eigentlich keinen Grund etwas als „unbiblisch“ oder „heidnisch“ zu kritisieren, wenn eine Kirche an etwas erinnern möchte, was die Bibel selber als „Erinnerung“ festgehalten hat – es sei denn man hat
etwas dagegen, was die Bibel sagt, was auf einen ZJ, der ja eigentlich auch meint an die Bibel zu glauben, eigentlich nicht zutreffen sollte...

 

Erst seid dem 17.JH. traten dann Accessoires wie die „Ostereier“ auf - welche aber als Symbol für die aus der Auferstehung Jesu resultierenden Hoffnung stehen sollen (ein Ei für die ermöglichte
Wiedergeburt eines jeden Christen) – ein Christ denkt dabei eher weniger an ein Fruchtbarkeitsritus, so wie untenstehend der „Sklave“ es gerne darstellen will. Genauso wird der Hase als Leib Christi verstanden, ähnlich wie das Passahlamm ein Hinweis auf Jesu Leib
war. Richtig ist zwar, dass der Hase auch als Fruchtbarkeitssymbol stand, jedoch nicht im Christentum (darüber wüsste die Bibel zu berichten).

 

Die Kunst etwas differenziert zu betrachten:
 

Es kommt immer drauf an, welche Bedeutung man persönlich hineinlegt, aber nicht, was es vor vielen Jahrhunderten einmal jemand anderen bedeutete.
 

Ich vermute mal das es heidnische Priester gab, die während ihrer Anbetung geatmet hatten, aber deswegen höre ich nicht auf zu atmen...
 

Auf die eigene, neue Bedeutung kommt es also an, was auch noch am Beispiel „Kreuz“ verdeutlicht wird. Wenn man alles „heidnische“ abschaffen würde, dann dürfte der „Donnerstag“ nicht „Donnerstag“ heißen, weil dieser Name den nordischen Gott „Donar“ ehrt.
Genauso wie „Freitag“ der germanischen Ase Freia gewidmet ist, oder Januar den römischen Gott „Janus“.

 

Jedoch ist es so, dass diese Namen selbst von den ZJ akzeptiert werden, obschon es sich um
Zeitabschnitte „zur Ehre heidnischer Götter“ handelt – natürlich ist das heute nicht mehr der Fall, das dem Donnerstag dem Donar gehuldigt wird.
Dem würde jeder ZJ zustimmen, ganz einfach weil hier eine gesellschaftliche Differenzierung vorliegt – aber wieso dann bitte nicht auch bei den anderen „heidnischen Einflüssen
“?
 

Genauso wenig frönt man mit bunten Eiern, zur Osterzeit den Fruchtbarkeitsritus – wo der ZJ nicht mehr zustimmen würde.
Für die einen ist also ein buntes Ei einfach ein buntes Ei, für den anderen ein Symbol der Auferstehung Jesu – für den abergläubischen ZJ ist es noch ein Symbol für einen längst vergessenen Fruchtbarkeitskult, weil es früher vielleicht einmal in einer anderen Kultur so war...

 

Wenn man sich jedoch zu einer differenzierten Sichtweise entscheidet, dann gibt es auch keinen Aberglauben mehr. Sinnvolle Grundlagen für folgende Behauptungen des „Sklaven“ fehlen also:
 

„Ostern. In der Encyclopædia Britannica wird erklärt: „Im Neuen Testament und in den Schriften der apostolischen Väter deutet nichts auf die Beobachtung des Osterfestes hin.“

 

Wie nahm Ostern seinen Anfang? Es hat seine Wurzeln in heidnischen Kulten. Dieser Feiertag soll zwar der Auferstehung Jesu gelten, aber das Brauchtum der Osterzeit ist nicht christlich. Nehmen wir als Beispiel den allseits bekannten „Osterhasen“. Die Catholic Encyclopedia schreibt: „Der Hase ist ein heidnisches Symbol und ist schon immer ein Sinnbild der Fruchtbarkeit gewesen.“ – „Was lehrt die Bibel wirklich?“, S. 222.
 

„OSTERN: VERKAPPTER FRUCHTBARKEITSKULT Auch Ostern, das als Fest der Auferstehung Christi deklariert wird, hat seine Wurzeln in der falschen Religion. Das fängt schon mit dem Namen an. „Ostern“ ist mit Eostre oder Ostara in Verbindung gebracht worden, einer angelsächsischen Göttin der Morgenröte und des Frühlings. Und was hat es mit den Hasen und den Eiern auf sich? Laut dem Lexikon für Theologie und Kirche wird das Ei
als ein „Sinnbild der Auferstehung“ und „des keimenden Lebens“ gesehen, und der Hase gilt schon seit Langem als Symbol der Fruchtbarkeit. Ostern ist also in Wirklichkeit ein
Fruchtbarkeitsritus — schlecht getarnt als Fest der AuferstehungChristi.
Kann Jehova es akzeptieren, dass man die Auferstehung seines Sohnes mit einem widerlichen Fruchtbarkeitsritus feiert? Auf keinen Fall! (2. Korinther 6:17, 18). Zumal er uns in
der Bibel ja weder geboten noch erlaubt hat, die Auferstehung Jesu überhaupt zu feiern. Geschieht das dann auch noch unter dem Namen Ostern, ist das ein doppelter Treuebruch!“ –
„Gottes Liebe Buch“, S. 152.

 

Wie schon gesagt, kamen diese Bräuche ja erst Jahrhunderte später zum Osterfest dazu – gäbe es ZJ schon seid 500 Jahren, dann gäbe es keinen Grund Ostern als Gedenkfeier zu kritisieren, als was es eigentlich schon immer stand:
Das Gedenken der Gnade Gottes durch den Tod und der Auferstehung Jesu Christi.
 

Und wenn der „Sklave hier anprangert, das die Bibel es ja nicht erlauben würde sich an einem Festtag der Auferstehung Jesu zu gedenken, wieso versammeln sich dann ZJ zu so genannten
Kongressen? „Zumal er (Gott) uns in der Bibel ja weder geboten noch erlaubt hat“ Kongresse abzuhalten...

 

„Durch die Festtage in Israel wurde das Volk in der Anbetung vereint. Genauso sind Kongresse heute für uns religiöse Feiertage, durch die wir im Glauben gefestigt und motiviert
werden.“ – „Königsreichsdienst“ 12/2008, S.5.

 

Wenn ZJ etwas sich erlauben, obwohl Gott „in der Bibel ja weder geboten noch erlaubt hat“ Kongresse anzuhalten, warum dürfen andere dann nicht auch Jesu Tod und Auferstehung gedenken? Durch die Festtage in Israel wurde stets der Taten Jahwes gedacht, aber dem
„Sklaven“ dienen sie der Vorlage für die Kongresse der ZJ – aber Kirchen dürfen sich daraus nichts ableiten. Das ist dann „falsche Anbetung“...

 

-
 

Da der allgemeine ZJ aufgrund der Lehren des „Sklaven“ sowieso nicht das Opfer Jesu für sich beansprucht (vergleiche Johannes 6, 52-59), wird er durch die Verneinung des Osterfestes innerlich noch weiter von Jesu initiierter Vorkehrung, was mit seinen Tod und seiner
Auferstehung ins rollen gebracht wurde, was das Christsein eigentlich ausmachen würde, noch weiter entfernt.

 

Andere Feiertage: Um das Kirchenjahr zu vervollständigen müsste man hier noch das
Pfingstfest anführen, welches an die Ereignisse der Ausgießung des heiligen Geistes erinnern soll und an die Nähe Gottes zu uns Menschen erinnert. Mich erinnert es öfters auf mein Herz zu hören, weil ich glaube das Gott in mir, in meinen Herzen wohnt.

Pfingsten sollte man nicht verwechseln mit dem Erntedankfest, was die Hebräer vorher darunter verstanden.
 

Wieso solche Tage ein ZJ nicht beachtet, lässt sich kurz darin erklären, das alles was „weltlich“ ist, vom „Sklaven“ kaum gestattet werden würde.

7.7.4. Informationsmanipulation: „Geburtstage sind nicht Gott wohlgefällig“
 

Kein Christ verfolgt die Anbetung eines heidnischen Gottes, nur weil er seinen Geburtstag feiert. Ich kenne Christen, die ehren und schreiben ihren Dank für das geschenkte Leben allein Gott zu – dies an ihren Geburtstagen. Ein Geburtstag ist ein schöner Anlass dazu (vergleiche
1.Korinther 10, 31).

 

Auch wird nicht der Mensch verehrt, wenn man einen Geburtstag feiert, in dem Sinne dass der Mensch angebetet wird. Menschen dürfen, oder sollten sogar, geehrt werden (vergleiche hierzu Epheser 6, 2 oder 1.Petrus 3, 7).
 

Als Christ darf man Gott danken, dass er diesen Menschen gemacht hat und daher wird er gefeiert, gerade weil Gott ihn ganz besonders gemacht hat – ist zumindest meine Sicht.
Es wird ihm ein Wert zugeschrieben, weil Gott selber diesen Menschen einen Wert zuschreibt, sonst wäre er nicht der einzigartige Mensch der er ist.

 

Es ist zwar richtig das die damaligen Juden keine Geburtstage beachtet haben, sowie die ersten Christen ebenso wenig – die damalige Sicht war eine damals notwendige Differenzierung zu anderen Religionen.
Tatsächlich wird jedoch das Feiern von Geburtstagen nirgendwo in der Bibel verboten, obschon im AT ein solcher erwähnt wird, genauso wie im NT.

 

Der „Sklave“ lässt m.E. Geburtstage deshalb verbieten, weil er seine Mitglieder nur in dem auferlegten Selbstwertgefühl bestehen lassen möchte, das durch aktive Teilnahme als „Prediger des Wortes“ im Sinne der WT-Doktrinen aufkommt.
 

Andere Wege um das Selbstwertgefühl zu steigern sind einen ZJ nicht gestattet, da darf man einen längst vergessenen Aberglauben ruhig wieder aufleben lassen...
Für folgende Begründungen des „Sklaven“ gibt es also keine Basis als allein den Aberglauben:

 

„Jesu Jünger hätten seinen Geburtstag nicht einmal gefeiert, wenn sie das genaue Datum gewusst hätten. Warum nicht? Wie es in einer Enzyklopädie heißt, betrachteten die ersten
Christen „das Feiern von Geburtstagen als heidnischen Brauch“ (The World Book Encyclopedia). Die einzigen in der Bibel erwähnten Geburtstagsfeiern wurden für zwei Herrscher veranstaltet, die Jehova nicht anbeteten (1. Mose 40:20; Markus 6:21). Auch zu Ehren heidnischer Gottheiten wurden Geburtstage gefeiert. Am 24. Mai zum Beispiel feierten die
Römer den Geburtstag der Göttin Diana und einen Tag später den des Sonnengottes Apollo. Geburtstagsfeiern verband man also damals nicht mit dem Christentum, sondern mit dem
Heidentum. Die Christen im 1. Jahrhundert hätten Jesu Geburtstag noch aus einem anderen Grund nicht gefeiert. Jesu Jünger wussten wahrscheinlich, dass Geburtstagsfeiern mit Aberglauben zu tun hatten. Viele Griechen und Römer in alter Zeit glaubten zum Beispiel, bei der Geburt jedes Menschen sei ein Geist zugegen, der den Betreffenden das ganze Leben lang
beschütze. In einem Buch heißt es dazu: „Es bestand einemystische Beziehung zwischen diesem Geist und dem Gott, an dessen Geburtstag der Betreffende geboren wurde...“ - „Was lehrt
die Bibel wirklich?“, S.157.


Gerade weil man Aberglaube als solchen zu erkennen weiß, sowie der Tatsache das man an seinen Geburtstag den Gott danken darf wenn man möchte, spricht für sich noch die bereits erwähnte Tatsache, das die Bibel das Feiern von Geburtstagen nicht verbietet – weder im
mosaischen Gesetz, noch durch ein Wort Jesu - darf ein Christ seinen Geburtstag feiern, da er an diesen Tag letztlich seinen Gott feiert... und auch wenn man es ohne Gott im Sinn macht, darf man das...

 

7.7.5. Informationsmanipulation: „Das Kreuz, ein Symbol der falschen Anbetung“...

....genauso wie ein Pfahl. Einsichtenbuch der ZJ unter ->"heiliger Pfahl".

"Heiliger Pfahl

Das hebräische Wort ʼascheráh bezeichnet 1. einen heiligen Pfahl, der die kanaanitische Fruchtbarkeitsgöttin Aschera darstellte, oder 2. ein Abbild der Göttin Aschera selbst. Wahrscheinlich standen solche Pfähle aufrecht und waren zumindest teilweise aus Holz. Manchmal waren sie unbearbeitet oder es handelte sich sogar einfach um Bäume (5Mo 16:21; Ri 6:26; 1Kö 15:13)." ->jw.org/bibellexikon/heiliger_pfahl

Zum Kreuz...
 

...vorab: Es ändert nichts an der theologischen Konsequenz des christlichen Glaubens, ob Jesus an einen Kreuz oder einen „Marterpfahl“ gestorben ist.

 

Pikier ist nur, wie sehr der „Sklave“ versucht, seine Anhänger nicht über die biblische Symbol-sprache des Kreuzes nachsinnen zu lassen, denn dem Kreuz werden in der Bibel sehr wohl Bedeutungen zugesprochen - dazu unten mehr...

Auch historische Tatsachen, wie sie ->hier erklärt werden, werden nicht berücksichtig.

Informationen des „Sklaven“ an die ZJ:
 

Man "stört" sich an dem Kreuz, weil es
1.) nicht der damaligen Bedeutung des Begriffs für „
stavrós“ entsprechen soll, und somit
2.) angeblich bewusst ein heidnisches Symbol aus der falschen Anbetung heraus in das Christentum übernommen wurde. Dann gibt es noch

3.) den Vorwurf des Götzendienstes, da ein „geschnitztes Bild“ in der Anbetung verwendet wird.
4.) wäre es so eine Sache, sich solch ein abscheuliches „Mordinstrument“ als Schauobjekt aufzubewahren...

 

Informationen die den ZJ vorenthalten werden:
Zu 1.) Wenn man heute in ein deutsch - griechisch Übersetzer "Kreuz" eingeben würde, dann würde er stauros rausgeben. Kann man gerne mal
-> selber ausprobieren.

Wie kommt das?

Ganz einfach, das Christentum hat die griechische Sprache irgendwann einmal dahingehend beeinflusst, so das jeder Grieche auf der Welt heute unter "σταυρός" - stavrós - auch ein Kreuz im Sinn kommt.

Die eigentlich wichtige Frage dabei ist, seid wann genau dies sprachlich der Fall war.

Quelle/Kreuz

Es ist zwar richtig dass der damalige Grieche auch damit etwas aufrecht Stehendes aus Holz, wie etwa eine Palisade, verstand. So einKreuz bestand aber nun mal auch aus so einem aufrecht stehenden Stück Holz.
anfänglich kleinen Einfluss der ersten Christen auf die damalige Gesellschaft bedenkt, ist es nur allzu logisch das es etwas Zeit brauchte, bis sie die griechische Sprache dauerhaft beeinflusst hatten.
Es hatte also gedauert, bis man als christlicher Grieche unter „staurós“ auch ein Kreuz vermuten durfte. Dennoch ging das relativ schnell, wie Philologen (Sprachwissenschaftler, -forscher) der
griechischen Sprache zu berichten wissen, was aber auch letztlich durch den Einfluss der Römer (welche Kreuze zur Hinrichtung verwendeten) genauso erklärbar ist.


Der „Sklave“ hat hier also auch völlig (bewusst) den philologischen Hintergrund außen vor gelassen. Denn wenn der „antike Grieche“ nur das Material benannte, dann war es ihm von der Sprache her egal, wozu es benutzt wurde, denn der Verwendungszweck wurde separat benannt.

Der antike Grieche machte also das Material nicht dafür verantwortlich, wozu es verwendet wurde, oder wo man es vorfindet. Er machte einen Unterschied zwischen dem Material, den
Gebrauch des Menschen und sein Vorkommen, womit sprachlich die Verwendung des Materials immer dazu genannt werden musste, was an den Wortlauten und ihren Belegungen an Bedeutung dieser damaligen Sprache liegt.

 

Wollte man ein Objekt zweckentfremden, dann musste dies auch entsprechend formuliert werden – aber allein mit der Benennung des Materials war dies nicht möglich.
 

In der deutschen Sprache findet man dagegen z.B. den Begriff „Balken“ und man weiß das es ein für den Bau zurechtgeschnittenes Stück Holz ist. Genauso wie ein „Schlagstock“ aus Holz ist, aber als Waffe verwendet wird. Anders der Baseballschläger, wo auch wieder ein Zweck im Namen liegt – der damalige Grieche hätte all diese Begriffe mit der Materialbezeichnung benannt - „Holz“ – so tat er es auch bei einem Kreuz, gemäß der Vorgehensweisen der Römer.
 

Mit einer angeblichen Übereinkunft, um auch Heiden besser bekehren zu können weil diese das Kreuz schon kannten, hatte das genauso wenig zu tun – denn der römische Vorgang dieser
Hinrichtungsart ist altbekannt und kann in vielen Geschichtsbüchern studiert werden.

 

Diesen Vorgang hier jetzt detailliert zu beschreiben ist mir persönlich zu blutig. Doch vielen Quellen kann man entnehmen, das der Verurteilte den Querbalken (aus Holz = „staurós“) selber tragen musste, während der sehr viel wuchtigere Hauptstamm (auch aus Holz = „staurós“)
bereits an der Hinrichtungsstätte fest im Boden verankert war.

 

Das war eine Arbeit, wie sie nur von mehreren Leuten durchgeführt werden konnte. Die Bibel selber umschreibt nicht diese Vorgänge die mit dem Aufstellen des Hauptstammes vonnöten gewesen wären, was durch die Arbeit von römischen Soldaten (oder anderen Gefangenen unter der Aufsicht von diesen) vom Vortag erklärbar wäre, so wie es nun mal den damaligen Vorgehensweisen entsprach.


Noch eine Erklärung ist, das die Schädelstätte („Golgatha“) bereits einige solcher Stämme für Hinrichtungen bereit stehen hatte.
Um diesen Hauptstamm zu tragen wären mindestens drei Männer nötig gewesen, was der bereits gegeißelte Verurteilte (was einen hohen Blutverlust mit sich brachte) gar nicht alleine hätte tragen können.

 

Wenn Jesus also einen „staurós“ trug, dann ist das die Formulierung in der griechischen Sprache, welche den römischen Zweck als Querbalken nicht definierte.
 

Zu 2.) Was jedoch tatsächlich heidnisch war, das war die Verwendung von Kreuzsymbolen in der vorchristlichen Ära. Die Wachtturmliteratur weist da ja auch auf sehr viele Beispiele hin. Umso mehr ist es verwunderlich, wieso darauf bestanden wird, dass es sich um einen Pfahl handelt, wenn es doch bekannt ist, dass die „Nachfolger Satans“ selber Jesus „in die Verse beißen würde“:
 

„JESUS CHRISTUS wusste, dass er das Angriffsziel des Teufels war. Das ergab sich schon aus dem, was Gott seinerzeit zu der Schlange sagte und damit zu dem rebellischen Geistgeschöpf, das durch sie gesprochen hatte: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau [dem himmlischen Teil der Organisation Jehovas] und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er [Jesus Christus] wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen ... Das Zermalmen der Ferse bedeutete, dass Jesu Tod als Mensch nur etwasVorübergehendes wäre, denn Jehova würde ihn auferwecken und ihm himmlische Herrlichkeit geben. Das Zermalmen des Kopfes der Schlange dagegen wird für den Teufel den endgültigen Todesstoß bedeuten.“ – WT 15.11.2008, S. 27.
 

Es würde also sogar der Prophezeiung aus 1.Mose 3, 15 entsprechen, wo die Nachkommen der „Schlange“ (der „Samen“ des Satans“), sprich die „falsche Religion“, dem Nachkommen der „Frau“ (Evas Nachkomme – Jesus) „in die Verse biss“, was nach Ansicht des „Sklaven“, durch den Tod Jesu geschah. Der Gedanke, dass „der Teufel den Sohn Gottes an einem Objekt der falschen Anbetung hinrichtet“, ist also gar nicht so abwägig.
 

Biblische Symbolkraft des Kreuzes bei den ersten Christen

Die obenstehenden Gedanken meinerseits mag man ruhig ausklammern.
Es ändert jedoch nichts an der biblischen Tatsache, das die ersten Christen diesen Gegenstand, sei es ein Pfahl oder Kreuz ist jetzt mal egal, eine eigene Symbolkraft zuschrieben, welche nichts mit der heidnischen Anbetung zu tun hatte. Folgende Bibelstellen als Beispiel aus der Lutherbibel:

 

- „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.“ (Matthäus 10, 38 – vergleiche 16, 24, Markus 8, 34, Lukas 9, 23)
 

- „Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen - nicht mit klugen Worten, damit nicht das Kreuz Christi zunichte werde.“ (1.Korinther 1, 17)
 

- „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft.“ (1.Korinther 1, 18)
 

- „Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ (Galater 6,14)

 

-„... und die beiden versöhne mit Gott in "einem" Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.“ (Epheser 2, 16)
 

- „Denn viele leben so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich's auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi.“ (Philipper 3, 18)
 

- „Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet.“ (Kolosser 2, 14)
 

Die Bibelstellen selbst zeigen hier:

Das Kreuz ist also schon während des 1.Jahrhunderts konkret sprachlich dem Christen ein Symbol der Nachfolgerschaft Jesu, der Liebe Gottes, der Sündenvergebung, als Ursache der Vereinigung zwischen Juden und Heiden. Hinzu kam die persönliche Sicht zum Kreuz, wie zum Beispiel bei Paulus. Eine Sicht zu der er selber gelangt war, wie der Apostel sie einmal zum Ausdruck brachte:
 

„Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.
Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes.“

- (Galater 2, 19-21)

 

zu 3.) Ein Christ sieht also das Kreuz letztlich als ein Symbol der Gnade Gottes, weil es die Hingabe Gottes zum Wohle der Menschen darstellt weil er letztlich die Gottesbeziehung im Sinn hatte, was ein Christ letztlich Jesu Tod und Auferstehung zuschreibt.
 

Ein Christ betet weder das Kreuz an, noch ist es eine Gottesdarstellung. Also auch kein Götzendienst. Kein Christ, den ich mittlerweile kennengelernt habe, betet das Kreuz an.

Es ist eine bewusste Falschdarstellung des „Sklaven“:


„Was aber noch wichtiger ist als die Frage, ob Jesus an einem Kreuz oder an einem Pfahl gequält und hingerichtet wurde, ist das Gebot, dass Christen weder ein Bild noch ein Symbol davon verehren oder anbeten dürfen.“ – WT 01.03.2008, S. 22.
 

Wenn ein Christ ein Kreuz trägt, dann weil es ihn an das erinnert, was die Bibel selber diesen Objekt an Symbolkraft zuschreibt – diese Bedeutung der Bibel ist es, welche durch das Tragen eines Kreuzes mit in den Alltag übernommen wird.

 

Dies logischerweise auch erst seid dem 4.Jhd, da Christen in der Zeit davor verfolgt wurden - hätten sie in der Zeit Kreuzsymbole getragen, dann wären sie den Verfolgern ein leichtes Ziel gewesen.

Doch als das Christentum legitimiert wurde, wurden auch Kreuzsymbole getragen, dies im Sinne der in der Bibel festgelegten Symbolik, jedoch nicht dem Heidentum zuliebe - so eine sichtweise geht weder aus der bibel und auch nicht aus den Überlieferungen alter Kirchenschriften. Im Prinzip ist jeder, der behauptet das das christliche Kreuzsymbol dem Heidntum zuliebe eingeführt wurde, der steht in der offenen Beweispflicht, da dies nie ein Arrangement der Kirche mit dem Heidentum in dieser Richtung gegeben hatte.
 

Da es diese Beweise nicht gibt, stellt man lediglich Behauptungen in den Raum, in der Art wie sie JZ gelehrt werden. Man stellt es in einer Interpretation der Vergangenheit als solches lediglich dar als ob, doch das sind bisher beleglose Fakenews.

Der Katholik betet zu Gott, wenn er sich vor dem Leib Christie an einem Kreuz verbeugt – tatsächlich haben aber die ersten Christen immer nur Darstellungen ohne den Korpus dargestellt, da Jesus ja auferstanden war und demnach nicht mehr am Kreuz hängt.


Innerhalb der katholischen Theologie jedoch hängt Jesus „immer“ am Kreuz, weil sie diesem Augenblick eine Zeitlosigkeit beimessen, da Jesus für die vergangenen und zukünftigen Sünden gestorben ist - da wage ich mir jedoch kein Urteil drüber zu fällen, zumal es hier nicht wirklich etwas anzukreiden gibt.
 

Man muss, abgesehen von dieser Theologie (die ich vom Gedankengang recht gut finde) klar unterscheiden, das diese Darstellung auch nur ein Hilfsmittel ist.
Nicht die Figur selber wird angebetet, sonder an das dauerhafte Wirken Gottes wird erinnert, welches man dahinter ahnt.

 

Ähnlich gab es im Tempeldienst der Hebräer ebenso Gegenstände die zur Anbetung dienten, aber nicht selber angebetet wurden (z.B. die Darstellungen der Cheruben, den Leuchter oder den Altar) – genauso betrachtet man das Kreuz, das es lediglich zur Anbetung beiträgt (gar
nicht mal eine Pflicht eines Christen ist), aber nicht selber angebetet wird.

 

Da ist also kein Grund um andere Christen als „falsche Religion“ zu bezeichnen, oder als welche die „in Harmagedon vernichtet“ werden, nur weil man die biblische Symbolik für den Alltag übernimmt.

Jesu Ermahnung war, nicht „zu richten“, wenn man selber nicht genauso gerichtet werden wolle (Matthäus 7, 1).

Das „Chi“, oder das „X“, welches Kaiser Konstantin in einer Visiongesehen haben soll, in der er den christlichen Glauben „zum Siegführte“, war der Anfangsbuchstabe des Wortes „Christus“ und hatte nichts mit dem Kreuz an dem Jesus starb zu tun. An dem Gerücht, das dieser Kaisererst mal das Kreuz als offizielles christliches Symbol einführte, ist also nichts dran, wenn man da nur mal die obenstehenden Bibelverse für sich nimmt, welche lange vor seiner Zeit aufgezeichnet wurden.

Zu 4.) Der „Sklave“ will zusätzlich noch eine Art Ekel erzeugen, wenner beim Kreuz von einem „Hinrichtungsinstrument“ spricht:

 

„Wie würdest du reagieren, wenn man deinen besten Freundaufgrund von Falschanklagen zu Tode brächte? Würdest du vondem Hinrichtungsinstrument ein Duplikat anfertigen lassen? Würdest du es in Ehren halten, oder würdest du es eherverabscheuen?“ – WTG-„Unterredungsbuch“, S. 267 – Stichwort„Kreuz“.

 

Jedoch ist es so, dass die Bibel selber und damit derer inspirierten Autoren niemals so vorgingen, sondern das Kreuz immer nur mit dem Wirken Gottes durch Jesus verbindet.

Auch hier dementiert die Bibel also selber das Bestreben des „Sklaven“, wenn man hierzu ebenso die bereits angeführten Bibelverse nimmt,welche im Gegensatz zum „Sklaven“, diesen Gegenstand sehr wohl eineBedeutung ganz anderer Art beimessen.

 

Die Bibel ermuntert also viel mehr zu einer differenzierten Sichtweise, indem sie dem Kreuz, trotz der Verwendung innerhalb anderer Religionen, eine eigene, eine christliche Bedeutung beimisst.

 

Wer dagegen das Kreuz mitsamt ihrer biblischen Symbolik aus dem alltäglichen Leben der Gläubigen zu verbannen sucht, es mit Ekel in Verbindung bringen will, der hat m.E. kein wirkliches Interesse daran, das der Gläubige die mögliche psychologische Wirkung einer Sündenvergebung erfährt, welche der christliche Glaube mit dem was Jesus am Kreuz vollbrachte nun mal mit sich bringen würde. -

 

Aber die Aktivitäten als ZJ sind ja das was „glücklich“ und „zufrieden“machen soll – der persönliche Frieden mit Gott wird mit einersuggerierten und selbst erarbeiteten Selbstzufriedenheit ersetzt.Stattdessen soll ein ZJ das Kreuz (mitsamt der biblischen Symbolik)„verabscheuen“...

 
 
 
 
 
 
 
 
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Galileo Galilei verränderte buchstäblich die Vorstellung der Menschheit über

die ganze Erde.

Jehovas Zeugen sehen sich in einem geistigen Krieg - im Prinzip gegen alles und jeden die nicht ihre Lehransichten teilen.

 
 
 
 
 

7.7.6. Informationsmanipulation: Bluttransfusionen
 

Hört man immer wieder:
ZJ lehnen eine Vollbluttransfusion ab.
Ob jemand Teilfragmente der Blutsubstanz zu sich nehmen möchte ist aktuell seitens des „Sklaven“ dagegen eine Gewissensentscheidung.

 

Beim „Blutverbot“ der ZJ hält der „Sklave“ in Anlehnung des Verbotes Blut eines Tieres mitzuessen Apostelgeschichte 15, 28-29 vor, wo der damalige Christ angewiesen wurde sich des Blutes zu enthalten, und nimmt dies als Grundlage um auch Bluttransfusionen (vom Menschen) als ein Verbot von Gott darzustellen, neben dem Essen von (Tier-)Blut. Klar ist aber eigentlich, dass damit nur zweites gemeint sein konnte.
 

Die damalige menschliche Gesellschaft, lange Zeiten vor dem Christentum, war eine andere als die unsere. Der Mensch hatte durch die Herrschaft Nimrods im Nachhinein eine Art traditionelle Blutgier entwickelt, was sich in einer Jagd aus Freude am Töten äußerte – die Ausstellung im Pergamon-Museum in Berlin verschafft da hinweisende, wenn auch nicht schöne Einblicke. Genauso wie andere jüdische Quellen diesen Nimrod als „Jäger gegen Mensch und Tier“ beschreiben.
 

Damals hatte der Jäger eine heldenhafte Stellung in der menschlichen Gemeinschaft und Nimrod war ihr Heerführer.
Um diesen Trend des sinnlosen Abschlachtens der Tiere entgegenzuwirken, sollte der Hebräer sich der Tötung eines Tieres vergegenwärtigen, indem er dem Leben der Tiere eine gewisse
Heiligkeit zusprechen sollte, was man sich durch das Ausgießen des Tierblutes zur Erde hin äußerte – dabei war das Blut das, was als das von Gott gewählte Symbol für Leben (man hätte auch das Herz als Symbol nehmen können) dargestellt wurde.

 

Hier muss man sich vergegenwärtigen, dass es sich hierbei nur um Tierblut handelte und es sich nur um eine damalige Speisevorschrift handelte.
 

Dem Leben eines Menschen wurde im mosaischen Gesetz dagegen eine höhere Heiligkeit als den Tieren zugeschrieben was sich z.B. in dem Verbot äußerte sich nicht mit Tieren sexuell zu erniedrigen. Wenn man die Bibel sprechen lässt, dann war das Leben an sich heilig, nicht das Blut das es symbolisierte, was der „Sklave“ selber zum Ausdruck bringt, dann aber missdeutet:
 

„Besprechen wir nun die dritte Anforderung, die Gott an uns stellt. Wir müssen Ehrfurcht vor dem Leben und dem Blut beweisen. Das Leben ist für Jehova heilig. Das sollte man auch erwarten, denn er ist der Quell des Lebens (Psalm 36:9). Das Blut stellt das Leben dar. Deshalb ist es in Gottes Augen ebenfalls heilig (3.Mose 17:14). Es sollte uns eigentlich nicht überraschen, daß Gott
von uns erwartet, Leben und Blut genauso zu betrachten wie er.“ – WT 15.01.1997, S. 21

 

Wenn es aber schon so ausgelegt wird, das aber das Leben eines Menschen „heilig“ ist, wieso sollte dann das Symbol für Leben, das Blut, dann doch heiliger sein als das Leben selber? Wieso erachtet man dann den Erhalt des „heiligen Lebens“ nicht ebenso als heilig?
 

Was verrät dies über die angebliche Achtung des „heiligen Lebens“ seitens des „Sklaven“?
 

Man muss doch klar feststellen, dass die Apostel zu biblischen Zeiten von dieser medizinischen Möglichkeit, das Erhalten des „heiligen Lebens“ durch Bluttransfusionen, in ferner Zukunft nichts wissen konnten.
 

„Was ist von eigentlicher Bedeutung: Die Ehe, der „Bund fürs Leben“ oder der Ehering der diese Verbindung lediglich symbolisiert?“ - (R.Franz)

Wenn Blut also das „heilige“ Leben retten könnte, wird dennoch seitens des Sklaven das Verbot ausgesprochen, weil es ja einer, kein Witz, „intravenösen“ Zunahme von Alkohol gleich kommt:

 

„Wenn ein Krankenhauspatient keine Nahrung durch den Mund aufnehmen kann, wird er intravenös ernährt. Würde nun jemand, der zwar kein Blut in den Mund nimmt, sich aber eine Bluttransfusion geben läßt, wirklich dem Gebot, ‘sich von Blut zu enthalten’, gehorchen? (Apg. 15:29). Wie verhält es sich zum Beispiel mit jemandem, dem der Arzt dringend geraten
hat, sich des Alkohols zu enthalten? Würde er den Rat befolgen, wenn er zwar aufhören würde, Alkohol zu trinken, ihn sich aber statt dessen direkt in die Venen spritzen würde?“
– „Unterredungsbuch“, S. 77.

 

Man muss also festhalten, dass dem „Sklaven“ das Retten vom heiligen Menschenlebens, was das intravenöse zuführen von Blut nun mal bedeuten kann, ungefähr so viel von Wert ist, das er diese Möglichkeit mit dem intravenösen zuführen von Alkohol bei einem Alkoholiker gleichstellt – wenn sie noch einen anderen Rückschluss für dieses Zitat aus dem „Unterredungsbuch“ ergründen können, dann dürfen Sie ihn mir gerne zusenden...
 

Der Sklave ignoriert hier, das Blut bereits ein feststehender Bestandeil des menschlichen Organismus darstellt - Alkohol dagegen nicht.


„Bedeutet die Seele nicht mehr als die Speise und der Leib [mehr] als die Kleidung?“

- Math. 6:25 „NWÜ“. Die Juden von heute handhaben es richig.

Das Leben wird als heilig betrachtet und darf mit Bluttransfusionen, welches von freiwilligen und vor allem von Menschen gespendet wurde, die man deswegen nicht abschlachtete, auch weil man sie schon gar nicht essen wollte.

 

Das Blutverbot der Bibel ist aber ein reines  Speiseverbot von Tierblut.

7.7.8. Informationsmanipulation: Dreieinigkeit
 

Ich kann es nachvollziehen, wenn jemand sich an dem Wort Dreieinigkeit stört.

Der Begriff Monotheismus kommt übrigens auch nicht in der Bibel vor.
 

Wer das Wirken Gottes anhand der Bibel betrachtet, der wird jedoch um Jesus, seinen Vater und den heiligen Geist nicht „drum herum“ kommen.
 

Gott, der „himmlische Vater“ hat gemäß dieser Vorlage sich dazu entschlossen, allein durch Jesus zu interagieren, sowie durch deren gemeinsamen „heiligen“ Geist.
Das diese drei als eine Einheit, eine Gottheit interagieren, weil alle dran Beteiligten nichts dagegen zu haben scheinen, so ist das wohl die Natur Gottes, die der Gläubige aus der Bibel entnehmen darf und kann.

 

Der Begriff „Gottheit“ ist hier wie der Begriff „Menschheit“ zuverstehen, wo alle Wesen der gleichen Art in einem Begriff genannt werden.
 

Das Problem des „Sklaven“ ist jedoch, das er behauptet, die Dreieinigkeit sei eine Mixtur aus drei Personen, die sich in einer Person wieder finden, weil es nur einen Gott als Person gibt – es ist auf ihre geförderten Prägung das Gott nur in der Person „Jehova“ zu sehen ist zu entnehmen, womit allein auf das alttestamentliche Bild zurückgegriffen wird.
 

Die Bibel selber vermengt jedoch nicht die Personen, sondern zeigt vielmehr, dass beide miteinander interagieren, dies durch heiligen Geist. Die Einheit findet auf der unsichtbaren Ebene statt, wie bei einen Liebespaar, aber nicht durch eine Vermengung der Geistwesen.
 

Das Wirken Gottes äußert sich in der Antwort nach der Frage: Was macht den christlichen Gott eigentlich zu den christlichen Gott, so das man wiederum um die Interaktion zwischen Vater und Sohn nicht drum herum kommt – das christliche Bild des Wesen Gottes existiert
nur, weil Vater und Sohn miteinander das „Gott-sein“ als eine „Gottheit“ ausleben möchten.

 

Der „Sklave“ erzeugt jedoch bewusst das Missverständnis zwischen Gott, und die Personen die sich am Gott-sein beteiligen, indem er es so darstellt, als wäre Jesus und der Vater angeblich dieselbe Person, z.B. indem betont wird, das Jesus sich ja nicht selber auferweckt habe, oder nicht zu sich selber gebetet habe – tatsächlich behaupten das nur die ZJ, weil der Sklave nicht gezielt das Wesen Gottes, so wie er als Gott agieren will, für sich betrachtet.
 

Hier wollte ich nur auf das bewusst erzeugte Missverständnis des Sklaven hinweisen, das die Behauptung, Jesus und der Vater sei dieselbe Person, ganz einfach eine bewusst inszenierte
Falschmeldung ist, um noch einen weiteren Aspekt der „falschen Christen“ anzukreiden.

 

Wer als Christ das Wesen Gottes nicht verstehen kann, oder als Außenstehender das Zusammenspiel zwischen Jesus und seinen Vater nicht als das Wirken einer Gottheit verstehen kann, dann kann ich das gut nachvollziehen.
 

Was anderes ist es jedoch, wenn man bewusst einen Missverstand als feste Regel vorhält, so wie es der „Sklave“ vollzieht:
 

„Zu wem betete er [Jesus], wenn nicht zu jemand, der über ihm stand? Jesus hat sich auch nicht selbst auferweckt, sondern Gott tat es“ – WT 15.05.2002, S. 6.
 

Was dann also „nicht verstanden wird“, kann dann bei den ZJ als „Irrlehre“ breitgetreten werden:
„Wie die Versammlungen im Jahre 96 u. Z. auf die Botschaften Jesu reagierten, wissen wir nicht. Wir wissen aber, daß der Abfall nach dem Tod des Johannes rasch um sich griff. „Christen“
hörten auf, den Namen Jehova zu gebrauchen, und in Bibelhandschriften ersetzte man ihn durch „Herr“ oder „Gott“. Bis zum vierten Jahrhundert war die Irrlehre von der Dreieinigkeit
(Trinität) in die Versammlungen eingedrungen.“ - WTG- „Offenbarungsbuch“, S. 30.


Es wird daher auch als bewusst irreführende Lehre des Teufels dargestellt.
 

„Worum handelt es sich also bei der Lehre von der Dreieinigkeit? Es handelt sich in Wirklichkeit um eine heidnische Lehre, die als eine christliche ausgegeben wird. Sie wurde von Satan, dem Teufel, gefördert, um Menschen irrezuführen und Gott als etwas
Verwirrendes und Geheimnisvolles darzustellen.“ – WT 01.08.1992.

 

Hier also einerseits der Hinweis des gezielt geschürten Missverständnis, sowie der bewussten Unterstellung, dass andere Christen einer vom Teufel geförderten Lehre nachgehen würden.
Jedoch sollte man sich die Frage stellen, ob es berechtigt ist, wenn man etwas nicht nachvollziehen kann, ob man diese deswegen eines „falschen Glaubens“ ankreiden sollte.

 

Wie sich noch zeigen wird, kannten die ersten Christen dieses Gottesbild jedoch schon sehr gut, nur nannten sie nicht Dreieinigkeit. Im alltäglichen Gebrauch des Christen würde man Gott auch nicht so benennen wollen. Das die Dreieinigkeit (3E), das Zusammenspiel von Vater, Sohn und Geist, nun mal dem biblischen Bild entspringt, dem kann man nicht
leugnen – selbst ein ZJ würde dem zustimmen.

 

Doch der Sklave legt Wert darauf die Bibelverse, welche pro 3E sprechen zu negieren, dies mit den benannten Schwerpunkt, das die Dreieinigkeit angeblich 3 Personen in einer wären. Auch wird das christliche Glaubensbekenntnis nur scheinbar biblisch widerlegt, weil man sich auch hier auf Bibelverse begrenzt, welche etwas einseitig darstellen und die Chronologie, die man der Figur Jesu zuschreibt, nicht mit einbezieht, sondern aus dem Zusammenhang nimmt um es im Zusammenhang der eigenen Hermeneutik einzuordnen.

Dieses Thema wird jedoch (demnächst) an anderer Stelle fortgeführt.

7.7.8. Informationsmanipulation: Masturbation


Die natürliche Gabe und Möglichkeit einer ausgeglichenen Selbstbefriedigung (Masturbation) wird seitens des Sklaven als etwas negatives dargestellt, um m.E. auf der sexuellen Ebene des
Menschseins einen weiteren Punkt zu konstruieren, um im Blick des kritischen Selbstbildes eines ZJ sich menschlich als minderwertig zu fühlen.

 

Das andere Extrem, vielleicht sogar in Verbindung mit Pornosucht, wäre die überbetonte Form der Masturbation, welche in Sinne einer Sucht einen Versuch darstellt eine innere Leere auszufüllen. Das ist bestimmt eine Problematik für sich und entspricht kaum der
natürlichen Möglichkeit sich körperlich „zu entspannen“.

 

Die Problematik eines ZJ ist dagegen, das der „Sklave“ ihn glauben lässt, das jegliche, selbst eine normale und ausgeglichene Praxis dieser natürlich gegebenen Möglichkeiten, ein Fehlverhalten wäre.

 

(Bevor mich zu dieser Thematik der eine oder andere Leserbrief erreicht: Nein, der biblische Vorgang „Onans“ (1.Mose 38) beschreibt nicht den technischen Vorgang einer Selbstbefrie-digung, sondern den des „Koitus Interrupts“ des Geschlechtsverkehrs mit vorzeitiger
Unterbrechung, wo der Mann den sexuellen Akt nicht in der Vagina des Geschlechtspartners beendet. Den Begriff „Onanieren“ auf die Masturbation anzuwenden wäre also fachlich (sexual-technisch) falsch.
Das schrieb sogar einmal der „Sklave“)
 

Die Bibel sagt zu dem Thema nichts.

 

Wohl aber die WT-Literatur.
Aus der geht hervor, das man sich über die Praxis des Entspannens, dem Abbauen von Stress, durchaus bewusst ist, verurteilt jedoch die inneren Regungen des Menschen als Sünde, welche ihn „in der Phantasie“ sündigen lassen.

 

Laut Lehrmeinung des „Sklaven“ würde das Nachgehen dieser Phantasien in Form des Masturbieren das sexuelle Verlangen steigern und aufgrund der („unreinen“) geweckten Phantasien zum Wunsch führen, diese auch auszuleben, was dann entgegen der gelehrten
Maßstäbe stehen würde.

 

Das dies aber zu „97%“ nicht der Fall ist, sondern im Gegenteil, das Nachgehen im privaten Raum diese Spannung abreagieren lässt, so das man eben nicht mit einer sexuellen Spannung durch den Tag gehen muss (oder durch die Woche), wird in den Publikationen des „Sklaven“ nicht erwähnt.

Der tiefere sinn dahinter könnte sein, das man dieses "schlechtfühlen" angehen kann, indem man mehr für die Organisation macht...

 

7.8. Das „Frage und Antwort Spiel“ während des „Heimbibelstudiums“
 

Vertrauen ist die Basis für die Übernahme von vermittelbaren Informationen. Hier komme ich auf Aspekte des eigentlichen Ablaufs innerhalb des „Heimbibelstudiums“ (HB) zu sprechen. Dabei möchte ich versuchen zu beschreiben, wie es zusammen mit den bisher besprochenen Techniken und den nun zu übertragenden Ansichten, zur Übernahme dieser Informationen kommt, welche letztlich einen Menschen verändern sollen sowie den Wunsch zu entwickeln, bei den ZJ mitzumachen.


Hier sind jetzt nicht allein die Suggestivfragen gemeint, welches im neuen Bibelkurs Glücklich - für immer ca. 50% aller Fragen ausmachen, wenn es um das „Frage- und Antwortspiel“ geht, sondern um alle Fragen - inklusive der Suggestivfragen - die sich auf die Abschnitte beziehen, Bibelstellen und auf die Videos.
 

Emotionale Ebene:
Wenn man als ZJ einen Interessierten etwas fragt, wie er über etwas denkt, dann signalisiet das Stellen der vorgegebenen Fragen ein Interesse an den „Studierenden“.
Fragt man einen Menschen wie er über eine Sache denkt, dann fühlt dieser sich beachtet und ernst genommen, er fühlt sich in dem Moment mit „Aufmerksamkeit beschenkt“.
Die Beantwortung der Frage und ein möglich aufkommendes Lobdes ZJ an den Studierenden, verstärkt die emotionale Verbindung zwischen den ZJ und den Interessierten.

 

Gleichzeitig wird man positiv geprägt, wenn man die vorgegebenen Ansichten des Sklaven anerkennt, was zur Freude des ZJ beitragen wird – gegebene Freude ist doppelte Freude - so spielen hier sehr viele Faktoren auf unbenannter Ebene eine große Rolle, wie sehr man sich später den ZJ emotional verbunden fühlt.
 

Ablenkung auf rationaler Ebene:
 

„Schönes Wetter heute, nicht wahr?“...
 

Dies ist an sich keine Suggestion oder Vorwegnahme einer Meinung, denn der Empfänger der Frage kann sich ohne Umwege eine eigene Meinung bilden.
Aber wenn der Mensch an dem die Frage gestellt wurde gerade mit den Gedanken ganz woanders war, macht er sich nun Gedanken über das Wetter. Er wird abgelenkt von dem, worüber er sich normalerweise Gedanken machen wollte, oder sonst machen würde.

 

D.h., das eine Frage immer dazu führen kann das ein Mensch aufgrund des Inhaltes und der Form der Fragestellung seine Gedanken in die Richtung einer Frage richten wird, die vom Fragesteller gewünscht wird - wenn er sich drauf einlässt.
 

Der „Studierende“ lässt sich schon deswegen auf die Fragen ein (jene Fragen aus dem Heimbibelstudienhilfsmittel), weil er dem ZJ sein Vertrauen schenkt.
 

Eine Frage bewirkt, das sich der Mensch gegenüber darüber Gedanken macht, was der Fragesteller will, worüber er sich Gedanken machen soll. Und da die Fragen vom „Sklaven“ aufgestellt werden, ist er derjenige der vorgibt, worum sich die Gedanken kreisen werden.
 

Die Neigung und Richtung wird dementsprechend vorgegeben, bzw. eine Möglichkeit in andere Richtungen zu denken, wird eingegrenzt.
 

Vorgabe des Informationsspielraumes
 

Beim „Heimbibelstudium“ geht es jedoch noch weiter eingeengt vor als wie einfach nur jemanden nach einer Meinung zu bestimmten Dingen zu fragen, da noch zusätzlich zu den Fragen jeweils ein Absatz (pro Lektion wird ein Video angesehen und auch zu diesem Fragen gestellt) gelesen wird, auf den sich die Frage als Informationsgrundlage bezieht.
 

Eigentlich wird nur gefragt was im Absatz steht, welcher beansprucht etwas „biblisches“ zu betrachten, welcher aber letztlich nur die Informationen beinhaltet, welcher die Ansicht des „Sklaven“ vermittelt. Man fragt genau genommen nur nach, ob der „Studierende die Ansichten des „Sklaven“ übernommen hat.
 

Die bisherigen persönlichen Ansichten des Studierenden, sein bisheriges Weltbild, interessieren nicht wirklich. Genauso wenig interessieren die Gründe, weshalb man bisher „geglaubt“ hat. Mag sein das in seltenen Fällen der ZJ individuell und persönlich mit den Interessierten über solche Dinge reden wird – doch der Kurs sieht das gar nicht erst vor.
 

Auch wenn es den ZJ interessieren mag – den „Sklaven“ interessiert das nicht. Wichtig ist nur das der „Studierende“ die Informationen akzeptiert, was das Buch des „Sklaven“ sagt, was übernommen werden soll – insofern ist das Gefühl „jemand interessiert sich für mich und was ich denke“, wirklich nur eine Illusion.
 

Hier wird also der Rahmen an Informationen, um den sich die Gedanken des „Studierenden“ kreisen sollen, recht eingeengt, indem im Einzelnen angeführt wird, was er antworten soll.
Denn der „Studierende“ wird die gegebenen Informationen des dazugehörigen Abschnitts, auf die sich die Frage jeweils richtet, konkret mit einbeziehen.

 

Aus dem 1.Kapitel des Buches „Was lehrt die Bibel wirklich?“, auf die Frage zu den Absätzen 1u.2 „Warum ist es oft gut, Fragen zu stellen?“, würde der Studierende etwa eine Antwort geben wie:
 

„Man sucht nach dem richtigen Weg, möchte Gefahren meiden oder ist einfach neugierig“.
Wieso? Weil es im Abschnitt steht.

 

Eine rationale Antwort auf die Frage wäre vielleicht:
 

„Es kommt auf die Situation an, wann und wo ich eine Antwort brauche. Wenn ich mich verfahren habe, dann frage ich nach dem Weg, wenn ich gewisse Prozesse nicht verstehe dann frage ich Fachleute usw....“. Oder: „Gegenfrage. Wann wäre es denn nicht gut Fragen zu stellen?“
 

Jetzt ist es aber so, dass die Frage zu den ersten beiden Abschnitten gestellt wurde, welche eventuell vom ZJ selber, laut, vielleicht sogarmit liebevoller Betonung, vorgelesen wurden.
Das Buch des „Sklaven“ startet mit einer emotionalen Startsequenz, welche aufgrund ihres Inhalts und Aufbaus „das Herz öffnen“ soll:

 

„KINDER stellen für ihr Leben gern Fragen. Das fängt oft schon an, wenn sie gerade erst sprechen gelernt haben. Mit großen, neugierigen Augen schauen sie uns an und fragen: „Warum ist der Himmel blau? Aus was sind die Sterne? Warum können die Vögel singen?“ Selbst wenn wir uns große Mühe geben, haben wir beim Antworten manchmal unsere liebe Not. Und auch nach der besten Antwort kommt oft gleich das nächste Warum...
Kinder sind aber nicht die Einzigen, die Fragen stellen. Wenn man älter wird, fragt man weiter. Man sucht nach dem richtigen Weg, möchte Gefahren meiden oder ist einfach neugierig. Doch
wie es scheint, werden vor allem die wichtigsten Fragen desLebens von vielen irgendwann nicht mehr gestellt. Zumindest suchen sie keine Antworten mehr.“ – „Was lehrt die Bibel
wirklich?“, S. 8.


Hier ist der „Sklave“ sich nicht zu schade, um ein Bild von einem süßen putzigen Kind abzubilden, welches fragend die Hände erhebt („Achselzucken“).
Jetzt nochmals die Frage, unter Berücksichtigung der obenstehenden
gegebenen Informationen:

 

„Warum ist es oft gut, Fragen zu stellen?“
 

Der Leser merkt vielleicht, dass er gezwungenermaßen von seiner rationalen Antwort abweichen würde, um sich innerhalb des vorgegebenen Rahmens zu bewegen – seine Antwort basiert auf die gegebenen Informationen, weil seine Aufmerksamkeit auf diesen Absatz
gebunden wurde.

 

Emotionaler Einfluss: Das Bild vom Kind hat der Studierende später wieder vergessen - sein UB jedoch nicht, welches aufgrund des Beschützer-Instinktes die Logik runter gefahren hat – Kinder „öffnen das Herz“. Innerlich verändert der Anblick eines Kindes den Menschen,
Logikbarrieren werden runter gefahren, als wenn man persönlich mit dem Kind interagieren würde. Wenn man das weiß kann man dasausnutzen.

 

Suggestiver Auslöser: Vom Inhalt her wird der „Studierende“ aber auch ganz subtil dahin geführt, das es ja „wichtig“ ist Fragen zu stellen, weil man ja auch „Gefahren“ meiden will.
 

Was für „Gefahren“?

Hier wird nicht weiter drauf eingegangen.
 

Es wird subtil mit einer allgemein formulierten Bedrohung gearbeitet, als „wenn man über eine Sache nicht richtig Bescheid weiß, das es dann ja gefährlich werden könnte“.
 

Hinter dem Anschein der Allgemeingültigkeit sitzt ein suggestiver Auslöser: Unspezifische Nomen (welche „Gefahr“ eigentlich?) lösen eine eigene, individuelle Überlegung aus und assoziieren das, vor welcher Gefahr man persönlich Angst hat, oder welcher man schon
einmal selber ausgeliefert war (die Informationsaufnahme eines Textes kann auch zusätzlich den suggestiven Auslöser beinhalten).

 

Addiert man dies mit dem suggestiv ausgelösten Beschützer-Instinkt (das Kind als „Herzens-Öffner“), wird man auf der emotionalen Ebene geradezu genötigt weiter zu „studieren“.
 

Auch möglich das der Studierende selber Kinder oder Enkel hat, dann kann es sein das der Studierende die „Gefahr“ auch mit dem Schutzinstinkt dem Kind gegenüber verbindet.
Auch wenn hier aus dem Text des Buches kein logisch gegebener Zusammenhang existiert, funktioniert aber unser Unterbewusstsein so, das es diese beiden Komponenten („Kind“ und „Gefahr“) miteinander kombiniert.

 

Diese unfreiwillig ausgelösten Gefühle soll der Studierende weiter präsent halten, denn es geht schon weiter zum nächsten Abschnitt mit seiner Frage:
 

„Warum hören viele auf, nach Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens zu suchen?“
Eine Rationale Antwort wäre hier dann vielleicht:

 

„Weil jeder Mensch dazu das Recht hat, zu suchen und dann auch damit aufzuhören. Weil kein Mensch für sich behaupten kann sich einer Sache absolut sicher zu sein und jeder eh nur Glauben wird, was der Einzelne auch nur Glauben kann.“
 

Aber das will man nicht unbedingt hören. Deswegen gibt es auch hier zu dieser Frage einen Abschnitt, als „Gedankenanreiz“, oder das, worum sich die Gedanken kreisen sollen:

 

„Denken wir zum Beispiel an den Titel dieses Buches und an die Fragen im Vorwort sowie zu Beginn des ersten Kapitels. Das sind einige der wichtigsten Fragen, die man sich stellen kann. Viele Menschen haben es jedoch aufgegeben, nach Antworten darauf zu suchen. Warum? Manche glauben zwar, dass die Antworten in der Bibel zu finden sind, aber die Bibel ist ihnen zu schwierig. Anderen ist es unangenehm oder peinlich, Fragen zu stellen.
 

Wieder andere sind der Meinung, mit solchen Fragen sollten sich lieber Geistliche und Religionslehrer befassen. Denken wir persönlich auch so?“
 

Noch mal die Frage:

 

„Warum hören viele auf, nach Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens zu suchen?“
Jetzt lautet die Antwort vielleicht so: „Weil die Bibel so schwer zu verstehen ist“, oder „weil keiner vernünftige Antworten geben kann. Geistliche schon gar nicht“.

 

Wer emotional noch vom „Kind“ befangen ist, oder gar der „Gefahr“ (Angstgefühl), der wird es nun auch vor den „bösen“ Geistlichen zu schützen suchen – suggestiv ausgelöste Gefühle tragen eben auch mit dazu bei, wie man Antworten wird.
 

Über andere suggestiven Auslöser des „Milton Modells“, aus diesem Abschnitt, wurde im vorigen Kapitel schon vieles gesagt.
Aber so wird das gesamte Buch hindurch verfahren – vorgefasste Meinungen, offene Details welche unbewusst mit selbst erzeugten Emotionen und Gedanken aufgefüllt werden, von der der „Sklave“ will das man diese ganz gezielt erzeugt, die mit den Ansichten verwoben
werden, die letztlich dem „Studierenden“ übertragen werden sollen.

 

Hinzu kommt die emotionale Vereinnahmung, aber bis hier hin noch keine Spur von einem
Bibelstudium, sondern vielmehr eine emotionale Vorbereitung auf das was noch kommt...

 

Insgesamt sind es 407 Absätze aus dem Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“, zu denen Fragen gestellt werden – 407mal die Einwirkung einer vorgegebenen Meinung, einseitigen Informationen, kombiniert mit verschieden eingesetzten Suggestionstechniken. 407 Schritte, welche den Menschen innerlich verändern sollen. Und zwar so, wie es derAutor, der „Sklave“ will (der sagt dann das „Jehova will“, das der Studierende sich so verändert werden soll).
 

Dies in 19 Kapiteln mit Durchschnittlich 21-22 Fragen, von denen ca. ein Drittel Suggestivfragen sind. Dieses „Frage- und Antwortspiel“ ist schon seid mehreren Jahrzehnten festes Programm im allwöchentlichen „Wachtturmstudium“, aber auch im „persönlichen Studium“.
In der Indoktrinierung fehlt es natürlich auch nicht...

7.9. Bezugsgruppen ohne Bezug
 

Undefinierte Bezugsgruppen („manche“, „anderen“, „wieder andere“) können nicht nur als suggestive Ansprechformen an das Unterbewusstsein verwendet werden (was im vorigen Kapitel betrachtet wurde), welche den Leser veranlassen sollen eine Aussage suggestiv auf sich zu beziehen, was im vergangenen Kapitel schon angesprochen wurde.


Mit ihrem Einsatz kann man Aussagen auch so aufbauen, dass diese wiederum Meinungen vorweg nehmen können, indem so andere Aspekte einfach außen vor gelassen werden, die aber genauso relevant gewesen wären. Der „Sklave“ stellt so nur das in den Fokus der Aufmerksamkeit, worum sich die Gedanken des Studierenden kreisen sollen. Beispiel:
 

„Viele Frauen können nicht einparken“ - das es aber genauso viele Männer gibt wird einfach nicht thematisiert. Solche Bezüge können also den Fokus auf das richten, worüber man ausgesucht berichten möchte. Was nicht thematisiert werden soll wird dann so ausgesondert, außen vor gelassen. Doch nicht nur das.
 

Solche Aussagen kann man dann auch noch so formulieren, dass sie dann „so rüber kommen“ als wenn diese eine feste Regel wären.
 

Beispiele:
 

„Manchen Kindern kann man nicht trauen, da sie einfach an die Süßigkeiten gehen.“
„Oft ist ein Politiker von seiner Tätigkeit nicht überzeugt.“
„Manche Schüler rauchen heimlich obwohl sie das nicht dürfen.“

 

Der Leser bemerke: Obwohl die Relation verhältnismäßig gering sein kann, wird dennoch die negative Aussage als eine feste Regel hervorgehoben, weil der Leser alle Menschen aus der benannten Gruppierung mit einschließen wird.
 

Warum sollte er das tun?
Da man nicht weiß, auf welche Einzelpersonen diese Aussagen (Anschuldigungen oder Denunziationen) zutreffen, wird ein Vorurteil konstruiert, welches theoretisch auf jeden den man aus dieser Gruppierung begegnen mag und nicht persönlich kennt, zutreffen kann –
dies obwohl das in 90% der Fälle unberechtigt ist.

 

Falsche Relationen können einen falschen Anschein erwecken und ein negatives Gefühl ausgewählten Personen gegenüber erzeugen lassen, wenn man diese bewusst ausreizt, um nur die gewünschten Informationen und Ansichten, mit denen sich gedanklich beschäftigt
werden soll, hervorzuheben.

 

Der Sinn liegt darin, dass man ein Vorurteil fördern oder auslösen will, oder dass man ein „Feindbild“ erzeugen möchte. Zumindest kommt das „so rüber“, was ausgewählt „ins Gewicht fallen“ soll. Ein Beispiel aus dem „HBSH“:
 

„Das kann man von Menschen nicht sagen, da sie sich manchmal sehr zum Schlechten verändern. Und selbst wenn es einflussreiche Personen noch so gut meinen, haben sie doch oft
nicht die Macht, den Schaden zu beheben, den böse Menschen anrichten.“ – S. 19.

 

"Manchmal" und "oft". Ein Wortspiel, wo ebenfalls mit den Relationen gespielt wird, um diesen Eindruck der angeblichen festen Regel zu vermitteln, um ein Vorurteil zu inszenieren, welches bei weitem nicht zutreffen muss.
 

Es stimmt zwar, global betrachtet, dass man nicht jeden fremden Menschen blindlings seine Kinder anvertrauen sollte.
Und es stimmt, dass die Regierungen nicht alle Verbrechen verhindern können. Dennoch sollte das Vertrauen in den Menschen nicht gänzlich aufgeben werden, da wir nun mal mit solchen auf diesen Planeten zusammen leben müssen.


„Manchmal“ und „oft“, vermittelt hier den „Studierenden“ aber dennoch die Botschaft, dass man Menschen generell nicht, oder nicht gänzlich vertrauen sollte.
Denn warum sonst wird das Negative thematisierend hervorgehoben, während aber das Positive bewusst außen vor gelassen wird?

 

Warum redet man z.B. nicht über die „lieben Nachbarn“, oder den „tollen Kollegen“ aus der Firma, denen wir unser Vertrauen schenken?
Der „Sklave“ will das Negative als feste Regel darstellen, zumindest soll der „Studierende dies so für sich auffassen, denn ansonsten hätte man zusätzlich die positiven Seiten der Menschheit separat raus stellen können – das will man aber nicht und daher lässt man es.

 

Das Interesse liegt darin das Gefühl zu erwecken, das man niemanden trauen könne, da das Vertrauen zuerst auf die Bibel und danach auf „Jehova“ gelenkt werden soll. Das möchte man erreichen, indem man auf der wahrnehmbaren Informationsebene die alternativen Vertrauensbezüge so früh wie möglich negiert, um so schneller den natürliche Wunsch des Menschen „jemanden Vertrauen zu können“ in die vorgegebene Bahn zu lenken.
 

Denn ein zukünftiger ZJ soll letztlich dem „Sklaven“ und anderen „vorbildlichen“ ZJ vertrauen.
Der Leser sei auch noch einmal an das 5. Kapitel erinnert, in welche psychologischen Mechanismen und welchen sozialen Kontakten der „Sklave“ seinen zukünftigen Anhänger letztlich einbinden will – dazu ist es notwendig, das in der Indoktrinierung diese Abgrenzung
von der angeblich „bösen Welt“ so früh wie möglich übertragen wird.

 

Also auch hier finden undefinierte Bezugsgruppen ihre Einsatzmöglichkeiten, um Meinungen auf Informationsebene zu übertragen.

7.10. – Werkzeug "NWÜ“
 

Vorab: Es verhält sich nicht so, das die Lehren des „Sklaven“ allein von der „NWÜ“ abhängig wären. Schon Jahrzehnte vorher bediente man sich der Zweckentfremdung und Umdeutung von Bibelzitaten, sowie der einseitigen Darstellung von Bibelversen, um das „Glaubensgerüst“, wie es jeweils die Wachtturmgesellschaft präsentierte (schon unter den Namen „Bibelforscher“), zu konstruieren.


Das Beispiel vom „Paradies auf Erden“ aus Kapitel vier, wo aufgezeigt wurde wie aus verschiedenen zusammenhanglosen Bibelversen eine Hoffnung vom Paradies zusammengestellt wird, ist theoretisch mit jeder Bibel möglich.


Dennoch stellt die „Neue-Welt-Übersetzung anhand der Schriften“ („NWÜ“), die eigene „Bibel“ der ZJ, ein weiteres Beispiel für die Informationsmanipulation seitens ihres Sklaven dar.

Es wurde bereits auf bestimmte Vorkommnisse innerhalb von dieser hingewiesen - diese
sollen hier noch weiter angeführt werden.

 

Ich muss ein paar Gedanken in den Raum stellen, wieso dieses Thema m.E. brisanter ist, als wie der Leser es sich hier vielleicht selber ausmalen kann:
 

Die Bibel beinhaltet Aufzeichnungen, welche dem Gläubigen die Grundlagen des christlichen Glaubens bedeuten – der Gläubige vertraut und baut auf ihre Aussagen, was diese Grundlagen betrifft. Die Bibel ist jenes Buch, welchem aufgrund der „göttlichen Autorität“, die ein Gläubiger diesem Buch zuordnen mag, u.U. ein sehr großes Maß an Vertrauen geschenkt wird.

 

Je größer dieses Vertrauen, umso mehr Einfluss hat dieses Buch auf den Gläubigen.
Dabei liefert die Bibel inhaltlich die Basen für sämtlich christliche Lehren (das Gottesbild, den Heilsweg durch Jesus, die Gottesbeziehung, u.a.), aber auch für den Glauben im Alltag (Gemeindeleben, Wirken des Geistes, humane Hilfswerke, u.a.).

 

Klar ist, das diese Inhalte in erster Linie Aufzeichnungen über das frühe Christentum beinhalten, so das die Art und Weise, wie die biblischen Inhalte heute verstanden werden dürfen, absolut unterschiedlich ausfallen müssen, da der heutige Leser selber nicht in diesen Buchvorkommt – die Art der göttlichen Autorität kann also nur subjektiver Natur sein.
 

Dennoch hat es sich so eingebürgert, obwohl die Bibel nur Aufzeichnungen enthält, das ihr von vielen Gläubigen ein emotionaler Wert beigemessen wird, aber auch aus ihr Anleitung
abgeleitet wird. Kurz:

 

Es gibt Menschen, die vertrauen diesem Buch.
 

Jeder der Gläubigen, oder jemand anders der in einer Bibel liest, vermutet das, wenn er eine solche in die Hand nimmt, dass diese an sich von einem renommierten Bibelinstitut in seine Sprache übersetzt wurde – der Bibel-Gläubige geht außerdem davon aus, daß er ein Buch in der Hand hält, welches von der Übersetzungsarbeit her so gut wie möglich den ursprünglichen Sinn der Grundtexte wiedergeben wird – ein Buch also, welchen bereits ein Vertrauensgefühl beigemessen wird.
 

Jegliche Erwartungshaltung und die Art und Weise wie er den darin enthaltenen Texten begeg-nen wird, ist zunächst einmal, was die Wiedergabe der Grundtexte in seine Sprache betrifft,
unkritisch. Auch diejenigen, welche aus unterschiedlichen Motiven die Inhalte einer Bibel kritisieren (z.B. Religionswissenschaftler und Religionskritiker), stellen kaum die Frage, wie authentisch eigentlich die Übersetzungsarbeiten an sich sind, es sei denn ihre Kritik würde
sich gezielt mit dieser Thematik befassen.

 

Aber sonst? Einer Bibel wird vertraut, geglaubt, über ihre Inhalte nachgedacht – es wird gar manches Dankgebet für dieses Buch gesprochen, welches Trost, Kraft und Hoffnung schenken mag. Undenkbar das es Menschen geben würde, die an ihren Inhalten Veränderungen vornehmen würden, oder? Wer würde das wagen? Wer würde schon anmaßender weise dieses Buch, was so mancher das „Wort Gottes“ nennt, in ihrem ursprünglichem Sinn verändert
wiedergeben als wie es der Grundtext wiedergibt? Was für Menschen müssen das sein, die an dem „Wort Gottes“ rumspielen?

 

Diese Fragen mögen eine perplexe Verschwörungstheorie in denRaum stellen, da diese Gedanken in der Tat böse Absichten und Motive unterstellen, die etwas unmenschliches Anmuten lassen, das diese wiederum schon fast wieder unglaubwürdig erscheinen – es sind
zumindest Gedanken, die man niemals gegenüber einer Institution aufkommen lassen würde, der man einmal sein Vertrauen geschenkt hat.
Rein psychologisch gesehen gibt es also zunächst keinen Grund, wieso ein Gläubiger, oder ein „Interessierter“ der „Neuen-Welt-Übersetzung“ („NWÜ“) misstrauen sollte, denn immerhin handelt es sich ja in seinen Augen um eine „richtige Bibel“, denn die ist ja „immer gleich“, so seine Annahme („und der ZJ der immer vorbei kommt ist ja auch immer so nett“...).

 

Folglich wird der gläubige ZJ, oder der Interessierte, die Wortlaute aus dieser Publikation des „Sklaven“, für die einer allgemeinen Bibel halten. Und so wie es der Prägung eines Gläubigen entspricht, oder entsprechend der Prägung die während des Heimbibelstudiums übertragen wurde, wird er diesem Buch vertrauen – das Vertrauensgefühl wurde oder wird diesem Buch beigemessen, egal ob berechtigt oder nicht.
 

Und eines muss man sagen: Auf den ersten Blick und in einem oberflächlichen Vergleich, hat es - dem Anschein nach - bei der „NWÜ“ es mit einer „richtigen Bibel“ zu tun. Wenn da nicht die Unterschiede wären. Was für Unterschiede?
„Alle möglichen Bibelübersetzungen unterscheiden sich in ihren Wortlauten“, mag da wer einwenden. Muslime wissen oft besser über diese Unterschiede Bescheid als ich.
Und das bestreitet ja auch keiner, ich zumindest nicht, dass es von den Wortlauten her deutliche Unterschiede gibt.


Allerdings kann man davon ausgehen, dass ein renommierte Bibelinstitut darauf achtet den ursprüngliche Sinn aus den Grundtexten beizubehalten, welcher an sich jedoch mit unterschiedlichen Formulierungen wiedergegeben werden darf – es geht also gar nicht mal
um das „wie“ etwas formuliert wird, als das „was“.

 

Ich darf sagen, dass das Wasser „eisig“, „eiskalt“ ist, oder es „misst 2°C“ – ist alles dasselbe. Es kommt also auf den ursprünglichen Sinn an, welcher beibehalten werden sollte. Vor allem dann, wenn man als eigenständige „christliche“ Religion eine eigene „Bibel“ raus bringen will, von der man erwartet, das die Anhänger dieser gegenüber dieselbe Anerkennung verleihen, dasselbe Vertrauensgefühl, wie jeder anderen Bibel auch.
 

Wer selber diesen Einfluss der Bibel zu eigenen Zwecken gebrauchen möchte, welche ein Bibelgläubiger ohnehin schon diesem Buch beimisst, kann entweder selber die Bibel manipulativ einsetzen (durch Zweckentfremdung oder zusätzlichen Interpretationen u.a.), oder aber noch zusätzlich die Aussagen der Bibel leicht verändern.
Bei der „NWÜ“ handelt sich wie schon erwähnt um eine vom „Sklaven“ selbst erstellten Bibel, welche von der Form und den Großteil an Wortformulierungen den Grundtexten entnommen
wurde, jedoch dabei ihrer eigenen Hermeneutik, aber auch deren internen Gepflogenheiten, angepasst ist.

 

Nur diese „Bibel“, die „NWÜ“, enthält Aussagen, welche auch nur den Ansichten dieser
Gruppierung angepasst wurden.
So spielt man den Mitgliedern biblische Aussagen zu, die es an sich nicht gibt. Daher meine Eingliederung in die Informationsmanipulation.

 

Wieder gereicht das Vertrauen als „Werkzeug“, was in die Bibel übertragen wurde („schönes Geschenk von Gott“), um einer „Bibel“ zu vertrauen, die es a) weder beanspruchen kann durch die Bezeichnung „Bibel“ mit anderen Übersetzungen als gleichwertig betrachtet zu werden

und b) das Vertrauen und die in dieses Buch gesetzten Emotionen von Gläubigen, auszunutzen versteht, indem es als Publikation der WTG, als Werkzeug, „wie eine Bibel“ eingesetzt
wird, was die implizierten Emotionen des Lesers auszunutzen verst
eht.
 

Dabei wurde an manchen Stellen definitiv der Sinn des Grundtextes verändert.Die alten Sprachen zu biblischen Zeiten waren eigentlich derart präzise, das es keine Entschuldigung gibt diese Worte nicht übersetzen zu können – das „non verbale“ fehlt zwar so das es nicht möglich ist die Intensität einzelner Aussage zu ergründen, aber dennoch weiß man um die Wortlaute, so das es möglich ist zu ergründen, was im Grundtext steht und was nicht. Zumindest für einen Experten der alten Sprachen.
 

(Tipp am Rande für Bibel-kundige: Zur Not, wenn eine interlineare Wort-für-Wort Übersetzung nicht zur Hand liegt, gibt es z.B. die Elberfelder Studienbibel, welche einzelne griechische Wörter in ihrer Grundbedeutung mit anführt.)
 

Bei der Bibelexegese kommt es auf den Sinn an, den der Schreiber einst verfolgt hatte. Der Sinn, welcher gemäß der Kunst der Bibelübersetzung aus den Grundtexten erkannt und in sinngemäßen Wortlauten in der jeweiligen Sprache übersetzt wird. Manchmal reicht da die „Volxbibel“, um einen Sinn gut rüber zu bringen, manchmal muss die Präzision der
„Elberfelder“ hinhalten. Natürlich kommt es auch auf die individuelle Auffassungsgabe der Leser an.

 

 

Wenn ich also von Unterschieden spreche, dann sind das nicht allein die Unterschiede von Wortformulierungen oder in der unterschiedlichen Auffassung, sondern konkrete Veränderungen des ursprünglichen Sinnes, welche durch einzelne Wörter, Substantivierungen mit richtungweisenden Hinzufügungen, konkreten Beifügungen usw., welche oberflächlich vom Inhalt her dem Inhalt eines Verses aus einer renommierten Übersetzung gleichen mag, wo jedoch bei genauerer Betrachtung der ursprüngliche Sinn konkret verändert wurde, oder eine
andere Richtung erhält – welche nur die „NWÜ“ besitzt.

 

Wenn ich also von Unterschieden spreche, dann von denen, die den ursprünglichen Sinn des Grundtextes der Bibel betreffen, weil zusätzliche Formulierungen verwendet werden, für die der Grundtext keinerlei Basis liefert...
 

-
 

Ich bleib mal realistisch und sage, dass ein ZJ davon ausgeht, das seine „NWÜ“ so ziemlich die beste BÜ ist, die er sich wünschen könnte. Im Grunde genommen erwartet der „Sklave“, dass der „NWÜ“ mehr Zustimmung geschenkt wird, als anderen Bibelübersetzungen.
 

„Die Neue-Welt-Übersetzung hat sich bemüht, ihren Lesern die von Gott inspirierten ursprünglichen Schriften so nahe wie möglich zu bringen. Sie verdient ein ernsthaftes Studium.
Jehovas Zeugen sind dafür dankbar, daß ihnen diese Übersetzung für ihre Zusammenkünfte, für ihr öffentliches Predigtwerk und für ihre wichtigen persönlichen Nachforschungen zur Verfügung steht. Ja, es spielt wirklich eine Rolle, was für eine Bibelübersetzung man benutzt.“
– WT 15.11.1979


In dieser „Bibelübersetzung“, der „NWÜ“, findet jeder, der eingehende Vergleiche mit anderen Bibeln vornehmen würde, Sinn- Veränderungen anhand von Unterschieden vor, die in anderen Bibeln nicht zu finden sind – schon gar nicht in den dafür relevanten
Grundtexten. Beispiele folgend.