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Suggestion bedeutet ein direktes ansprechen des Unterbewusstseins.

Wer backt den Kuchen?
Ich, oder der Ofen?

Jemanden vertrauen zu können ist eine wunderbare Sache. Kontrolle ist aber immer besser, als wenn man Antworten zu Glaubensfragen ungeprüft übernimmt.

 

Kapitel 6 – Suggestionstechniken


 

Jesus aber sprach:
„Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht,
was sie tun.“
- Lukas 23: 34 („NWÜ“)

 


6.1. Suggestionen vs. Vertrauen


Bevor es um die Suggestionstechniken geht, noch mal was zum Thema „Vertrauen“.

Um es kurz zu fassen: Dort wo kein Vertrauen existert kann auch kaum eine Suggestion vorge-nommen  werden. Dennoch ein paar ausführlichere Erklärungen.


Der Leser konnte hier schon den Weg der emotionalen Vereinnahmung kennen lernen und sei an dieser Stelle auch noch mal an die WT-Zitate erinnert, in denen angehalten wurde „das Herz zu erreichen“, oder „mit Liebe zu lehren“. Und bei Fragen an Jehovas Zeugen, wird man stets sich bemühen alles liebevoll und positiv zu verkaufen.

Was dann für einen ZJ auch einer der Momente ist, in denen er „Freude“ und ein „befriedigen-des Gefühl“ haben darf, was er dann gemäß der gegebenen Suggestion auch erleben wird.


Gerade in den Momenten wo man mit den Interessierten, den Studierenden gegenüber, Zeit verbringt, wird ein ZJ so richtig „aus sich heraus“ kommen.


„Javier hatte vor fast 20 Jahren die Wahl zwischen einerverheißungsvollen medizinischen Laufbahn und dem Vollzeitdienst. „Als Arzt zu arbeiten kann zwar sehr befriedigend
sein“, sagt er, „aber nichts kommt an die Freude heran, die man verspürt, wenn man wie ich mehreren Personen helfen durfte, in die Wahrheit zu kommen. Der Vollzeitdienst hat es mir ermöglicht, mein Leben rundum zu genießen. Das Einzige, was ich bereue, ist, dass ich nicht früher damit angefangen habe.“ – WT 15.04.2008, S.24

 

Es kommt gar nicht mal auf die Anzahl dieser suggestiven und manipulativen Methoden an, sondern auf die Permanenz, und auf das „wie“ diese umgesetzt werden: „Liebevoll“, das „Herz erreichend“, verständnisvoll, geduldig usw. was dann mit dazu beiträgt, einen Menschen für eine Sache zu gewinnen.


Im letzten Kapitel war bereits u.a. vom Werkzeug „Vertrauen“ die Rede. Von der unbewussten emotionalen Wirkung einer Kommunikation („non verbal“) auf den ZJ und dem Interessierten während des Heimbibelstudiums, welche an sich vom Inhalt und Vorgang her vonder LK vorgegeben wird, haben beide keine Ahnung.
Es wird nirgendwo auf dieses Werkzeug hingewiesen – dies, obwohl es eine Tatsache ist, das ein „liebevolles“ Verhalten signalisiert, jemanden Vertrauen zu können.
Diese Basis, zwischen einen Studierenden und dem ZJ, ist ein ungeschriebenes Ereignis, eine unbenannte Tatsache welche in keinem Wachtturm jemals angesprochen wurde, dass man diese
Basis erst einmal aufzubauen hätte – es wird eben nur umschrieben.

 

Ein ZJ hat „Jehova“ und der „Organisation Gottes“ zu vertrauen – Vertrauen in (andersgläubige) Menschen ist dagegen etwas, was ein ZJ sowie ein Interessierter sich abgewöhnen soll:
 

„Gott ist außerdem heilig... Deshalb können wir ihm völlig vertrauen. Das kann man von Menschen nicht sagen, da sie sich manchmal sehr zum Schlechten verändern.“
– „Was lehrt die Bibel wirklich?“, S. 11
 

„Aber die Bibel warnt uns davor, Menschen zu verehren oder auf menschliche Organisationen zu vertrauen in der Erwartung, daß sie das verwirklichen, was nur Gott tun kann.“
– „Paradiesbuch“, S.214

Genau genommen soll ein ZJ dem „Sklaven“ vertrauen (welcher eigentlich genauso nur aus

Menschen besteht). Gegen ein Vertrauen innerhalb der Bruderschaft ist da natürlich nichts einzuwenden (mit Ausnahme des bereits erwähnten „schlechten Umgangs“):
 

„Genießen wir nicht vielfältige Vorteile, weil wir Gerechtigkeit üben und deshalb eine Bruderschaft bilden, die sich durch echtes gegenseitiges Vertrauen auszeichnet?“ - (WT15.08.2003, S. 20).


Jedoch handelt es sich hierbei nicht um eine natürliche Vertrauensbasis, welche menschlich nachvollziehbar wäre. Dieses „gegenseitige Vertrauen“ der ZJ untereinander, resultiert auf Grundlage der Konformität gegenüber der Organisation.
 

Im vorigen Kapitel wurden diese Abhängigkeiten bereits besprochen, wann ein ZJ im Sinne des „Sklaven“ mit anderen ZJ freundschaftlich Kontakte pflegen darf.
Innerhalb dieser Bruderschaft jemanden zu vertrauen, sowie vielen weiteren Aspekten die man unter einem angenehmen sozialen Umganges einordnen würde, werden von den Aktivitäten eines ZJ abhängig gemacht.
Einen „inaktiven“ ZJ, der zum „schlechten Umgang“ gehört, würde man demnach nicht vertrauen.


Nicht nur, das der Studierende sich dem Zeugen Jehovas gegenüber im Vertrauen öffnet, während jener alles versucht um authentisch und liebevoll zu wirken. Der ZJ schlüpft hierbei auch noch in die Rolle des „Wissenden“, was die „biblischen Lehren“ des „Sklaven“ betrifft, denen sich der Interessierte ebenso öffnen soll.
 

Der „Wissende“ wird wegen seines "Fachwissens" akzeptiert und respektiert und spiegelt dabei eine Autorität und Kompetenz wieder, die es leichter macht zu beeinflussen.
Dies kann noch dadurch begünstigt werden, weil der ZJ gleichzeitig für den Studierenden die Figur übernimmt, die der Studierende unbewusst sucht, z.B. einen Vater, Freund oder Bruder (auch den jeweils weiblichen Part).

 

Den von Wünschen und Gefühlen gesteuerten Unterbewusstsein, welchem es in erster Linie um eine Gemeinschaft geht in der man sich wohl fühlen kann, geht es genau genommen gar nicht um diese Glaubenslehren an sich (man könnte mit der emotionalen Vereinnahmung so ziemlich jegliche Ideologie übertragen, was andere Gruppierungen ja auch vollziehen), sondern es geht um das Vertrauen des Studierenden, was er aufgrund seinen Neigungen und Wünschen
(auch die suggerierten Wünsche) in den ZJ setzt.


Dieses Vertrauensgefühl, was er selber hat aufkommen lassen, wird ihn nun zu dieser Religion lotsen. Denn Vertrauen ist nicht nur eine Basis zur „Zweisamkeit“, sondern ebenso eine Basis für die Annahme von Informationen.

 

So auch für die Annahme von Glaubensinhalten – ohne diese Vertrautheit, würde dieses neue Wissen nicht angenommen werden.
Diese Inhalte sind für die Menschen innerhalb dieser Gruppierung wiederum wichtig, weil sie mit implizierten Emotionen im „Herzen“ verknüpft wurden. Immerhin baut man ein  „Glaubensgebäude“ am gesamten Menschen, egal ob man ihn lediglich als biologische Einheit oder als mehrdimensionales Wesen betrachtet.

 

Aber auch wenn das Emotionale nicht betont wird, zählt dennoch:
Beginnt man jemanden zu vertrauen, dann beginnt man ihm zu glauben – so soll auch der „Glaube an die Bibel“ und in Folge dessen vor allem in die „Organisation Jehovas“ und seinen „Sklaven“ übernommen werden.
Ebenso wie den Nachrichtensprecher vertraut wird, oder einen Fachverkäufer. Übernommen wird etwas, weil unser „Bauch“ sagt, das der Mensch gegenüber „kompetent“ ist und wir ihm deswegen vertrauen können.
 

-
 

Der gezielte Aufbau von Vertrauen wird m.E. innerhalb dieser Gruppierung deshalb nicht thematisiert, da der „Sklave“ dann auch darauf eingehen müsste, wieso zu 90% die Türen der
Wohnungsinhaber wieder zugehen, wenn ZJ vorbeikommen um zu „predigen“.
Das wäre Stoff für ungewollte Rückschlüsse innerhalb der Gruppierung, die lieber damit leben sollen, das es eben nur „wenige sind, die gerettet werden“.


Das vor allem das „Bauchgefühl“ des Wohnungsinhabers dabei eine Rolle spielt, wird schon gar nicht thematisiert. Hier muss angemerkt werden, das in keinem bisher erschienenen Wachtturm jemals betrachtet wurde, weshalb die Menschen zu 90% von den ZJ nichts
wissen wollen – es wird zwar eine interne Propaganda betrieben („kein Interesse“, „sind zur Wahrheit nicht richtig eingestellt“, „nur aufrichtige Menschen hören auf die Botschaft“ usw.) - aber dietatsächlichen Gründe, weshalb die Menschen den ZJ im allgemeinen nicht vertrauen, das WIESO ein Vertrauen zu den ZJ wirklich fehlt, auf psychologischer Ebene oder aus einer kritischen objektiven Betrachtung heraus, wird natürlich nicht thematisiert.

 

Wenn man diese Gründe eingehend beleuchten würde, würden viele Mitglieder diese Gruppierung verlassen.
Es ist eine unausgesprochene Tatsache, welche nun mal existiert und funktioniert:

 

Das Vertrauen des Studierenden zum „Wissenden“ als Informant, wird nun auf die Lehrinhalte der WTG erweitert. Wer dann weiß, und dieses Wissen besitzt die LK, das man Sympathien miteinander teilen (übertragen) kann, so können auch Antipathien miteinander geteilt
werden.

Die Bibel wird hier mit zu einem gezielten Werkzeug, genauso wie das Heimbibelstudien-hilfsmittel, das „Vertrauen“ und die „Liebe“selbst – all diese Werkzeuge führen zur Übernahme des Glauben eines ZJ und somit in die Kontrolle des „Sklaven“.


Nichts gegen die Bibel, die Liebe und ein Vertrauen an sich – ich habe nur etwas dagegen wenn man diese missbraucht, bzw. wenn eine Kirchenführung von ihren Mitgliedern verlangt, ohne deren Wissen, diese als ein Mittel zum Zweck manipulativ einzusetzen, was letztlich durch die Bindung an die Gruppierung und den dazu nötigen innermenschlichen Veränderungen offensichtlich ist.
 

-
 

Der Zeuge Jehovas als „Wissender“ spielt hier die Funktion eines Ausführenden „Lehrers“, der aus seiner Sicht seinem Schüler vor allem die „Liebe zu Jehova“ vermitteln möchte, mit der Prämisse, nur als ZJ diese Liebe „richtig“ ausleben zu können.
 

Die Vermittlung der Glaubensinhalte selber erfolgt dann per Anweisungen, indem der ZJ einfach das Heimbibelstudienhilfsmittel (HBSH) zusammen mit seinem „Schützling“ durchgeht.


Der Studierende gewöhnt sich währenddessen dran, dass alles, jegliche Ansicht, die daraus erwünschte Emotion und die zu übernehmende Information, voregeben wird - dies allein auf unterschwelliger Ebene - wenn seine Ratio sich dersubtilen Methoden bewusst werden würde, wäre man eher empört und nicht länger ein Interessierter.
 

Selbst die Informationen, um die sich seine Gedanken kreisen sollen, werden von dem Buch der WTG vorgegeben, genauso die vorgefassten Meinungen und die vorweggenommenen emotionalen Bewertungen, sowie die emotionale Grundhaltung wie dieses Wissen anzunehmen ist.

Ein Abschnitt wird gelesen, der ZJ stellt die vorgegebene Frage zu diesem Abschnitt und der „Studierende“ liefert die Antwort die vom Absatz vorgegeben wird - oder auf die vom Absatz manipulierend hingewiesen wird - fertig ist die Übernahme einer Ansicht oder eines
„Lehrpunktes“ des „Sklaven“.

 

So einfach?


Während dieses „Studiums“, gibt es weitere fragwürdige Vorgehensweisen, welche ->hier,

->und hier und im -> nächsten Kapitel angeführt werden, welche aber auch die Frage beantworten, wie genau Wissen, Ansicht und Emotion auf den „Studierenden“ übertragen werden und gemäß dem Gesetz der Prägung beibehalten werden.


Wie genau die Sprache dabei eingesetzt wird um Suggestionen auszulösen und wie dabei das Vertrauen des „Studierenden“ vom ZJ unwissentlich missbraucht wird, soll nun Gegenstand weiterer Betrachtungen sein.
 

Das u.a. des ehemligen aktuellen Heimbibelstudienhilfsmittel (HBSH) „Was lehrt die Bibel wirklich?“.

 

Wenn nicht weiter angeführt, beziehen sich sämtliche Zitate aus diesem „Werk“.

6.2. Was ist eine Suggestion?
 

Frag ich doch zunächst mal ein Lexikon:
 

"Suggestion:

Starke Beeinflussung des Denkens, Fühlens, Wollens oder Handelns unter Umgehung der rationalen Persönlichkeitsanteile (des Beeinflussten).
Die Suggestibilität (Beeinflussbarkeit) ist erhöht bei willensschwachen, unselbstständigen und leichtgläubigen Menschen.
Außerdem hängt sie vom Alter, Geschlecht und der aktuellen Situation, wie Erregbarkeit, Angst, Müdigkeit, Drogeneinwirkung, ekstatische, hypnotische Zustände und Massenbeeinflussung, ab...

Die Suggestivität des Beeinflussenden (Suggerierenden) steigt, sobald er als der Stärkere, Informiertere, Selbstsicherere, sozial Höherstehende gilt.

Es wird zwischen Hetero-Suggestion (Fremdbeeinflussung) und Auto-Suggestion (Selbstbeeinflussung) unterschieden, wenn auch bei jeder Suggestion beide Komponenten beteiligt sind.

Die Fremdbeeinflussung spielt besonders eine Rolle bei Werbung, Propaganda, Erziehung und Gruppendynamik.

Die durch Suggestion(en) herbeigeführte Reaktivierung der Erinnerung an früher Erlebtes wird retroaktive Suggestion genannt und ist dem bewussten Erinnern weit überlegen."

- (Sachlexikon Psychologie, von Meyers Lexikonredaktion).
 

Siehe auch ->wikipedia/suggestion

Ich möchte oben stehendes wie folgt ausweiten:
 

Eine Suggestion ist eine Beeinflussung oder gar Manipulation einer Ebene des Menschseins, welche unabhängig vom Bewusstsein agiert.
Man kann Suggestionstechniken positiv verwenden, um Menschen zu helfen und zu  ermuntern, wie in einer Psychotherapie.

Eine natürliche Gegebenheit wo die Ratio, der Verstand eines Menschen umgangen wird und ein direkter Einfluss auf das Unterbewusstsein hat, ist zum Beispiel das Einwirken-lassen der Natur auf einen selbst oder die Einflüsse einer dichten Menschenmenge die Stress auslösen können. Eine Suggestion hat ebenso Einfluss auf die Psyche, nur eben mit gewollten Effekt.

 

Heutzutage werden Suggestionstechniken jedoch weit häufiger verwendet um zu Überzeugen oder zu Überreden, so das der Empfänger sich im Sinne des Beeinflussenden verändert – innerlich und in seinen Verhalten.
 

Ich denke das ich hier die Ähnlichkeit der Absichten mit der sanften Indoktrinierung erwähnen sollte, wo erweitert der Mensch in seiner Gesamtheit umstrukturiert werden soll, um den Ansprüchen einer Gruppierung gerecht zu werden.

Der Leser darf darüber überrascht sein, solche Vorgehensweisen nun auch bei den ZJ vorzufinden. Mich persönlich hatte dies hart getroffen, „starker Tobak“ den ich erst mal
verarbeiten musste.

 

Es gibt aufgrund der Beschaffenheit des Menschen Funktionen und Mechanismen die sich der Kontrolle des Bewusstseins entziehen, zumindest so lange bis man vielleicht irgendwann sich dieser Ebene bewusst wird, man sich gezielt damit befasst, oder halt mal "in sich geht". Wenn man weiß wie es geht, kann man gezielt einen versteckten Appell an diese Ebene richten, um dann auf dieser z.B. eine Meinung zu übertragen o.a.
 

Es gibt verschiedene Wege um die Ratio eines Menschen zu umgehen.
Z.B. durchs Sexualisieren, was ein Appell auf körperlicher Ebene (oder zumindest in der Phantasie des Empfängers) darstellt („sex sells“), oder das gezielte Erzeugen von Emotionen (oder den Bedürfnissen) um diese als erreichbar darzustellen, wenn man dies oder jenes macht, oder dieses oder jenes Produkt kauft.

Auf diese Vorgehensweisen aus der Werbung bin ich an anderer Stelle ja schon eingegangen.
Das die bereits betrachtete emotionale Vereinnahmung auch eine Art von Suggestion ist, „non verbaler“ Natur, sei daher hier auch nur mal ergänzend erwähnt.

 

Hier im weiteren Verlauf soll nun viel mehr auf die Suggestion durch Sprache eingegangen werden, sowie mit Beispielen aus der Wachtturm-Literatur ergänzt werden.
 

Bei dieser Form wird sprach-psychologisches Wissen contra Unwissenheit zum eigenen Vorteil eingesetzt, was seitens des „Sklaven“ hauptsächlich in seiner Literatur eingesetzt wird.
 

Sprachliche Suggestionen unterscheiden sich von Manipulationen dahingehend, dass diese beim Beeinflussten nur eine Wirkung im Unterbewusstsein (UB) auslösen oder einen Gedankengang bewusst auslösen soll – sobald der Versuch durchschaut wird, wird die
Wirkung meist nicht mehr vom Erfolg gekrönt sein.

 

Während eine Suggestion unterschwellig aktiv ist, wird zeitgleich die bewusste Aufmerksamkeit des „Studierenden“ auf die Glaubensinhalte des Heimbibelstudienhilfsmittels gelenkt, welche
wiederum eine manipulierende Auswirkung auf das bewusste Denken haben – diese Manipulationstechniken werden für sich im nächsten Kapitel betrachtet. Es sind ja diese Glaubensinhalte, die vorgegebenen Ansichten des „Sklaven“, um die „es geht“ und mit
viel Aufwand übertragen werden sollen, welche die Verbindung zu den ZJ auf einer „argumentativen Ebene“ bestehen zu lassen, deren Betrachtung ich einen extra Raum geben wollte.

 

Der Mensch ist nur begrenzt aufnahmefähig und wird während einer „Studieneinheit“ mit einem ZJ auf der wahrnehmbaren Ebene nur die gegeben und offenen Informationen bewusst verarbeiten können.


Wer sich nicht mit den Techniken der Suggestionen auskennt, was bei allen „Studierenden“ der Fall sein dürfte, der wird im Laufe des HB eben noch zusätzlich beeinflusst.
 

Der Studierende weiß nicht, genauso wenig wie der ZJ, das anhand von suggestiven Sprachmustern Anordnungen an sein Unterbewusstsein gegeben werden.
Während man sich bewusst mit den Glaubensansichten der ZJ auseinandersetzt, präsentiert man nichts ahnend sein UB ungeschützt den Aufforderungen des „Sklaven“.

Der Unwissende lässt also (was im Sinne des „Sklaven“ der Idealfall wäre) über sich und seinen persönlichen Ansichten frei verfügen, weil er keine offensichtliche Gefahr erkennt, bzw. er von diesen möglichen Methoden, jemanden unterschwellig zu beeinflussen, nie etwas gehört hat.
 

Auch wird er die ausgelösten Veränderungen kaum erklären können und sie dann „Gottes Wirken“ zuschreiben, dies während er „wach“ ist und meint lediglich „die Bibel zu studieren“.
 

Wissen, dass es solche Methoden gibt und sie bezeichnen zu können, ist daher ein Schutz.

Hier auf den kommenden Seiten wird es nun ganz konkret - ich danke für die bisherige

Geduld und das Interesse an dieser Stelle.

6.3. Suggestion durch Sprache

->Grundwissen Sprachpsychologie

->Abhandlung "Manipulation durch Sprache"

->Allgemeines über das Milton Modell


Der Begriff Suggestion wurde im 17./18. Jahrhundert eingeführt und bedeutet im Prinzip das man jemanden etwas einredet. Da dabei die Ratio umgangen wird und der Epfänger der Botschaften gezwungen wird in sein inneres zu gehen um den dahinterliegenden Sinn zu erfassen, ist dieses "in-sich-gehen"  manchmal auch schon ein Trancezustand.


Sehr selten, aber es passiert, kommt es schon mal ungewollt vor, das ein Interessierter in einen tieferen Trance-Zustand verfällt, da bei besonderer Suggestibilität und eventl. dann noch aufkommender Müdigkeit, die Ratio sogar ganz ausschaltet. Hatte ich damals persönlich zweimal am eigenen veränderten Zustand bemerkt, so das man mich erst anstupsen musste um mich aus der Trance zu wecken - ging meinen Geschwistern damals ähnlich, sogar im selben Moment eines damaligen Kinderstudiums, wo man mich zusammen mit meinen Bruder aus der Trance erst holen musste.

Suggestionen können die unterschiedlichsten Zielgruppen in ihren Wünschen und unbewussten Neigungen angesprochen werden, um sie zu einem Kauf oder gar zu einer Kundenbindung zu überreden - oder halt auch sich mit "der Bibel zu beschäftigen".
 

Suggestionen finden daher auch weitgehenst in der „Neurolinguistischen Prägung“ (NLP) Anwendung, mit der das Sprachverhalten eines Menschen so umstrukturiert werden soll, das er sich selber positiv beeinflusst, oder seine eigenen Probleme besser zu konkretisieren weiß - mit Hilfe der eigenen Meta-Sprache.


Aber auch in allgemeinen Psychotherapien baut man auf die Wirkung der Sprache, genauso wie im Vorgang eines Verkaufsgespräches.
 

Verwerflich ist m.E. der Einsatz suggestiver Sprachmuster nur dann, wenn diese nicht als
offensichtliche Werbeform, ohne dem Wissen des zu Beeinflussenden eingesetzt wird.

Ich kann hier so viele Techniken wie möglich anführen, ohne Sorge das jemand sie missbrauchen können wird – denn ohne entsprechender Schulung, Sprachgefühl, Beratung und Training, wie man persönlich und individuell vorgeht (egal ob man eine breite
Masse oder eine Einzelperson zu manipulieren sucht) werden die hier angeführten Techniken nur ein Bruchteil dessen sein, was zur Praxis nötig sein wird.

Die Informationen die ich hier liefere dienen allein dem Erkennen von suggestiven Sprachmustern, jedoch nicht der persönlichen Nachahmung.
 

Suggestionen einzusetzen sind nicht verboten. In der Werbung, wenn man sie als solches definieren kann, ist genauso legitim wie in einer Therapiesitzung, wo der Patient weiß das man Therapie-Sprache, wie zum Beispiel bei Entpannungsübungen, auf ihn anwendet.
 

Auch sind diverse Sprachmuster gern verwendete Möglichkeiten um einen Leser zu fesseln oder einen Zuhörer bei einem Vortrag oder Predigt. Solange hier keine Übertragungen subtiler Art vorgenommen werden, wo durch suggestive Auslöser forcierte (retro-) emotionale Zustände durchlebt werden sollen um eine Information mit einer Emotion zu ankern, sehe ich das auch völlig unproblematisch.
 

Was anderes ist jedoch das Heimbibelstudium der Zeugen Jehovas, wo weder der  Studierende, der Empfänger der Suggestionen, also der Beeinflusste, noch der Sender der Suggestionen als der Beeinflussende, wissen über die mögliche manipulative Wirkung der Sprache aus der Wachtturmliteratur bescheid.

Die Frage die man sich stellen sollte lautet daher:

Ist es legitim, wenn Menschen ohne ihr Wissen einer Reihe von verschiedenen suggestiven Sprachmustern ausgesetzt sind und aufgrund der unausgesprochenden Vertrauensbasis unwissend auf sich einwirken lassen? (Lukas 6, 39)
 

Dies vollzieht ein ZJ durch das Lesen, „Studieren“ oder Betrachten der Literatur, deren Autor(en) sich „treuer Sklave“ nennt. Dieser greift m.E. bewusst auf die bekannten Suggestionstechniken zurück (die Schreiber der WT-Artikel wollen unbenannt bleiben. Offizieller Grund: „Gott gehört die Ehre“) und damit seine Ansichten und Forderungen auf einen Interesierten und die ganze Gruppierung überträgt.
 

Tatsächlich hat diese „schwammige“ (im Sinne von „unspezifisch“) Ausdrucksweise, welche all zu „typisch“ für die WT-Sprache geworden ist, eine bestimmte Bewandtnis, was im Laufe dieses Kapitels genau erklärt wird, wieso man so vorgeht und was innerhalb des Unterbewusstseins (UB) ausgelöst werden soll.


Bestimmte Wortformulierungen finden natürlich auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch ihre Verwendung – auch im Alltag versucht der Mensch sich gegenseitig zu beeinflussen, was unter den natürlich gegebenen Möglichkeiten auch legitim ist – aber auch unbewusst, oder
eher zufällig, können suggestive Wortformulierungen geäußert werden.


Seltener begegne ich Leuten, die eine natürliche Begabung vorweisen können, Sprache suggestiv einzusetzen, ohne zu wissen, wieso diese oder jene Wortformulierung das Unterbewusstsein seines Gegenüber erreicht – dies aus Erfahrung und Beobachtung, sowie Rückschlüssen aus unterschiedlichen Beobachtungen.
 

Am häufigsten begegne ich diesen Sprachmustern bei ehemaligen ZJ, welche selber u.U. Jahrzehntelang dieser Sprache ausgesetzt waren, und diese suggestiven Fragmente mit in die eigene Sprache übernommen haben.

Aber auch die Werbesprache verhilft mit zur Übernahme solcher Wortformulierungen, die man normalerweise nicht benutzen würde.


Jedoch ist es etwas ganz anderes, wenn diese Sprachmuster mit einer sehr hohen Aufkommensrate eingesetzt werden, wie eben in der Wachtturmliteratur, das man den unbewussten oder zufälligen Einsatz ausschließen kann.
 

Denn ich muss schon sagen, das aufgrund der Häufigkeit wie diese Methoden bewusst angewendet werden, man nicht mehr von einen Zufall sprechen kann – eher vom Gegenteil eines Zufalls.
Methoden, denen der Unwissende hilflos ausgesetzt ist...
 

Neben vielen anderen Suggestionsexperten, möchte ich vordergründig Milton Erickson erwähnen. Gerade in den Bereich der Psychotherapie hat er entgegen der allgemeinen bei den von Sigmund Freud geprägten Ansichten, den Einsatz von Hypnose und Suggestionstechniken wieder salonfähig gemacht.
 

Die suggestiv positive Wirkung der Sprache hatte er während einem Anfall von Kinderlähmung entdeckt, welche sein Leben verändern sollte, wo er die autosuggestive Wirkung bestimmter Wortmuster am eigenen Leib erfuhr und mit derer Hilfe er sich vom einen aussichtslosen Endstadium der Krankheit, bis zu einem leichten Humpeln wieder erholte.
 

Seine Spezialität, oder das was seine Methode so besonders machte, war einmal seine persönliche Art individuell auf einen Klienten einzugehen, aber auch die Möglichkeiten des Einsatzes seiner verwendeten Sprachmuster („Milton Modells“) welche bis heute in anderen
Bereichen, wie Verkauf, Werbung und NLP, je nach Anwendung, ihren Einsatz gefunden hat.

 

Das ->Milton Modell ist, m.E. zumindest, im Wesentlichen die Methode mit der sich die gesamten „schwammigen“ Sprachmuster in der Wachtturmliteratur erklären lassen, was für diese Sprache so typisch ist und was ich als die „Manipulation durch Sprache“bezeichne.
 

Auch wenn ich aus der Ferne nicht nachweisen kann, das jemand aus dem Schreibkomitee des „Sklaven“ eine mehrmonatige Schulung im Milton Modell durchgeführt hat, oder sich zumindest sehr eingehend mit diesem beschäftigte, so darf ich diese Sprachmuster dennoch
miteinander vergleichen.


Was ich hier vollziehe ist also ein direkter Vergleich der Anwendungsmöglichkeiten des „Milton Modells“ und der Sprache, wie sie in der WT-Literatur vorzufinden ist.
 

Ich erkläre eine Methode aus dem Milton Modell und zeige Beispiele auf, wo der Leser selber den Rückschluss treffen darf, ob hier die Sprache aus der WT-Literatur spezifisch und definierend eingesetzt wird wie es im alltag üblich wäre, oder ob hier die Zitate eher einen Bruch an unserem allgemein verständlichen Sprachmodell darstellen.
 

Wo es erforderlich ist, weite ich die Erklärungen weiter aus.
Z.B. sollte ich vorher andeuten, dass jeder, der vorhat Sprache suggestiv einzusetzen, das er diese seinem Selbstzweck anpassen kann – mit entsprechender Schulung.
Unsere Sprache ist flexibel genug, um suggestive Auslöser nicht nur in der Werbung, sondern auch in religiöser Literatur unterzubringen.


Weiterführende Literatur zum „Milton Modell“:
 

Walker, Wolfgang: Abenteuer Kommunikation - Bateson, Perls, Satir,
Erickson und die Anfänge des Neurolinguistischen Programmierens
(1996) Verlag: Klett-Cotta.

6.4. Funktionsweise „Milton Modell“
 

Um das Milton Modell zu verstehen, muss ich erst verdeutlichen was man unter einen „Bruch in der Sprache“ versteht.
Einen solchen Bruch findet man fast alltäglich.

Die Pointe eines Witzes resultiert z.B. auf der Tatsache, das etwas unbenanntes mit der Phantasie des Empfängers ergänzt wird, ohne das er es sich dessen bewusst ist.
 

„Treffen sich zwei Jäger – beide tot.“


Dieses einfache Beispiel zeigt auf, das, ohne das der Leser sich dessen gewahr ist, er den Sinn dieser Aussage vervollständigt hat, ohne das dazu eine Aufgabe gestellt wurde, diesen Sinn überhaupt erst zu ergründen.


Auch alltägliche Aussagen, welche unpräzise Formulierungen enthalten, werden meist in der Regel dennoch vom Empfänger so aufgefasst, wie es im Sinne des Senders gemeint war.
 

Der Mensch besitzt ein in seinem Unterbewusstsein verankerten Mechanismus, welcher da lautet: Die Sinnfrage. Oder: Wo ist der Sinn?

Verdeutlichen kann ich dem Leser diesen Mechanismus an folgender Grafik:

Ohne den Leser dazu aufgfordert zu haben, findet der Leser hier in Großbuchstaben das

Wort "FREIHEIT" - 71,5% einer Testgruppe hatten es sofort ergänzt, 21,5% unter 5 Sekunden und ca 7% immerhin bis an die 20 Sekungen. Es war zugegeben nur eine kleine Gruppe.

Doch streng genommen steht dort gar nichts.

Ich habe genau genommen nur ein paar schwarze Farbpixel abgebildet.

Grundlage für diese war zwar das Wort FREIHEIT, jedoch steht es als Wort selber faktlich nicht mehr dort wie es zum normalen lesen nötig wäre.

Der Leser aber greift auf die ihm bekannten Muster zurück, weswegen er meint es mit unvollständigen Buchstaben zu tun zu haben. Aufgrund des Mechanismusses der Sinnsuche, sucht der Mensch so lange bis sie einen Sinn ergeben. Was unglaublich schnell geht.

Und zwar den Sinn, den ich wollte den sie suchen und finden.

Wiederum: Ohne das ich persönlich das UB dazu aufgefordert hätte.

Das haben sie unaufgefordert slesbt gchafeft - und wenn sie ohne Probleme "selbst geschafft" lesen konnte, dann hat ihr UB dies wiederum selbst umgedeutet, auch wenn es an sich sinnlose Buchstabenreihenfolgen waren.

Die S1nn5uche 1st also e1n Fakt, wenn 51e auch n1cht be1 jedem Men5chen gle1ch au5geprägt 15t. (B155chen 5pa55 mu55 5e1n.)

Der Leser darf festhalten:

Der Mensch besitzt einen immer in sich agierenden Mechanismus, welcher ständig dem Grundbedürfnis nach einem Sinn nachgeht.
Ohne diesem natürlichen Mechanismus der Sinnfrage müsste unsere Sprache im alltäglichen Gebrauch äußerst präzise sein, da wir es ansonsten sehr schwer hätten zu verstehen, was unser Mitmensch eigentlich meint, oder von uns will.

 

Wenn jemand sagt: „Ich backe einen Kuchen“, dann ist dies ein Beispiel für einen Bruch in der Sprache, weil es eine nicht zutreffende Aussage ist.


Denn nicht ich backe den Kuchen, sondern der Kuchen wird in einem Ofen gebacken, während ich diesen Vorgang bestenfalls initiiert habe - aber ich bin kein Ofen.

Dennoch erkennt man in der Regel den Sinn einer Aussage, gerade weil in uns dieser immer aktive Mechanismus agiert und funktioniert und durch regelmäßigen Sprachgebrauch nachgeahmt wird. Der Empfänger versteht in der Regel was gemeint ist.
 

Ein Bruch in der Sprache ist somit an sich eine unpräzise Wortformulierung. Der Mensch in seiner Sinnfrage ergänzt eine solche Aussage unbewusst, so lange, bis sie für ihn einen Sinn ergibt. Der Mensch liest nicht nur zwischen den Zeilen, sondern er „hört“ auch das ungesagte.
 

In der Psychotherapie wird dieses Wissen eingesetzt, das z.B. in einer Gesprächstherapie darauf wert gelegt wird, das der Klient es lernt sich präzise zu äußern , wenn dieser etwas schwammig formuliert. Dies hat die Bewandtnis den emotionalen Zustand hinter seinen Aussagen mit dem eigenen Bewusstsein besser bewerten zu lassen (ins Bewusstsein zu rücken – raus aus der emotionalen Ebene), was zu weiteren Schritten raus aus einem negativen emotionalen Zustand wichtig wäre.
 

Doch ein Bruch in der Sprache kombiniert mit dem Wissen der im Menschen innewohnenden Sinnfrage kann auch bewirken das man gezielt etwas „zwischen den Zeilen“ verstecken kann, um beim Empfänger den Sinn zu suchen, den man auch nur will, das man ihn sucht.
 

Das funktioniert nicht nur bei einem Witz, das man beim Empfänger ein Bild, welches von dessen eigenen Unterbewusstsein erzeugt wurde, ins Bewusstsein legt, das überträgt, welches man auch als Erzähler nur will, das es dort ankommt.

Ich nehme mal ein anderes Beispiel für einen Bruch in der Sprache:
 

„Ein Mann muss zum Fäden ziehen“.
 

Auch wenn der Leser es nicht so sieht, es ist ein wortwörtlich sinnloser Satz, mit schwammiger Aussage, da jeglicher Kontext fehlt.

Erst weil wir ihn aufgrund der unbewussten Sinnsuche in einen sinnvollen Kontext gesetzt haben, denken wir das der Satz absolut sinnvoll ist. Doch das ist er, wenn er für sich allein genommen wird, überhaupt nicht der Fall.

Oder steht da was von einer Operation?

Von einer Wunde die genäht wurde?

Steht dort das der Mann genäht wurde?

Nein.

Jedoch haben wir schon längst eine „Lösung parat“, indem wir unbewusst diesem Satz eine sinnvolle Bedeutung beigemessen haben, weil unser UB automatisch auf bekannte Muster oder
vielleicht sogar selbst erlebte Situationen zurückgriff.

Der Leser nehme mit:
Unser Unterbewusstsein (UB) macht das alles ganz von alleine.

 

Der Sinnfrage oder Sinnsuche nachzugehen macht jeder Mensch, seid dem Zeitpunkt wie er gelernt hat mit einer Sprache mit sich selber zu kommunizieren. Es ist seid der Geburt eines Menschen Teil des natürlichen Lernprozesses einen Sinn in den Dingen zu suchen, die er sieht und hört und durchaus auch tiefgreifendere Sinnfragen beinhalten kann. Der bekannte Neurobiologe Gerald Hüther formulierte es einmal wie folgt:

"Die Suche nach Sinn ist also kein nutzloses oder esoterisches Unterfangen, sondern eine sich aus der
Arbeitsweise und der Strukturierung des menschlichen Gehirns zwangsläufig ergebende Notwendigkeit."

 

-Quelle:

https://www.freie-gesundheitsberufe.de/images/stories/PDF/KK165-Vom-Reiz-des-Lernens.pdf

(Falls der link nicht funktioniert, die Zeile kopieren und in der Browserzeile einfügen)

Ohne diesen Mechanismus wäre keine Sprache möglich, was ich aber hier auch nur mal so behaupte. Wenn der Mensch das Lesen gelernt hat, wird der Sinn eines Satzes gesucht bis er verstanden wird. Wir können gar nicht anders, weil unser Gehirn so struktuiert ist.

 

Wenn man das weiß und einmal verstanden hat, kann man dieses Wissen nun leider auch manipulativ missbrauchen:

Ein Autor kann nun einen Satz so formulieren, dass man das Unterbewusstsein des Lesers dazu zwingt ein Bild zu konstruieren, so dass die unbewusst vollzogene Vervollständigung eine Nachricht übermittelt, die so nicht auf der bewussten Informations-ebene vermittelt wurde.
 

Gewählt wird hier nun ein Beispiel, wo die meisten Leser sich bereits selber eine Meinung besitzen, um sofort den Unterschied zu bemerken, wie genau der Leser etwas zwischen den Zeilen hinein deutet. Und ich wähle nun den umgekehrten Fall, wo der Leser den Bruch in der Sprache, so denke ich, sofort merken wird.

Wer eine eigene Meinung schon hat, dann wird die eigene Meinung gegen die suggerierte Meinung antreten – die bereits vorhandene Meinung setzt sich durch:

„Vielen ist es egal ob Kinder zur Schule gehen - was wichtig ist lernt man auch auf der Straße.“
 

Gemerkt wie sie sich gegen diese Aussage sträuben? Dann hat das Beispiel funktioniert.

Auch hier fehlen wesentliche Informationen (Wer ist „viele“? Was lernt man als Kind denn auf der Straße? usw.), so das dieser Satz keinen wortwörtlichen Sinn ergibt – doch der unbezeichnete Sinn und der Kontext dazu wurde selbst erstellt, welcher dann unweigerlich mit der vorhandenen Meinung kollidierte.


Die ungeschriebene Meinung, welche die Regeln des rauen Lebens auf der Straße befürwortet, wurde aufgrund der bereits vorhandenen Muster und der damit verbundenen Meinung (Wissen + emotionale Bewertung) des Lesers erkannt, obwohl es dort nicht so steht.

Klar ist, dass bei jedem Leser der die Vorteile des Bildungswesens kennengelernt hat, hier die Alarmglocken hochgehen - war ja auch so gedacht.

 

Es sollte verdeutlichen das eine bereits vorhandene Meinung ganz von alleine Aussagen zu bewerten weiß – auch wenn der Satz an sich keinen wortwörtlichen Sinn ergibt.

Daher kommen Jehovas Zeugen mit Menschen welche bereits eine eigene Meinung zur Bibel haben, meist nicht überein.


Die Sinnsuche findet auf einer anderen Bewusstseinsebene statt, der Ebene an die der Appell erzeugt wurde, welche vom UB vervollständigt wurde.
Wissen, und damit verbunden eine eigens erworbene Meinung, ist daher immer ein Schutz.

Wo jemand jetzt nun aber keine eigene Meinung gebildet hat, kann eine selbst generierte Satzergänzung auch zur Bildung einer erworbenen Fremdmeinung führen, ganz im Sinne des Suggerierenden. Das Ziel:
 

Es gilt die noch nicht selbst erstellte Meinung vorwegzunehmen, was vor allem die emotionale Bewertung betrifft.
Beispiel wie man versuchen könnte jemanden von Musikunterricht zu überzeugen:

„Viele Leute die meinen alleine Gitarre lernen zu können, lassen dies lieber weil sie befürchten das sich das so schief anhört“.

 

Bemerkt?
Ein Satz, der an sich schon mal keine chronologisch korrekte Reihenfolge darstellt.

Denn entweder hat ein angehender Gitarrist es schonmal alleine ausprobiert oder nicht.

Denn woher wollen die sonst wissen, ob sich das "schief " anhört, wenn sie es nicht schon vorher einmal selbst ausprobiert haben?

Doch im Alltag ist es eher nicht so das man jede Aussage auf die Goldwaage legt.

 

Der Satz hat aus Sicht unseres fiktiven Verkäufers eine Bewandnis, nämlich der Kunde soll gar nicht erst versuchen das Gitarrenspiel autodidaktisch anzugehen.

Daher soll die Aussage den Anschein erwecken, als wenn er sich auf eine möglich existente Gruppierung verzweifelnder Gittarrenlaien bezieht die Angst haben schiefe Töne zu machen.

Dies obwohl sie es nie selbst versucht haben.

Der suggerierte Appell an das innere Bild des zu Beeinflussenden, welches da nicht aufgeschrieben steht, aber in der Phantasie unfreiwillig erstellt wurde:
 

Der Mensch der es versucht saubere Töne mit der Gitarre zu erzeugen und dabei kläglich versagt ... was ihn davon abhalten soll, es einmal alleine zu auszuprobieren.
Absicht: Ein mulmiges Gefühl hinterlassen, eine negative Bewertung übertragen, veranlassen jemanden so agieren zu lassen wie man es auch nur wollte.
 

Es ist so, das der Mensch nun mal in seinen Entscheidungen zum großen Teil mit von seinen eigenen Emotionen beeinflusst wird. Da hatte ich auf den Seiten zuvor schon einiges zu geschrieben. Jedoch wird ein Mensch sich auch dann auf seine Emotionen innerlich verlassen wollen, selbst dann wenn diese Emotionen von jemand Fremden erst einmal gezielt erzeugt wurden.

Da die Emotion jedoch persönlich durchlebt wird, unterliegt man der Illusion einer eigenen Meinung, der Illusion, etwas selber emotional bewertet zu haben.

Das hierbei jedoch nur das an emotionaler Bewertung übernommen wurde, was gezielt von jemand Fremden auch nur initiiert wurde („jemand hat mir das Gefühl gegeben“), wird man
dann kaum merken.

 

Wie denn auch? Das bewusste Denken, die Ratio, wurde ja auch umgangen – ganz im Sinne einer Suggestion.
 

Ein Fazit:

Ich möchte festhalten das mit dem Wissen um den „Bruch der Sprache“ (schwammige und unpräzise Formulierungen) und dem Wissen über die ständig aktive Sinnsuche im Unterbewusstsein (UB) des Menschen, nun Aussagen gebildet werden können, um eine emotionale Meinung zu übertragen, die man dann für eine eigene hält.


Im wesentlichen agiert das Milton Modell auf diese beiden Grundpfeiler. Weitere Einzelheiten möchte ich wie versprochen direkt am Milton-Modell erklären, indem ich auf einige Techniken eingehe.

Zur besseren Gliederung dieser Seiten findet der Leser die Techniken des Milton Models sowie etwaige Beispiele aus der Wachtturmliteratur u.a. auf -> dieser Seite. (enhalten 6.5-6.14)

 
 
 
 
 
 

Wie gut kennst du die Leute, welche die Literatur der Zeugen Jehovas veröffentlichen?
Wieso vertraust du ihnen?
Nur weil es andere, Menschen die du magst, auch tun?

Selbst Irrtümer werden geglaubt, wenn sie uns von Menschen erzählt werden denen wir vertrauen, wo wir vorher noch keine eigene Meinung gebildet haben.

Werbung agiert oft unterschwellig.

6.15. Suggestivfragen
 

Nicht im Bestand des Milton Modells, aber genauso beeinflussend in ihrer Wirkung sind Suggestivfragen. Mit einer Suggestivfrage (SF) soll der Befragte mit der Frage selbst beeinflusst werden. Man kann eine SF dazu nutzen, um einen Zirkelschluss zu starten, eine unbelegte Kausalitätskette zu initiieren, oder um etwas zu behaupten was möglichst nicht hinterfragt werden soll.

Weiterführende links:

https://www.qualtrics.com/de/erlebnismanagement/marktforschung/suggestivfrage/

https://de.wikipedia.org/wiki/Suggestivfrage

https://www.redenwelt.de/rede-tipps/suggestivfragen-einsetzen/

 

SF unterscheiden sich nochmals von dem „Frage- und Antwort- Spiel“, was im nächsten Kapitel betrachtet wird, was den eigentlichen Ablauf des „Bibelstudiums“ ausmacht.
 

In solchen wird nicht nach der Meinung gefragt, sondern durch diese wird der Gefragte aufgrund der Frageform gefordert, die vorweggenommenen Meinungen und Ansichten aus solchen Fragen anzunehmen, um diese durch seine Antwort als eine „eigene Meinung“ zu verankern.

 

Beispiele:
 

„Wieso kann man sagen, dass das Essen nicht schmeckt?“
„Warum sollte man dieses Essen, was nicht schmeckt, besser sein lassen?“
„Warum sagen viele Menschen, obwohl das Essen nicht schmeckt, das es dennoch schmeckt?“

 

Hinweis: Im ersten link oben findet der Leser weitere Beispiele.

Das ZJ jemanden verändern möchten, um das „ewige Leben“ eines Menschen zu retten,

ist selbst bei denen keine Frage mehr – es ist gewünscht, das Menschen sich „zum Guten“ verändern, damit diese „Harmagedon“ überleben können.
 

Nur das es so etwas wie SF überhaupt gibt, ist ihm eher unbekannt.

Zeugen Jehovas aus dem Verkauf, welche diese Fragetechniken natürlich erkennen, sagen da meistens gar nichts zu.

Im Umgang mit einem Interessierten befolgt ein ZJ den Anweisungen des „Sklaven“ und verwendet Literatur wo diese aber dennoch angewendet werden.

Einen ZJ (Pionier und Ältesten) und ehemaligen Freund den ich auf diese Methoden aufmerk-sam gemacht hatte, meinte dann sagen zu dürfen, dass „der Zweck ja die Mittel heilige“.
 

Ähnlich reagierte er bei jeder weiteren Technik auf die ich ihm aufmerksam gemacht hatte.
Im Strafgesetz ist es jedoch so, das Zeugenaussagen aufgrund von SF vor einem Gericht nicht zugelassen werden, aufgrund der manipulativen Art und Weise wie etwas übertragen wurde.
Wieso? Weil ein Gericht Wert darauf legt, eine unvoreingenommene Aussage zu erhalten.
Wie mag das bei Gott sein?

 

Ob es ihn wohl interessiert, wie man zu einer Meinung gekommen ist...?

Was ist Gott lieber? Das Wirken seines Geistes oder Suggestionstechniken?

Eine SF nimmt also eine Meinung vorweg.

Verwendet die LK, „der Sklave“, in ihrer Literatur überhaupt solche Fragen?

Einige wurden schon zu anderen Zweck zitiert, ohne das ich diesen Aspekt der SF angesprochen hatte.
Hier welche aus dem ersten Kapitel des Buches „Was lehrt die Bibel wirklich?“, mit einer Erklärung, wieso diese Fragen eine Meinung (Ansicht + Emotion) vorwegnehmen:
 

Frage: „Warum sind viele der Meinung, das Leid der Menschen sei Gott gleichgültig?“
 

Anm.: Man sollte da erst mal die Frage klären, ob es überhaupt solche Menschen gibt die diese Meinung vertreten (wer ist „viele“?) und wieso – hier wird es vorweggenommen.
 

Frage: „Wie haben Geistliche viele zu dem Gedanken verleitet, Gott sei gefühllos?“
 

Anm.: Durch die Fragestellung soll die Meinung übertragen werden, als wenn Geistliche so planlos vorgehen würden – auf diese unbelegte (negative) Meinung wird jedoch weiter postulierend aufgebaut. Zwar wird die Antwort in dem dazugehörigen Abschnitt mitgeliefert, aber dennoch trägt die SF dazu bei, diesen Gedanken zu übernehmen.
 

Frage: „Warum täte man Gott unrecht, wenn man ihn dafür kritisieren würde, dass er die Menschen nicht davon abgehalten hat, einen falschen Weg einzuschlagen?“
 

Anm.: Durch die Fragestellung wird behauptet, das es eine Kritik an Gott wäre und somit „unrecht“, nur indem man sich die Frage stellen würde wieso Gott die Menschen gewähren lässt „einen falschen Weg“ einzuschlagen. Immerhin ist es ja so.
 

Dabei wäre das keine Kritik, sondern eine sachliche Feststellung auf der eine Diskussion aufgebaut werden könnte. Diskussionen sollen jedoch vermieden werden. Auch wenn diese während des HB „erlaubt“ sind, können die meisten Diskussionen durch die Übernahme aufgrund einer Vorwegnahme umgangen werden.
 

Fragen: „Wie empfindet Gott Unrecht allgemein?“ + „Wie empfindet Gott, wenn wir als Einzelne leiden müssen?“
 

Anm.: Man erhebt den Anspruch zu wissen, wie Gott empfindet – so, als ob man sich in Gott hineinversetzen könnte.
Beantwortet man diese Frage wie gewünscht, hat man diese Denke, zu "wissen" wie Gott fühlt bereits übernommen.

 

Fragen: „Warum können wir uns darauf verlassen, dass Gott die Auswirkungen der Bosheit restlos beseitigen wird?“ + „Warum wird Gott auf jeden Fall etwas gegen die Probleme in
der Welt unternehmen?“

 

Anm.: „Auf Gott ist verlass...“ – Auch hier: Besser wäre es einen Studierenden selber zu einer solchen Ansichten zu verhelfen, anstatt diese Ansicht durch eine Frage forciert zu übertragen.
 

Frage: „Wie lautet Gottes Name, und warum sollten wir ihn gebrauchen?“
 

Anm.: Diese Frage löst den Gedanken aus, dass man glaubt zu wissen wie Gottes Name lautet (das weiß heutzutage kein Mensch mehr) und das man diesen gebrauchen sollte.
 

Frage: „Welchen ersten Schritt können wir tun, um Gott näher zu kommen, und warum lohnt sich das?“
 

Anm.: Eine rationale Antwort wäre: „Mal sehen ob sich das lohnt, das weiß ich ja noch nicht.“
Besser wäre es, wenn man den Studierenden selber für sich erkennen lässt, ob sich das ganze überhaupt lohnt. Hier wird die Selbsterfahrung „Gott näher zu kommen“ vorweg einer Bewertung unterzogen, die der Studierende eigentlich selber machen sollte. Hier wird also lediglich suggeriert das es sich lohnt, was mit dem Beantworten der Frage ins Wertesysthem des Studierenden übertragen wurde.

 

Frage: „Welche Eigenschaften Gottes sind besonders ansprechend?“
 

Anm.: Die Möglichkeit selber zu ergründen, ob Gott „besonders ansprechende Eigenschaften“ besitzt soll hier vorweggenommen werden. Nur weil etwas die „Bibel sagt“, muss der „Studierende“ es nicht selber so empfinden, aber dennoch wird es versucht durch die
Frage vorwegzunehmen – denn auch das soll es als eine „eigene Ansicht“ übertragen werden.

Die Natur einer SF ist, das der Studierende die Gegebenheiten und die vorweggenommenen Bewertungen (vor allem die emotionalen) aus solchen Fragen erst selber für sich übernehmen muss, um die Fragen auch beantworten zu können. Die Beantwortung der Frage verankert
dann die übertragende emotionale Bewertung aus dieser.

 

Jede Frage und jede damit verbundene Antwort wurde im Sinne der LK durchdacht, in welcher Richtung sich der Studierende gedanklich und emotional bewegen soll.
Genauso die dazu passende Reihenfolge, wann und wie etwas vermittelt wird. Dieses „Frage und Antwort Spiel“ wird im nächsten Kapitel noch genauer abgehandelt.

 

Im späteren Dasein als ein ZJ werden weiterhin SF’n auf ihn angewendet, wie z.B. im allwöchentlichen Wachtturmstudium in den Räumen der ZJ.
Wobei dann nicht jede Frage etwas vorwegnimmt - nicht jede der Fragen ist eine suggestive. Dieses Vorgehen permanent umzusetzen würde dazu beitragen, dass Anhänger es irgendwann bemerken würden, oder zu viel.

 

Es wäre ein Mammutprojekt, wenn nicht ein Lebenswerk, die gesamte Literatur der WTG nach allen SF zu durchsuchen und aufzulisten, die jemals in Schriftform den Mitgliedern mit auf dem Weg gegeben wurden...

6.16. Kalkulierte Aufnahmebereitschafft
 

Jeder Mensch hat eine unterschiedlich lange Phase in der er sich einem Thema mit ganzer Aufmerksamkeit widmen kann – der Durchschnitt bei Schulkindern liegt bei 90 Minuten. Danach sollte dann die Aufmerksamkeit besser einem anderen Aspekt des Lehrfaches
zugewendet werden.

Aufmerksamkeit ist von Konzentration zu unterscheiden. Konzentration betrifft eher konstruktive Fähigkeiten, wenn man zum Beispiel am Arbeitsplatz etwas produktivem nachgeht.

Aufmerksamkeit betrifft die Dinge die man bewusst wahrnimmt, worauf man aber auch jeweils seinen Fokus richtet.

Jeder Mensch macht ein gewisses Pensum an Stress durch. Eben auch Interessierte die zusätzlich zu ihrem Berufs- oder Schulalltag (ggf. noch Famlilienverpflichtungen) und den damit verbundenen Auslastungen sich dann auch nocht mit einem JZ treffen um ein Buch durchzugehen...

So wurde auch diese Phase des, „sich auf ein Thema konzentrieren zu können“, mit in den Prozess einer Studieneinheit des HB bedacht, welche ca. 60 Minuten dauern kann. Es wurden Überlegungen unternommen, wann man am besten welche Ansicht den „Studierenden“ überträgt.
 

Auch dahingehend wird berücksichtigt, dass der Mensch kurz vor Ende eines Kapitels kaum noch in der Lage ist Dinge aufmerksam zu verfolgen, wo dann die wirklich konkreten und für die LK relevanten „Lehrpunkte“ übertragen werden sollen.

Lehrvideos zum JZ-Einführungs-Kurs "Glücklich - für immer" bringen das Video auch meist erst gegen Ende einer Lektion.
 

Vorher, sowie zwischendurch immer wieder einmal, spielt man eine „Ja-Phase“ durch, wo man mit dem Studierenden immer erst Dinge bespricht, welchem er zustimmen wird, damit dieser sich innerlich öffnet. Später dann, wenn er innerlich drauf vorbereitet wurde, wird er eher die Dinge übernehmen, die er normalerweise nicht einfach so akzeptieren würde.
 

Wobei hier Bezugnahmen auf Bibelzitate mit in die Ja-Phase eingerechnet werden können, da der Bibel selbst dann zugestimmt wird, auch wenn diese zweckentfremdend zitiert wird – der
Studierende sowie der ZJ werden dies nicht bemerken (weiteres zur „Zweckentfremdung der Bibelverse“ im nächsten Kapitel).

 

Im fortgeschrittenen „Studium“, ca. nach dem 6. Treffen, werden diese Phasen immer kürzer.
„Unwesentliche“ Informationen, welche nur auf eine kurze Zeitspanne relevant sind und mehr das Unterbewusstsein ansprechen, werden gezielt so eingesetzt, dass die Gedanken des Studierenden nur für eine kurze Zeit auf eine bestimmte Sache gerichtet sind, oder von etwas anderen abgelenkt werden, damit bestimmte Dinge im Kurzzeitgedächtnis untergehen, oder die Logik kurzzeitig runter gefahren werden soll.

 

Genauso wurden die nötigen Wiederholungen um etwas in das Langzeitgedächtnis zu speichern eingeplant (Ankern einer Information wie z.B. der Bedeutung der Schlagwörter).
Ich bemerke manchmal an dem Wortschatz eines ZJ, welches HBSH er bei seiner Indoktrinierung durchgenommen hat – redet er gerne und viel davon wie wichtig es ist „Erkenntnis in sich aufzunehmen“, dann handelt es sich um jemanden der die Ansichten des Sklaven anhand des „Erkenntnisbuches“ übertragen bekommen hat.

Andere Phrasen signalisieren dann, dass das „Paradiesbuch“ oder das „Wahrheitsbuch“ durchgegangen wurde.
 

Auch wird nicht direkt am Anfang des Buches erklärt, wieso ein Christ angeblich keinen Geburtstag feiert, oder wieso seine derzeitige Religion eine „falsche“ ist – erst wenn der „Studierende“ bereits emotional vereinnahmt wurde, sein „Bauchgefühl“ sich diesen
Prägungen angeschlossen hat, dann erst wird er sich auch dieser übertragenden Selbstkritik unterordnen – alles im Sinne des „Sklaven“.

 

Und „zu guter Letzt“, lernt er in der Gesamtdauer des HB die interne Sprache der ZJ – wenn auch nicht alles. Aber auch das dauert, bis diese emotional mit den anderen Mitgliedern
im Einklang gebracht werden kann.

6.17. Abschließende Bemerkungen
 

Selbst in Kochbüchern gibt es Formulierungen, die den Leser mit einbeziehen sollen (Man nehme 3 Esslöffel Olivenöl...) – doch ein Kochbuch nimmt bestenfalls Einfluss auf die nächste Mahlzeit.
 

Es gibt christliche Bücher die den Leser mit ähnlicher Manier mit der Verwendung des Wortes „wir“, „man“ oder „uns“ mit in das Geschriebene mit einbeziehen möchten, mit denen der „Sklave“ der WTG nichts zu tun hat. Selbst ich verwende diese Wörter, andauernd.
 

Doch es ist ein Unterschied ob man den Leser lediglich mit einbeziehen möchte, oder ob man ihn Dauerhaft an eine Gruppierung binden möchte, wo eine Fremdübertragung der Ansichten des „Sklaven“ übertragen wurden.
 

Denn dort herrscht ein anderes „wir“. Eines, was mit Ängsten und emotionaler Erpressung verbunden wird, wenn man nur mal an die Gefahr des Ausschlusses denkt, oder des „aufgesetzten Revolvers“ namens „Harmagedon“.
 

Dann ist es ja noch ein Unterschied, ob jemand bewusst Wortformulierungen suggestiv verwendet, mit dem Ziel der Bindung an eine Gruppierung, oder ob lediglich als Autor versucht wird die Leser zu fesseln, was je nach Textform und Thematik durchaus auch legitim wäre (z.B. weil der Leser in einer spannenden Geschichte mit einbezogen werden will).
 

Fragwürdig ist die „geistige Speise“ des „Sklaven“ allemal, gerade weil diese permanent solche Suggestionstechniken enthält, ohne dem Wissen der Zielgruppe. Regelmäßig, schon seid mehreren Jahrzehnten.

Ein Buch, welches allein dazu verhelfen soll, das jemand das Rauchen aufgibt, ist es da legitim Suggestionen zu verwenden?
Ich weiß es nicht, aber es würde auch nichts bringen, da Suggestionen immer wieder neu aufgefrischt werden müssten, da der Raucher ansonsten nach ein paar Tagen oder Wochen in sein altes Schema zurückfällt.

 

Es müsste dann ein Buch sein, was der Leser freiwillig immer wieder gerne in die Hand nehmen wollte, oder worin er gezielt eine Anleitung zu regelmäßigen autosuggestiven Übungen vorfindet. Will man einen Menschen Dauerhaft mit Suggestionen beeinflussen, so muss dies regelmäßig geschehen – wie Fernsehwerbung.
 

Es bringt zum Beispiel nichts, wenn ich hier suggestiv vorgehen würde – es entspräche a) nicht meinen Prinzipien, b) hätte ich persönlich nichts davon und c) es würde nur ein kurzweiliger
Einfluss sein, wo eine regelmäßige Folgebeeinflussung ausbleibt.


 

Von Dauer ist nur die natürliche Entwicklung einer Ansicht.
Den einzigen Einfluss den ich ausübe ist vielleicht der, das ich an dieser Stelle gezielte Informationen darüber liefere, dass m.E. innerhalb der WT-Literatur mit Suggestionstechniken agiert wird.
Informationen die ansonsten unter den Tisch fallen würden.
 

Informationen, wo jeder das mit anfangen kann, was er möchte - oder auch nicht...

->Milton Modell Teil 1